Festnahme nach betrügerischen Anrufen in Wolfratshausen - Tatverdächtiger in Haft
WOLFRATSHAUSEN, LANDKREIS BAD TÖLZ-WOLFRATSHAUSEN. Am Nachmittag des 6. November 2024 kam es im südlichen Oberbayern vermehrt zu sogenannten „Schockanrufen“. Ein 80-Jähriger aus Wolfratshausen bemerkte die Betrugsmasche und verständigte umgehend die Polizei. Der Abholer, welcher kurze Zeit darauf festgenommen werden konnte, sitzt nun in Untersuchungshaft. Die Kriminalpolizei übernahm die Ermittlungen und warnt weiter eindringlich vor dieser Betrugsmasche.
Am gestrigen Mittwoch (6. November 2024) kam es im südlichen Oberbayern vermehrt zu betrügerischen Anrufen. In Wolfratshausen wurde am Nachmittag ein 80-jähriger Mann telefonisch durch einen unbekannten Anrufer kontaktiert. Dieser gab sich als Polizeibeamter aus und täuschte die Festnahme eines Angehörigen des vermeintlichen Opfers vor, welcher angeblich einen Verkehrsunfall verursacht hätte. Für die Freilassung des Angehörigen forderte der Anrufer eine Kaution im mittleren fünfstelligen Euro-Bereich. Der Senior ließ sich jedoch nicht von dem Betrüger am Telefon täuschen und wählte umgehend den Polizeinotruf. Durch die Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben (KPI(Z)), der Polizeiinspektion Wolfratshausen und der Grenzpolizeiinspektion Murnau erfolgten umgehend polizeiliche Maßnahmen. In Kooperation mit dem 80-Jährigen konnte so im weiteren Verlauf ein 29-jähriger Abholer kurze Zeit später festgenommen werden.
Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall hat die für organisierte Betrugsdelikte zuständige KPI(Z) des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, unter Sachleitung der zuständigen Staatsanwaltschaft, übernommen.
Auf Antrag der sachleitenden Staatsanwaltschaft München II wurde der dringend Tatverdächtige im Laufe des 7. November 2024 dem zuständigen Ermittlungsrichter zur Klärung der Haftfrage vorgeführt. Nach Erlass eines Untersuchungshaftbefehls wurde der 29-Jährige in eine Justizvollzugsanstalt überstellt.
Die Polizei warnt weiterhin eindringlich vor dieser Betrugsmasche und gibt Verhaltenstipps, wie man sich davor schützen kann:
- Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, auch nicht durch angeblich dringende Ermittlungen, z. B. zu einem Einbruch in der Nähe oder einer Kaution, die unbedingt zu bezahlen ist!
- Die Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen! Legen Sie einfach auf!
- Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über ihr Hab und Gut, Ihr Bargeld und Ihre Wertgegenstände! Legen Sie einfach auf!
- Lassen Sie niemanden in die Wohnung, der sehen will, wo Sie Geld oder Schmuck aufbewahren!
- Rufen Sie nie über die am Telefon angezeigte Nummer zurück! Drücken Sie KEINE Wahlwiederholung. Legen Sie auf und wählen Sie dann den Notruf 110!
- Erstatten Sie immer, auch im Versuchsfall, Anzeige bei Ihrer Polizeiinspektion!
- Insbesondere die Jüngeren werden ausdrücklich gebeten: sprechen Sie offen über die perfiden Maschen der Telefonbetrüger und sensibilisieren Sie so Ihre nahestehenden Verwandten und Bekannten, die Opfer solcher hinterhältigen Anrufe werden könnten!
Ansprechpartner
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