06.06.2024, Bayerisches Landeskriminalamt

Ab dem 05.06.2024 tagt die Arbeitsgruppe Südost (AG Südost) - eines der wichtigsten Netzwerke der internationalen Drogenermittler - zum 52. Mal.


Europäische Chef-Drogenfahnder tagen in Fürth

München/Fürth - Deutschland zählt zu den lukrativsten Absatzmärkten für illegale Drogen weltweit. Ab heute treffen sich in Fürth die Chefermittler von Polizei, Zoll und Staatsanwaltschaften aus 22 Staaten, um Informationen auszutauschen und gemeinsame Strategien in der Drogenbekämpfung zu beraten. Die Veranstaltung mit dem Namen Arbeitsgruppe (AG) Südost wird vom Bayerischen Landeskriminalamt zusammen mit der amerikanischen Spezialeinheit zur Drogenbekämpfung, der Drug Enforcement Administration (DEA) geleitet.

Die AG Südost blickt auf eine langjährige Geschichte zurück. Ihre Gründung erfolgte im Jahr 1972 in den Hochzeiten des Kalten Krieges. Damals ermittelten die US-Behörden gegen die berüchtigte „French Connection“. Die Täter schmuggelten Heroin über die Balkanroute nach Frankreich und verschifften die Drogen in die USA. Da die Täter einen Bezug nach München hatten, baten die Amerikaner das Bayerische Landeskriminalamt um Unterstützung. So entstand die Arbeitsgruppe, der die Arbeit auch nach fünf Jahrzehnten nicht ausgegangen ist.

Zwar gelang die Zerschlagung der French Connection schon damals vor 50 Jahren, jedoch traten an ihre Stelle immer wieder neue Gruppierungen, die das große Geld mit den Drogen witterten und die Strafverfolgungsbehörden immer wieder aufs Neue herausforderten.

„Der Rauschgifthandel ist das Schwungrad der Organisierten Kriminalität. Dieses Rad dreht sich aktuell sehr schnell, zu schnell“,

sagt LKA-Vizepräsident Guido Limmer.

Die Profiteure sind international agierende kriminelle Netzwerke, die von der EU mittlerweile als ernsthafte Gefahr für die Innere Sicherheit eingestuft werden. Sie zu fassen und zu zerschlagen, stellt die Sicherheitsbehörden vor immense Herausforderungen. Eine eng abgestimmte internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden ist dazu unabdingbar.

„Die AG Südost zählt zu den wichtigsten internationalen Plattformen, um auf Fachebene Strategien zur Bekämpfung dieser sogenannten Hochrisikonetzwerke zu erörtern“,

erläutert Kriminaldirektor Markus Neueder, der als Leiter des LKA-Drogendezernats zugleich Geschäftsführer der internationalen Konferenzreihe ist.

Im Zuge der 52. AG Südost werden schwerpunktmäßig Best-Practice Ansätze vorgestellt und diskutiert, die es den Drogenhändlern erschweren sollen, die Drogen innerhalb der EU unter Ausnutzung der offenen Grenzen im großen Stil zu schmuggeln. Ebenfalls auf der Tagesordnung steht das neue deutsche Cannabisgesetz und dessen mögliche Auswirkungen auf die internationale Kriminalität.

„Wir betrachten das Gesetz mit großer Sorge, weil es kriminellen Strukturen die Tür noch einen großen Spalt weiter öffnen dürfte, um ihre Geschäfte zu machen“.

so Neueder.

 

München, 06.06.2024