Medieninformation der Polizei München vom 05.07.2024
1038. Pressekonferenz zum Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte 2023“ im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München
1039. Raubdelikt – Milbertshofen
1040. Verkehrsunfall zwischen Bus und E-Scooter; eine Person verletzt – Giesing
1038. Pressekonferenz zum Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte 2023“ im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München
Am Freitag, 05.07.2024, 11:30 Uhr, wurde im Medienzentrum des Polizeipräsidiums Münchens eine Pressekonferenz zum Lagebild „Gewalt gegen Polizeibeamte 2023“ durchgeführt. Gegenstand dieses Lagebilds sind alle Straftaten, bei denen Polizeibeamtinnen und -beamte in Ausübung ihres Dienstes oder im Zusammenhang damit Opfer physischer oder psychischer Gewalt werden.
Polizeipräsident Thomas Hampel stellte hierbei die Zahlen des Jahres 2023 vor. Im vergangenen Jahr wurden mit insgesamt 1.449 Fällen 61 Fälle von Gewalt gegen Polizeibeamte weniger als im Vorjahr erfasst, was einem Rückgang von 4,0 % entspricht. Demgegenüber steht jedoch ein Anstieg der Fälle im 10-Jahres-Vergleich von + 20,4%.
Die insgesamt 1.449 Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und -beamte setzen sich schwerpunktmäßig wie folgt zusammen:
489 Tätliche Angriffe (2022: 513 Fälle)
- 4,7 %
332 Widerstände gegen Polizeivollzugsbeamte (2022: 374 Fälle)
- 11,2 %
443 Beleidigungen (2022: 455 Fälle)
- 2,6 %
38 Bedrohungen (2022: 43 Fälle)
-11,6 %
Ein Großteil dieser Straftaten richtet sich direkt gegen die körperliche Unversehrtheit. Die Zahl der Delikte, die mit körperlicher Gewalt verbunden sind, belaufen sich auf 949 Fälle, was im 10-Jahres-Vergleich einem Anstieg um 38,3 % bedeutet.
Hierbei wurden in 12 Fällen Hieb- und Stoßwaffen mitgeführt, bzw. eingesetzt. In 3 der Fälle handelte es sich um Messerangriffe. In 2 Fällen wurden Polizeibeamtinnen und -beamte mit einer Schusswaffe angegriffen oder bedroht.
Insgesamt beläuft sich die Anzahl der Tatverdächtigen auf 1.264 (2022: 1.327). Über diese lässt sich folgendes berichten:
über 83 % männlich
51,0 % alkoholisiert (allgemeine Gewaltkriminalität ohne Gewalt gegen Polizeibeamtinnen und -beamte: ~ 28 %)
84,1 % bereits polizeibekannt
Hierzu machte Polizeipräsident Thomas Hampel klar: „Wer die Polizei angreift, muss mit erheblichen strafrechtlichen Konsequenzen rechnen!“
Durch die Gewaltdelikte wurden 568 Polizeibeamtinnen und -beamte verletzt (2022: 610). Dies bedeutet, dass statistisch jede/-r zehnte Münchner Polizistin bzw. Polizist durch Gewalt von Straftätern verletzt wurde.
Polizeipräsident Thomas Hampel bedankte sich in diesem Zusammenhang besonders für die großzügige und unbürokratische Unterstützung verletzter Polizistinnen und -polizisten durch die Bayerische Polizeistiftung. Im Jahr 2023 wurden in 30 Fällen Zuwendungen in Höhe von ca. 50.000 EUR an Geschädigte ausgezahlt.
Um die Einsatzkräfte bestmöglich vor Angriffen zu schützen, arbeitet die Münchner Polizei umfangreich im präventiven Bereich. Neben intensiver Aus- und Fortbildung, moderner Schutzausstattung, neuer Dienstwaffe, Body-Cam und Distanz-Elektroimpulsgerät (DEIG), liegt ein Schwerpunkt auf moderner Einsatzsteuerung.
Bereits zu Beginn der etwa 1.000 Einsätze, die das Polizeipräsidium München täglich zu absolvieren hat, werden umfangreich Informationen eingeholt, um mögliche Gefahreneinschätzungen durchführen zu können. Der interne Informationsaustausch durch dienstliche Smartphones, GPS-Ortung von Digitalfunkgeräten und Streifenfahrzeugen und lageorientierte Disposition von Einsatz- und Spezialkräften, erlaubt mehr denn je, ein schnelles Handeln und wenn erforderlich die Beruhigung von Einsatzlagen durch eine Vielzahl von Einsatzkräften vor Ort.
Im Anschluss daran erklärte der neue Leiter des Zentralen Psychologischen Dienstes der Bayerischen Polizei (ZPD), Regierungsdirektor Markus Hoga, der neue, präventive Konzepte und auch die psychosoziale Versorgung von Polizeiangehörigen nach belastenden Einsätzen.
Beim ZPD sind derzeit 51 Personen beschäftigt, darunter 11 Psychologinnen und Psychologen, sowie 35 speziell fortgebildete Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamte.
Diese leiten Verhaltenstrainings für Polizeiangehörige und führen Dienstunterrichte und Kommunikationstrainings durch. Darüber hinaus gewährleisten sie eine psychologische und sozialpädagogische Beratung und eine Erreichbarkeit rund um die Uhr zur Einsatzberatung und Krisenintervention.
