05.11.2024, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Erfolgreicher Schockanruf führt zu hohem Vermögensschaden | Zeugen gesucht!

LANDKREIS OSTALLGÄU. Letzte Woche wurde ein 87-Jähriger Opfer eines Schockanrufs. Betrüger brachten den Mann um einen fünfstelligen Geldbetrag, der in Marktoberdorf auf dem Parkplatz des Landratsamtes Ostallgäu übergeben wurde. Die Polizei sucht Zeugen und hat Tipps, wie Sie sich vor der Betrugsmasche schützen können.

Was war passiert?

Am Mittwoch, den 30.10.2024, erhielt ein 87-jähriger Mann gegen 09:30 Uhr einen Anruf einer unbekannten Betrügerin, die sich als Polizeibeamtin aus Augsburg ausgab. Dem Geschädigten wurde vorgegaukelt, dass seine Tochter in Augsburg angeblich einen Unfall verursacht hätte, bei welchem sie einer anderen Verkehrsteilnehmerin die Vorfahrt genommen hätte. Aufgrund der Unfallfolgen sei die Fahrzeugführerin des anderen Pkws ums Leben und deren Tochter schwer verletzt ins Krankenhaus gekommen. Nach einem Entscheid der Staatsanwaltschaft Augsburg würde die Tochter des Geschädigten nun in Untersuchungshaft kommen, welche gegen eine fünfstellige Kaution abgewendet werden könnte.

Zeugen gesucht!  

Der Geschädigte fuhr deshalb um etwa 11:30 Uhr auf den Parkplatz des Landratsamtes Ostallgäu in Marktoberdorf, um einem unbekannten Geldabholer einen mittleren fünfstelligen Geldbetrag zu bringen. Der Unbekannte nahm zuvor, wie besprochen, das Kuvert mit dem Geldbetrag wortlos aus dem Pkw des 87-Jährigen und entfernte sich in unbekannte Richtung. Der Unbekannte war etwa 45 Jahre alt, 175 cm groß, hatte eine normale Statur, mittelblonde Haare und trug eine längere olivfarbene Jacke.

Wer hat im Zeitraum von 11:15 bis 11:30 Uhr auf dem Parkplatz verdächtige Wahrnehmungen gemacht? Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder die KPI Kempten unter 0831 9909-0 entgegen.

Wie oft sind die Ostallgäuer/-innen von Schockanrufen betroffen?

Im Jahr 2023 erstatteten über 50 Personen, die Opfer von Schockanrufen im Ostallgäu wurden, Anzeige bei der Polizei. Die Betrüger blieben im Vorjahr jedoch erfolglos und es kam zu keinem Beuteschaden.

Dieses Jahr kam es bereits zu über 90 Anzeigen durch Ostallgäuerinnen und Ostallgäuer, die einen Schockanruf erhalten hatten. Zwei Fälle waren dabei erfolgreich und die Täter machten insgesamt Beute im hohen fünfstelligen Bereich.

Im gesamten Polizeipräsidium Schwaben Süd/West kam es 2023 zu etwa 20 erfolgreichen Schockanrufen mit einem Vermögensschaden von fast 900.000 Euro. Im Jahr 2024 ereigneten sich bis dato über 30 erfolgreiche Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 1.700.000 Euro.

Der Schockanruf bleibt damit mehr als aktuell und die Betrüger bringen mit der Masche vor allem Seniorinnen und Senioren oftmals um hohe Geldsummen.

So können Sie sich schützen!

  • Die Polizei wird Sie niemals um eine Kaution für einen Angehörigen fragen. Bei solchen Forderungen legen Sie sofort auf!
  • Kontaktieren Sie den Angehörigen selbst, der vermeintlich in einen Verkehrsunfall verwickelt ist!
  • Legen Sie in jedem Fall auf und wählen Sie im Zweifel die 110 oder die Nummer Ihrer örtlichen Polizei!
  • Übergeben Sie kein Geld an Unbekannte!
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!
Und: Informieren Sie Verwandte, Bekannte und Nachbarn über diese Betrugsmasche!

(KPI Kempten)

 

Medienkontakt:
Pressestelle beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, D-87439 Kempten (Allgäu),
Rufnummer (+49) 0831 9909-0 (-1012/ -1013).