30.01.2025, Polizeipräsidium München

Medieninformation der Polizei München vom 30.01.2025

Inhalt:

169.     Organisierter Callcenterbetrug; falsche ausländische Beamte und Firmenmitarbeiter – Aubing / Sendling

170.     Trickbetrug – Pasing

171.     Raubdelikt – Altstadt

172.     Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss – Aubing

173.     Verkehrsunfall zwischen Pkw und Fußgänger; eine Person schwer verletzt – Neuperlach

174.     Brandfall – Trudering


 

169.     Organisierter Callcenterbetrug; falsche ausländische Beamte und Firmenmitarbeiter – Aubing / Sendling

Fall 1:
Im Zeitraum vom 07.11.2024 – 12.01.2025 wurde ein 21-jähriger chinesischer Student mit temporärem Wohnsitz in München mehrfach durch unbekannte Anrufer, unter anderem über einen Messenger-Dienst, kontaktiert. Ihm wurde auf chinesischer Sprache vorgetäuscht, dass seine Ausweisdaten missbräuchlich verwendet worden seien. Er wurde im Anschluss zur vermeintlichen chinesischen Polizei weitergeleitet.

Angeblich seien mit den Daten des 21-Jährigen ein Bankkonto eröffnet worden, welches im Zusammenhang mit Geldwäsche steht. Aufgrund dessen wurde der 21-Jährige aufgefordert, eine Kaution vor Ort in China zu bezahlen. Der oder die unbekannten Täter mahnten den 21-Jährigen hierbei zur Verschwiegenheit und setzten ihn psychisch erheblich unter Druck. 

Schließlich wurde ihm angeboten, weitere Schritte gegen ihn durch eine Überweisung zu umgehen.

Der 21-Jährige ließ sich darauf ein und überwies einen niedrigen sechsstelligen Betrag auf ausländische Konten. Durch eigene Recherchen sowie einen Anruf bei der echten chinesischen Polizei wurde dem 21-Jährigen der Betrug bewusst und er erstattete Anzeige bei der Münchner Polizei.

Fall 2:
Im Zeitraum vom 30.11.2024 – 02.01.2025 wurde eine 33-jährige chinesische Staatsangehörige mit Wohnsitz in München mehrfach telefonisch von einem angeblichen Mitarbeiter einer chinesischen Mobilfunkfirma kontaktiert. Dabei wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Daten für eine Straftat aus dem Bereich der Vermögensdelikte verwendet wurden.

Sie wurde im Anschluss an einen vermeintlichen Polizeibeamten aus Shanghai vermittelt, welcher ihr die Angaben nochmals bestätigte und mitteilte, dass unter Verwendung ihrer Daten bereits ein sehr hoher Vermögensschaden verursacht worden sei.

Die Kommunikation zog sich über mehrere Wochen mit verschiedenen angeblichen Amtsträgern und verlagerte sich auch auf einen Messenger-Dienst. Der 33-Jährigen wurde unter anderem mitgeteilt, dass ein Gericht in China die Einfrierung ihrer Konten sowie einen Haftbefehl gegen sie angeordnet habe.

Um dies abzuwenden, wurde ihr die Zahlung einer Sicherheitsleistung in Höhe eines niedrigen sechsstelligen Betrages angeboten, worauf die 33-Jährige einging.

Die 33-Jährige wurde aufgrund eigener Recherchen misstrauisch und wendete sich anschließend zur Erstattung einer Anzeige an die Münchner Polizei.

Die Ermittlungen in beiden Fällen führt das Kommissariat 61.

Hinweis Ihrer Münchner Polizei:
Am Telefon versuchen Betrüger immer wieder ihre Opfer unter verschiedenen Vorwänden, dazu zu bringen, Geld- und Wertgegenstände zu übergeben oder Überweisungen zu tätigen.

Bei den genannten Fällen handelt es sich um ein Betrugsphänomen, wobei gezielt asiatische Personen, insbesondere Studierende mit chinesischer Staatsangehörigkeit, über Telefon oder Messenger-Dienste von meist chinesisch sprechenden Tätern kontaktiert werden. Diese Betrugsfälle fallen durch extrem hohe Schadenssummen auf.