Außerdem führen sie Gruppen- und Nachsorgeveranstaltungen nach belastenden Ereignissen, sowie Begleitung und Beratung von Führungskräften durch und vermitteln therapeutische Behandlungen.
Abschließend berichtete Polizeihauptmeister Matthias R., welcher Angehöriger des Münchner Unterstützungskommandos (USK) ist, aus seiner Sicht über einen herausragenden Fall (siehe Sicherheitsreport 2023, Seite 104).
Wie bereits in unserer Medieninformation am 22.02.2023, Nr. 322. berichtet, befanden sich Polizeibeamte bei einer Tankstelle in der Chiemgau Straße, wo sie vom Pächter auf eine beschädigte Glasscheibe aufmerksam gemacht wurden.
Während sich die Polizeibeamten und der Pächter vor der Scheibe befanden, wurden sie mit Stahlkugeln beschossen, wobei niemand verletzt wurde. Einige Zeit später konnte ein 52-Jähriger mit Wohnsitz in München im Umfeld festgestellt werden, der die Beamten mit reichsbürgertypischen Parolen ansprach. Da er offen ein Messer mitführte und dieses auf Ansprache nicht ablegte, wurde er von den Einsatzkräften zu Boden dirigiert. Er wurde wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung u.a. angezeigt.
Inzwischen wurde er rechtskräftig zu einer Freiheitsstrafe von 1 Jahr und 2 Monaten auf Bewährung verurteilt.
Der Fall zeigt eindrucksvoll, wie schnell aus vermeintlich alltägliche Routineeinsätzen Situationen entstehen können, aus denen möglicherweise schwere gesundheitliche Folgen entstehen können.
Polizeipräsident Thomas Hampel betont: „Unsere Polizistinnen und Polizisten stehen für unsere freiheitlich demokratische Grundordnung ein. Ein Angriff auf sie, ist ein Angriff auf uns alle und unsere Demokratie.“
1039. Raubdelikt – Milbertshofen
Am Donnerstag, 04.07.2024, gegen 12:45 Uhr, wurde ein 63-Jähriger mit Wohnsitz in München, in einer Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses in der Knorrstraße von vier bislang unbekannten Männern mit Schlaggegenständen angegriffen und niedergeschlagen. Außerdem wurde der 63-Jährige von einem der Täter mit einem waffenähnlichen Gegenstand bedroht.
Unter Mitnahme eines Schlüsselbundes des 63-Jährigen flüchteten die vier Täter nach derzeitigem Erkenntnisstand mit zwei Fahrzeugen vom Tatort in unbekannte Richtung.
Der 63-Jährige wurde bei dem Angriff schwer verletzt und musste vom Rettungsdienst zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden.
Die Polizei wurde durch Anwohner informiert, nachdem diese auf das Geschehen aufmerksam wurden. Sofort eingeleitete umfangreiche Fahndungsmaßnahmen erbrachten bislang keine Hinweise auf die Täter.
Das Kommissariat 21 (Raubdelikte) hat die weiteren Ermittlungen übernommen.
Die Täter wurden wie folgt beschrieben:
Täter 1:
Männlich, ca. 20 Jahre alt, ca. 180 cm groß, südländische Erscheinung, Kinn- und Schnauzbart, Flügeltattoo am Nacken; bekleidet mit schwarzer langer Hose, schwarzer Jacke mit gelber „13“ am Kragen
Täter 2:
Männlich, ca. 20 Jahre, ca. 185 cm groß, dunkle Hautfarbe, zum Zopf geflochtene Haare; bekleidet mit Baggyjeans, schwarzes Longsleeve
Täter 3 und 4:
Hier konnte keine Beschreibung gemacht werden.
Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Tiefgarage Knorrstraße und Frauenstädtstraße (Milbertshofen) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?
Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089 2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.
1040. Verkehrsunfall zwischen Bus und E-Scooter; eine Person verletzt – Giesing
Am Donnerstag, 04.07.2024, gegen 05:20 Uhr, fuhr ein 39-Jähriger mit Wohnsitz in München mit einem Linienbus auf der Tegernseer Landstraße stadteinwärts. Beim Abbiegen nach rechts in die Wirtstraße übersah er, nach jetzigem Ermittlungsstand, eine rechts neben ihm auf dem dort befindlichen Radweg fahrende 25-Jährige mit Wohnsitz in München mit ihrem E-Scooter. Die 25-Jährige wollte die Wirtstraße geradeaus überqueren.
Durch den Zusammenstoß stürzte die 25-Jährige auf die Fahrbahn und wurde anschließend durch den Bus überrollt. Dadurch wurde die 25-Jährige schwer verletzt und musste vom Rettungsdienst in ein Krankenhaus gebracht werden.
Durch den Unfall wurde der Bus minimal, der E-Scooter jedoch schwer beschädigt. Der Gesamtschaden beläuft sich auf einige Hundert Euro.
Im Rahmen der Unfallaufnahme kam es nur kurzzeitig zu geringen Verkehrsbeeinträchtigungen.
Die Münchner Verkehrspolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.