Tatverdächtige nach betrügerischen Anrufen in der Region Garmisch-Partenkirchen festgenommen – Geldübergabe im Landkreis Rosenheim scheitert
GARMISCH-PARTENKIRCHEN / LANDKREIS ROSENHEIM. Innerhalb von nur wenigen Stunden wurde am Mittwoch, 5. Juni 2024, eine hohe Anzahl von sogenannten „Schockanrufen“ gemeldet. Eine 22-Jährige konnte in Garmisch-Partenkirchen unter dringendem Tatverdacht als mutmaßliche Geldabholerin von der Polizei festgenommen werden. In einem anderen Fall scheiterte glücklicherweise die Übergabe von Gold und Bargeld am selben Tag im Landkreis Rosenheim.
Am Mittwoch, 5. Juni 2024, kam es innerhalb von vier Stunden zu einer hohen zweistelligen Anzahl von betrügerischen Anrufen. Die Dunkelziffer, in denen die Polizei meist aufgrund bloßer Versuche gar nicht informiert wurde, dürfte noch erheblich höher sein. Schwerpunktmäßig betroffen waren die Bewohner des Landkreises Garmisch-Partenkirchen. Aufgrund der Vielzahl an Schockanrufen beteiligten sich zahlreiche Polizeidienststellen an Fahndungsmaßnahmen, welche schließlich auch zu einem Erfolg führten.
Bereits Ende Mai wurde im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine 88-jährige Dame Opfer jener betrügerischen Anrufer. Ihre Tochter hätte einen schweren Verkehrsunfall verursacht, wobei eine Frau verstorben und ein Kind schwer verletzt worden sei. Deshalb müsse sie eine Kaution bezahlen, um so die Haft ihrer Tochter abwenden zu können. Überrumpelt von diesem erpresserischen Verhalten übergab die Dame damals Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich.
Im Rahmen der direkten Fahndung nach Mittätern und Geldabholern konnte am Mittwoch, 5. Juni 2024, durch Kräfte der Grenzpolizeiinspektion Murnau, eine 22-jährige polnische Staatsangehörige anhand einer Täterbeschreibung festgestellt und festgenommen werden. Durch die Durchsuchung der Festgenommenen und ihrer mitgeführten Gegenstände erhärtete sich für die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei ein dringender Tatverdacht, dass die jetzt Festgenommene für den vollendeten Fall der 88-Jährigen Ende Mai wie auch hier wieder als Geldabholerin in der Region fungiert hat und für die Hintermänner tätig war.
Die weiteren Ermittlungen hat unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft München II die für organisierte Betrugsdelikte zuständige Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd übernommen.
Die Tatverdächtige wurde noch am selben Tag auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der auch Haftbefehl erließ. Die Beschuldigte wurde unmittelbar in eine Justizvollzugsanstalt überstellt, wo sie nun in Untersuchungshaft sitzt.
Ein weiterer Fall aus dem südlichen Landkreis Rosenheim, ebenfalls am Mittwoch (5. Juni 2024) ging für eine 53-jährige Frau aus dem südlichen Landkreis zum Glück glimpflich aus. Die Dame war durch die Anrufer geschickt am Telefon gehalten worden und hatte sich bereits mit Geldabholern in Rosenheim am Amtsgericht getroffen. Es war lediglich glücklichen Umständen zu verdanken, dass am Übergabeort mehrere Goldbarren und Bargeld im niedrigen fünfstelligen Bereich letztlich nicht übergeben wurden.
Die aktuellen Fälle zeigen, dass obwohl die Maschen der erpresserischen Betrüger hinlänglich bekannt sind, leider noch immer, vor allem Seniorinnen und Senioren, immer wieder Opfer dieser Taten werden und teils horrende Geldsummen verlieren.
Die Polizei warnt deshalb weiterhin eindringlich und gibt Verhaltenstipps:
Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer Kaution, die unbedingt zu bezahlen ist!
Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
- Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
- Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
- Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
- Insbesondere die Jüngeren werden ausdrücklich gebeten: sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältigen Anrufe werden könnten!
Ansprechpartner
Polizeipräsidium
Oberbayern Süd
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