Um potentielle Betroffenen auf die Masche aufmerksam zu machen wurden bereits verschiedene Präventionsmaßnahmen ergriffen. Es wurde ein Informationsschreiben für Studierende entwickelt und auf Englisch und Chinesisch übersetzt. Das Schreiben wurde zum Semesterstart im Oktober 2024 an verschiedene Universitäten, das Studentenwerk München/Oberbayern sowie an BayChina (Bayerisches Hochschulzentrum für China) verteilt. Im Zuge der Orientation Week 2024 einer Münchner Universität, welche explizit für internationale Studierenden organisiert wird, wurde ebenfalls über diese Betrugsmasche aber auch die allgemeine Vorgehensweise der Polizei in Deutschland informiert, um mögliche Hemmschwellen bei der Kontaktaufnahme zur Polizei abzubauen.

Mit Blick in die Zukunft ist die Teilnahme an einem Podcast geplant, welcher sich explizit an chinesisch sprachige Menschen in Bayern richtet. Auch hier möchten wir über die Betrugsfälle informieren und mögliche Vorbehalte gegenüber der Polizei abbauen.

Präventionshinweise zu vorliegendem Phänomen finden Sie in drei Sprachen unter folgenden Links:


 

170.     Trickbetrug – Pasing

Am Mittwoch, 29.01.2025, gegen 10:30 Uhr, kam es in Pasing zu einem Trickbetrug zum Nachteil einer 69-Jährigen mit Wohnsitz in München. Diese wurde auf eine Zeitungsannonce aufmerksam, in der dafür geworben wurde Teppiche, Pelze und andere alte Gegenstände anzukaufen.

Nach telefonischer Kontaktaufnahme durch die 69-Jährige begab sich der unbekannte Täter letztendlich mit Einverständnis zur Wohnadresse der späteren Geschädigten, um einen Teppich zu erwerben. Im Gespräch vor Ort erkundigte sich der Täter nach weiteren wertvollen Gegenständen. Hieraufhin übergab ihm die 69-Jährige Goldbarren im Wert eines fünfstelligen Betrages. Der Täter nahm die Goldbarren an sich und zahlte einen geringen Geldbetrag hierfür an.  Den restlichen Geldbetrag wollte der Täter dann später bei der Abholung des Teppichs begleichen. Im Anschluss entfernte er sich mit dem Gold. Als sich der Täter nicht mehr bei der Geschädigten meldete, erstattete die 69-Jährige Anzeige bei der Polizei.

Die weiteren Ermittlungen werden vom Kommissariat 61 geführt.

Der Täter wurde wie folgt beschrieben:
Männlich, ca. 185 cm groß, ca. 35 Jahre alt, kräftige Statur, südeuropäische Erscheinung, mittellange, schwarze, nach hinten gegelte Haare, arabischer Akzent, braungetönte Brille, drei Ringe am Ringfinger der linken Hand; bekleidet mit heller Jeans, blauem Hemd, dunkle Jacke, schwarzen spitzen Lederschuhen und roch auffällig nach Parfüm

Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 61, Tel. 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Präventionshinweis:
Die Münchner Polizei rät dazu insbesondere bei Haustürgeschäften grundsätzlich misstrauisch zu sein. Übergeben Sie keine Wertgegenstände ohne unmittelbare angemessene Gegenleistung und verlassen Sie sich nicht auf mündliche Abmachungen oder Zusagen. Im Verdachtsfall verständigen Sie gleich den Polizeinotruf unter der 110.


 

171.     Raubdelikt – Altstadt

Am Mittwoch, 29.01.2025, gegen 00:45 Uhr, meldete ein Sicherheitsdienstmitarbeiter, dass im Sperrengeschoss des S-Bahnhofes Karlsplatz/Stachus zwei Männer einen anderen Mann tätlich angriffen.

Nur wenige Minuten später trafen über zehn Streifen der Münchner Polizei an der Einsatzörtlichkeit ein. Vor Ort konnten ein 27- und ein 30-Jähriger, beide mit somalischer Staatsangehörigkeit und ohne festen Wohnsitz in Deutschland, festgestellt werden. Beide schlugen hierbei gemeinsam auf einen 42-Jährigen mit bulgarischer Staatsangehörigkeit und ohne festen Wohnsitz in Deutschland ein.

Bei dieser körperlichen Auseinandersetzung wurde vom 42-Jährigen unter anderem ein Tierabwehrspray eingesetzt. 

Aufgrund der wechselseitigen Körperverletzungen wurden alle drei Männer vorläufig festgenommen. Im weiteren Verlauf der Ermittlungen stellte sich heraus, dass der 27- und der 30-Jährige versucht hatten, dem 42-Jährigen eine Geldbörse zu entwenden. Als dieser sich dagegen wehrte, begannen der 27- und der 30-Jährige den 42-Jährigen zu schlagen und zu treten.

