10.10.2024, Polizeipräsidium Oberbayern Süd

Betrügerische Anrufe im Bereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd - Festnahme eines Tatverdächtigen in Wasserburg

OBERBAYERN SÜD / WASSERBURG AM INN, LKR. ROSENHEIM. Am Mittwochnachmittag, 9. Oktober 2024, kam es im südlichen Oberbayern erneut zu betrügerischen Schockanrufen. Nachdem ein 64-jähriger Wasserburger die Täuschung bemerkte, konnte ein Abholer durch die verständigte Polizei festgenommen werden. Der dringend Tatverdächtige sitzt mittlerweile in Haft. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen und warnt erneut vor dieser Betrugsmasche sowie vor der flexiblen Vorgehensweise der Täter.

Am gestrigen Mittwoch (9. Oktober 2024) kam es in den Nachmittagsstunden im Bereich des Polizeipolizeipräsidiums Oberbayern Süd vermehrt zu betrügerischen Anrufen. In Wasserburg wurde ein 64-jähriger Mann telefonisch durch eine unbekannte Anruferin kontaktiert. Diese gab sich als Tochter des Mannes aus und fingierte ihre Festnahme durch Polizei und Staatsanwaltschaft aufgrund eines verschuldeten Verkehrsunfalls. Für die Freilassung seiner Tochter sollte der 64-Jährige eine Kaution in Höhe eines mittleren vierstelligen Euro-Betrags hinterlegen. Das vermeintliche Opfer ließ sich jedoch nicht täuschen, sondern verständigte die Polizei. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen konnte schließlich ein 36-jähriger Abholer durch Kräfte der Polizeiinspektion Wasserburg festgenommen werden.

Die für organisierte Betrugsdelikte zuständige Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd hat die Ermittlungen in diesem Fall übernommen.

Der dringend Tatverdächtige wurde auf Antrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft Traunstein im Laufe des 10. Oktober 2024 dem zuständigen Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt. Nach Erlass eines Haftbefehls wurde der serbische Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Die Thematik Enkeltrick und Schockanrufe sind überregional auftretende Phänomene und beschäftigen die Polizei immer wieder aufs Neue. Die Maschen der Täter sind dabei flexibel, in ihrer Vorgehensweise agieren die Betrüger dynamisch und facettenreich. Im Rahmen eines Schockanrufs in Holzkirchen wurde durch die unbekannten Täter am Nachmittag des 9. Oktober 2024 ein Taxi zur Wohnadresse eines 63-jährigen vermeintlichen Opfers beordert. Dieses sollte den Mann an eine vom Wohnanwesen entfernte Örtlichkeit für eine bevorstehende Bargeldübergabe (mittlerer fünfstelliger Euro-Betrag) verbringen. Glücklicherweise lehnte der 63-Jährige in diesem Fall die Mitfahrt bei dem unwissenden und nichtsahnenden Taxifahrer ab.

Die Polizei warnt weiterhin eindringlich vor der Betrugsmasche und gibt Verhaltenstipps, wie man sich davor schützen kann:

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer Kaution, die unbedingt zu bezahlen ist!
  • Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
  • Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
  • Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
  • Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
  • Insbesondere die Jüngeren werden ausdrücklich gebeten: sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältigen Anrufe werden könnten!

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