06.06.2024, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

Anrufbetrüger geben sich als Mitarbeiter eines Softwareunternehmens aus

PP SCHWABEN SÜD/WEST. Anrufbetrüger brachten eine 64-Jährige um einen mittleren dreistelligen und einen 61-Jährigen um einen niedrigen vierstelligen Geldbetrag. Die Anrufer gaben sich jeweils als vermeintliche Mitarbeiter eines namhaften Softwareunternehmens aus. Die Polizei warnt vor betrügerischen Anrufen und der bekannten Masche.

 

Die aktuellen Fälle im Bereich des PP Schwaben Süd/West

 

Die PI Sonthofen ermittelt:

SONTHOFEN. Eine 64-jährige Frau erhielt einen Anruf eines vermeintlichen Mitarbeiters eines Softwareunternehmens. Der Anrufer erklärte der Frau, dass es im Zusammenhang mit ihrem PC-System zu einer unrechtmäßigen Abbuchung einer Geldsumme kam. Um den Betrag zurückzuerstatten, müsse sie einige Bestätigungen an ihrem PC unter Anleitung des Anrufers durchführen. Die von dem betrügerischen Anruf überrumpelte Geschädigte führte letztlich die geforderten Bestätigungen am PC aus. Dadurch konnte der unbekannte Täter Zugriff auf einen Online-Bezahldienst erlangen, bei dem die Geschädigte registriert war. Von dort buchte er dann einen mittleren dreistelligen Geldbetrag. Weitere Transaktionen wurden nur dadurch verhindert, weil das abbuchbare Tageslimit der 64-Jährigen ausgeschöpft war. Die polizeilichen Ermittlungen in diesem Fall dauern noch an.

 

Die PI Bad Wörishofen ermittelt:

TUSSENHAUSEN. Anfang der Woche erstattete ein 61-jähriger Mann Anzeige bei der Polizeiinspektion Bad Wörishofen, weil ihm ein hoher finanzieller Schaden entstanden sei. Beim Surfen im Internet wäre er auf ein sogenanntes Pop-Up gestoßen, welches für ihn als authentische PC-Warnmeldung wirkte und vor Gefahren im Internet warnte. Als er die vermeintliche Service-Hotline anrief, konnte ihn ein Unbekannter davon überzeugen, dass er ein Mitarbeiter des Softwareunternehmers wäre. Im Verlauf der Unterhaltung wirkte der Unbekannte darauf hin, dass ein Programm zum Fremdzugriff auf dem Computer des 61-Jährigen installiert wurde. Sukzessive wurden so mit den rechtswidrig erlangten Daten Konten eröffnet, Überweisungen getätigt und die Daten des Mannes missbraucht. Schließlich wurde er angewiesen, Guthabenkarten an Tankstellen zu erwerben und dem Täter die freigekratzten Codes zu übermitteln. Insgesamt entstand so ein finanzieller Schaden im niedrigen vierstelligen Bereich. Zudem wird der Anzeigeerstatter womöglich damit konfrontiert sein, dass sich seine Daten nun im Umlauf befinden und erfahrungsgemäß für anderweitige Betrugsmaschen missbraucht werden können.

 

So agieren die Betrüger

Professionellen Betrügern gelingt es immer wieder, Menschen um große Geldbeträge zu bringen. Dabei können die Opfer der Betrüger Menschen aller Altersgruppen sein.

Auf dem PC der Geschädigten erscheinen in der Regel Warnhinweise eines Softwareunternehmens, welche die Geschädigten auf einen Virusbefall oder einen Hackerangriff hinweisen. Diese Meldungen enthalten eine angebliche Hotline-Rufnummer über die sich die Geschädigten zur Problemlösung melden sollen. Hinter der Nummer steht jedoch nicht das angegebene Software-Unternehmen, sondern professionelle Betrüger.

Es kann auch sein, dass Geschädigte den Telefonanruf des vermeintlichen Mitarbeiters eines Softwareunternehmens erhalten. Die Betrüger weisen ihre Opfer dann an, ihren PC zu entsperren.

Die Betrüger fordern ihre Opfer in beiden Fällen im weiteren Gespräch entweder dazu auf, einen Fernzugriff auf ihren PC zu gewähren, oder persönliche Daten und Kontoinformationen preiszugeben. In der Folge tätigen die Betrüger Überweisungen von den Konten der Geschädigten, oder sie fordern Geschädigte auf, Codes von Bezahlkarten zu übermitteln.

Hierdurch entstehen den Geschädigten oftmals nicht unerhebliche Vermögensschäden.

 

So können Sie sich schützen

  • Seriöse Unternehmen nehmen nicht unaufgefordert Kontakt zu Ihnen auf. Sollte sich ein angeblicher Mitarbeiter melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie den Hörer auf.
  • Rufen Sie keine angezeigten Service-Rufnummern bei einem angeblichen Virusbefall an.
  • Geben Sie auf keinen Fall private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten an Dritte heraus.
  • Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

 

So reagieren Sie als Betroffene

  • Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet. Ändern Sie über einen zweiten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.
  • Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen.
  • Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.
  • Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.
  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen!

 

Und ganz wichtig:

Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über diese Masche! (PP Schwaben Süd/West)

 

Medienkontakt:
Pressestelle beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, D-87439 Kempten (Allgäu), Rufnummer (+49) 0831 9909-0 (-1012/ -1013).