Am 02. Juli 1973 fand ein Arbeiter die Leiche der 12-jährigen Marion Baier auf einer der Flächen des damaligen Neubaugebiets an der Hainbergstraße in Oberasbach (Lkrs. Fürth). Das Mädchen war erschlagen worden. Aufgrund des teilweise entkleideten Leichnams gingen die Ermittler bereits damals davon aus, dass Marion Baier einem Sexualstraftäter zum Opfer gefallen war.
Die Polizei konnte im Rahmen der Ermittlungen rekonstruieren, dass sich Marion Baier am Sonntagabend (01. Juli 1973) auf dem Fischerfest im benachbarten Zirndorf aufgehalten hatte. Dort war sie zuletzt gegen 20:00 Uhr von einer Schulfreundin gesehen worden.
Im Dezember 1974 veröffentlichte das ZDF in der Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" einen Beitrag zum Mordfall Marion Baier. Während der damaligen Ermittlungen standen vor allem folgende Beweismittel im Fokus der Polizei:
- Ein Silbermedaillon mit dem Abbild des Hl. Christophorus (Schutzpatron der Reisenden und Autofahrer), das Polizeibeamte am Tatort in der Nähe der Leiche fanden und das offensichtlich dem Täter zuzuordnen ist.
- Schuheindrücke am Tatort, die mutmaßlich der Täter gesetzt hatte. Das erkennbare Sohlenprofil in der Größe 43 gehörte nach polizeilichen Erkenntnissen zu Turnschuhen der Marke Adidas und fand bei den damaligen Modellen "Olympia" (Typ 3010), "Italia" (Typ 302), "Gazelle blau" (Typ 3100) oder "Allround" (Typ 3070) Verwendung.
Die Sendung thematisierte außerdem zwei Fahrzeuge, die Zeugen im relevanten Zeitraum in der Hainbergstraße aufgefallen waren. Darüber hinaus bat die Polizei im Rahmen der Ausstrahlung um Hinweise zu einem jungen Mann, mit dem sich Marion Baier nach Angaben einer Schulfreundin in dieser Zeit getroffen haben sollte. Inwieweit diese Wahrnehmungen bzw. Angaben für den Fall relevant sind, ließ sich durch die Polizei bislang nicht zweifelsfrei klären.
Letztlich konnte der Fall bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt werden. Allerdings ist es zwischenzeitlich gelungen, eine DNA-Spur an der Bekleidung von Marion Baier zu sichern. Eine Überprüfung ergab, dass diese DNA auch am Tatort des ebenfalls ungeklärten Mordfalls Sonja Hurler in Kempten gefunden werden konnte. Das damals 13-jährige Mädchen war in der Nacht vom 04. auf den 05. Juli 1981 zunächst verschwunden und etwa drei Monate später tot aufgefunden worden. Auch im Fall Sonja Hurler gehen die Ermittler von einem Sexualmord aus. Die Polizei in Kempten hat im Januar 2026 folgende Pressemeldung veröffentlicht:
https://www.polizei.bayern.de/aktuelles/pressemitteilungen/097073/index.html
Die Kriminalpolizei Fürth hat folgende Fragen an die Bevölkerung:
- Wer kann sich erinnern, Marion Baier am 01.07.1973 auf dem Fischerfest in Zirndorf gesehen zu haben?
- Wer kann sich an Begleitpersonen von Marion Baier erinnern?
- Wer kann grundsätzlich Hinweise auf Personen aus dem Umfeld von Marion Baier geben?
- Wer kennt Personen, die in den 1970er- und 1980er-Jahren sowohl Verbindungen nach Mittelfranken in den Raum Zirndorf sowie nach Kempten im Allgäu hatten?
Die Ermittler beschäftigen sich außerdem mit dem Verbleib der Geldbörse von Marion Baier. Sie soll die Geldbörse in Form eines Tirolerhuts (siehe Vergleichsfoto) in der Tatnacht mit sich geführt haben. Bei dem ermordeten Mädchen konnte die Polizei die Geldbörse jedoch nicht mehr finden. Aus diesem Grund möchten die Ermittler außerdem wissen:
- Wer kann sich an eine Person erinnern, die nach der Tat eine solche Geldbörse unbekannter Herkunft besessen hat?
Für Hinweise, die zur Aufklärung der Tat oder zur Festnahme des Täters führen, hat das Bayerische Landeskriminalamt im Mordfall Marion Baier eine
Belohnung von 10.000 Euro
ausgesetzt.
Es wird darauf hingewiesen, dass über die Zuerkennung und Verteilung der Belohnung unter Ausschluss des Rechtsweges entschieden wird. Zudem ist die Belohnung ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Amtsträger bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung von strafbaren Handlungen gehört.
Hinweise nimmt die mittelfränkische Polizei rund um die Uhr unter der Rufnummer 0911 2112-3333 oder über die E-Mail-Adresse AG Hainberg entgegen.
Erstellt durch: Michael Konrad
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