17.07.2024, Polizeipräsidium Unterfranken

Wende bei Raubdelikt mit Messer - Ermittlungen zeigen: Tat offensichtlich nicht geschehen

LOHR AM MAIN, LKR. MAIN-SPESSART. Die intensiven Ermittlungen der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft Würzburg in Zusammenhang mit einem vermeintlichen Raub am 09. Juli haben zu einer Wendung geführt. Nach neuen Erkenntnissen deutet alles darauf hin, dass die geschilderte Tat offenbar nicht stattgefunden hat. Vielmehr richten sich die neuen Verdachtsmomente gegen den damaligen Anzeigeerstatter.

Tatschilderung löst umfangreiche Fahndung und Ermittlungen aus

Wie bereits am 10. Juli berichtet, hatte ein 42-Jähriger der Kriminalpolizei Würzburg gegenüber angegeben, gegen 14:15 Uhr von einem Unbekannten auf Höhe des Pendlerparkplatzes mit einem Messer bewaffnet ausgeraubt worden sein. Es kam angeblich unmittelbar zu einer Auseinandersetzung, wobei der Unbekannte dem 42-Jährigen am Unterarm leichte Verletzungen zugefügt haben soll. Im Anschluss sei der Angreifer geflüchtet. Eine umgehend eingeleitete Fahndung der Polizeiinspektion Lohr am Main mit Unterstützung umliegender Polizeidienststellen sowie des Unterstützungskommandos der Bereitschaftspolizei blieb ohne Ergebnis.

Ermittlungen führen zu neuen Erkenntnissen

Um die Tat schnellstmöglich aufklären zu können, wendeten sich die Beamten der Kriminalpolizei auch mit einem Aufruf an die Bevölkerung. Hierüber konnten jedoch keine Zeugen für das angebliche Tatgeschehen gefunden werden. Im Rahmen der von Polizei und Staatsanwaltschaft intensiv geführten Ermittlungen verdichteten sich nach und nach die Hinweise, dass die geschilderte Tat so nicht stattgefunden haben kann. Die Ermittler müssen dem Sachstand nach davon ausgehen, dass sich das vermeintliche Opfer die festgestellte Verletzung selbst beigebracht hat.

In der Folge haben die Behörden gegen den 42-Jährigen nun ein Verfahren wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat eingeleitet.