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13.06.2018, Polizei Bayern


Anfänge der Polizei in Bayern 1945/46 unter amerikanischer Besatzung

Bei Kriegsende im Frühjahr 1945 fanden die amerikanischen Sieger in Bayern nur mehr Reste des ehemals zentralisierten NS-Polizeiapparats vor. Das Kommando übernahmen die örtlichen “Public Safety”-Offiziere der US-Truppen.


Verfügung aus dem Jahr 1945

Die verbliebenen deutschen Schutzpolizisten wurden entwaffnet und meist nach wenigen Tagen wieder auf Streife geschickt. Zum Teil trugen sie weiterhin ihre alten Uniformen, zum Teil waren sie in Zivilkleidung mit Armbinden im Einsatz. In vielen Fällen rekrutierten die Besatzungsoffiziere auch spontan neue Kräfte. Für Sicherheit und Ordnung sorgten außerdem amerikanische Militärpolizisten.

Erst ab Juni 1945 entstanden in Bayern nach amerikanischem Vorbild dauerhaft neue Polizeistrukturen gemäß den vier Prinzipien Dezentralisierung, Demilitarisierung, Denazifizierung und Demokratisierung. Die Polizei wurde wieder Sache der Länder und Kommunen.

Im Februar 1946 erließ die US-Militärregierung genaue Vorschriften für die Polizei, zog sich aber gleichzeitig auf die Kontroll- und Aufsichtsrolle zurück.


Einrichtung von Kommunalpolizeien und Landpolizei


In allen Städten und Gemeinden mit mehr als 5.000 Einwohnern mussten unabhängige Kommunalpolizeien eingerichtet werden, die dem staatlichen Zugriff weitgehend entzogen waren. Für den ländlichen Raum wurde die aus der früheren Gendarmerie hervorgegangene Landpolizei zuständig. Sie war zunächst dezentral auf Regierungsbezirksebene organisiert.
Im April 1946 genehmigte die Militärregierung den Zusammenschluss zur Landpolizei von Bayern unter der Kontrolle des Innenministeriums. Auch eine einheitliche Dienstvorschrift wurde erlassen. Regionale Besonderheiten wie etwa die “Landjägerei” in Franken entfielen damit. Als zweiten staatlichen Polizeiverband mit Einzeldienstaufgaben ließen die Amerikaner ab November 1945 eine Landesgrenzpolizei aufstellen, der anfangs neben der Kontrolle des Grenzverkehrs auch der Zollgrenzschutz oblag. Ab Ende 1945 kam mit dem staatlichen Landeserkennungsamt eine polizeiliche Informationssammelstelle ohne Vollzugsgewalt hinzu, die auch kriminaltechnische Untersuchungen für die Polizei vor Ort durchführte.

Unter dem Eindruck der polizeilichen Verstrickung in den Nationalsozialismus untersagten die Amerikaner dagegen politische Polizeidienststellen, truppenmäßige Polizeiformationen sowie militärische Dienstgrade und Symbole. Die Kriminalpolizei wurde wieder mit der uniformierten Schutzpolizei vereint. Eingeschränkt wurden auch die Aufgaben und Befugnisse der Polizei. Die Polizei sollte sich auf die Sorge für die öffentliche Sicherheit konzentrieren und von den Behörden der inneren Verwaltung unabhängig werden. Personell kam es 1945/46 zunächst zu massiven Umbrüchen, da alle politisch belasteten Polizeibeamten im Zuge der Entnazifizierung entlassen und durch neu eingestellte Kräfte ersetzt werden mussten. Die Zahl der Polizisten wurde von der Besatzungsmacht bewusst niedrig gehalten.


Notkriminalität und Unsicherheit:
Polizeilicher Alltag in der Besatzungszeit


Wie bereits in den letzten Jahren des Zweiten Weltkriegs war im zerstörten Nachkriegsbayern die Notkriminalität allgegenwärtig. Soziale Entwurzelung, Hunger und materielle Not begünstigten die verschiedensten Formen von Eigentumsdelikten. Neben dem Diebstahl von Lebensmitteln, Brennstoffen und Gebrauchsgegenständen bestimmten Verstöße gegen die staatlich verordnete Mangelbewirtschaftung den Lebensalltag der Menschen.
Weite Kreise der Bevölkerung wurden so zu “Tätern”, das Unrechtsbewusstsein sank. Während die Polizei in den Städten meist wenig erfolgreich versuchte, die massenhaften Schwarzmarktaktivitäten mit Razzien zu bekämpfen, standen die Landpolizisten vor allem Felddieben, Schmugglern, Kleinhamsterern und schwarz schlachtenden Bauern gegenüber.
Durchsetzungskraft und Akzeptanz der Polizei blieben allgemein gering. In manchen Fällen waren Polizeibeamte selbst in illegale Aktionen verwickelt. Erst nach der Währungsreform 1948 gingen die Schwarzmarktdelikte deutlich zurück.

Die ebenfalls weit verbreitete Jugendkriminalität wurde als “Verwahrlosung” gedeutet und mit drastischen Mitteln bekämpft. Scharf ging die Polizei auch gegen vermeintlich geschlechtskranke Frauen vor, die durch sozial auffälliges Verhalten schnell in Prostitutionsverdacht gerieten. Probleme hatten die Polizisten ferner mit ausländischen bzw. jüdischen “Displaced Persons” (DPs), die in der Mehrzahl während des Krieges als Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge nach Deutschland verschleppt worden waren. In den ersten Nachkriegsmonaten gab es zwar vielfach Übergriffe auf Deutsche, als notorisch kriminell erschienen die DPs aber nur in der öffentlichen Wahrnehmung, waren sie doch dem Zugriff der deutschen Polizei weitgehend entzogen. Zu Konflikten kam es meist dann, wenn sich Ausländer der Polizei widersetzten.

Aus polizeilicher Sicht gelten die frühen Nachkriegsjahre als Zeit großer Unsicherheit. Schlecht ausgerüstet, mangelhaft ausgebildet und gering bezahlt hatten die neu aufgebauten Polizeikräfte anfangs einen schweren Stand. Sie waren häufig überfordert und besaßen wenig Autorität.

In manchen Situationen erinnerten die praktizierten Methoden deshalb an die Zeit vor 1945 bzw. vor 1933. 28 bayerische Polizeibeamte verloren allein bis 1949 gewaltsam ihr Leben. Nicht zu vergessen ist dabei, dass damals auch zahlreiche Zivilpersonen im Rahmen polizeilicher Einsätze getötet wurden.




 

 

 

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