Bei der körperlichen Auseinandersetzung erlitt der 42-Jährige Verletzungen und musste in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden. Der 27- und der 30-Jährige wurden ebenfalls verletzt, mussten aber nicht behandelt werden.

Alle Beteiligten wurden der Haftanstalt des Polizeipräsidiums München überstellt. Ein Ermittlungsrichter erließ am darauffolgenden Tag Haftbefehl für den 27- und den 30-Jährigen. Der 42-Jährige wurde wieder entlassen.

Das Kommissariat 21 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.


 

172.     Verkehrsunfall unter Alkoholeinfluss – Aubing

Am Mittwoch, 29.01.2025, gegen 14:50 Uhr, befuhr ein 71-Jähriger mit Wohnsitz im Lankreis Fürstenfeldbruck mit einem Seat Pkw die Berglwiesenstraße in Richtung Autobahn A99. Zwischen Purpurweidenweg und Im Stocket kam der 71-Jährige nach rechts von der Fahrbahn ab und stieß gegen einen Lichtmast. Anschließend überschlug sich das Fahrzeug und blieb auf dem Dach liegen.

Der 71-Jährige erlitt dabei leichte Verletzungen und musste von einem hinzugerufenen Rettungsdienst versorgt werden. Das Fahrzeug und der Lichtmast wurden stark beschädigt.

Im Rahmen der Unfallaufnahmen ergaben sich Hinweise, dass der 71-Jährige zum Unfallzeitpunkt unter Alkoholeinfluss stand, weshalb eine Blutentnahme durchgeführt wurde. Zudem wurde der Führerschein sichergestellt. Die Berglwiesenstraße war durch den Unfall zeitweise komplett blockiert. Der 71-Jährige wurde wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt.

Die weitere Sachbearbeitung übernimmt die Verkehrspolizei München.


 

173.     Verkehrsunfall zwischen Pkw und Fußgänger; eine Person schwer verletzt – Neuperlach

Am Mittwoch, 29.01.2025, gegen 13:50 Uhr, befuhr ein 28-Jähriger mit Wohnsitz in München den Karl-Marx-Ring mit einem BMW Pkw. An der Kreuzung zur Heinrich-Wieland-Straße bog der 28-Jährige bei Grünlicht nach links ab. Zeitgleich wollte ein 14-Jähriger mit Wohnsitz in München bei Grünlicht die Heinrich-Wieland-Straße in Richtung Karl-Marx-Ring an der dortigen Fußgängerfurt überqueren.

Dabei kam es zum Zusammenstoß.  Hierdurch wurde der 14-Jährige schwer verletzt und musste mit einem hinzugerufenen Rettungsdienst in ein Münchner Krankenhaus gebracht werden. Der 28-Jährige setzte nach dem Unfall zunächst seine Fahrt fort und entfernte sich unerlaubt vom Unfallort. Kurze Zeit später kehrte er jedoch zur Unfallörtlichkeit zurück und gab sich als verantwortlicher Fahrzeugführer zu erkennen.

An dem Fahrzeug entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 1000 €. Die Heinrich-Wieland-Straße musste für die Unfallaufnahme in südlicher Fahrtrichtung für ca. 1,5 Stunden gesperrt werden. Der Verkehr musste vor Ort abgeleitet werden. Es kam zu Verkehrsbehinderungen in diesem Bereich. Der 28-Jährige wurde wegen unerlaubtem Entfernen vom Unfallort angezeigt.

Die weiteren Ermittlungen führt die Münchner Verkehrspolizei.

Zeugenaufruf:
Personen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen können, werden gebeten, sich mit dem Unfallkommando, Tegernseer Landstr. 210, 81549 München, Tel.: (089) 6216-3322, in Verbindung zu setzen.


 

174.     Brandfall – Trudering

Am Mittwoch, 29.01.2025, gegen 18:25 Uhr, kam es während dort stattfindender Arbeiten zu einem Brand in einem Werkstattgebäude in Trudering.

Die Berufsfeuerwehr München konnte den Brand löschen. Für die Dauer der Löscharbeiten musste die angrenzende Gleisanlage vorübergehend gesperrt werden. Personen wurden nicht verletzt. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von ca. 150.000 Euro.

Das Kommissariat 13 hat die weiteren Ermittlungen zur Brandursache übernommen.