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15.03.2021, PP Niederbayern


Achtung vor Romance-Scam – Fälle in Niederbayern

NIEDERBAYERN. Zuletzt wurden bei der Polizei in Niederbayern vermehrt Fälle von sogenanntem Romance-Scam bekannt. Versprochen wird die große Liebe, doch hinter den virtuellen Bekanntschaften stecken oftmals Betrüger.


Beim Romance-Scam bauen Betrüger in Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken eine Beziehung zu ihren Opfern auf. Wenn eine entsprechende Vertrauensbasis vorhanden ist, folgt oftmals eine Bitte nach Geld. Die Gründe dafür können variieren. Eine 78-jährige Frau aus dem Landkreis Passau sollte zuletzt einen vierstelligen Betrag auf ein türkisches Konto überweisen, damit der angebliche Arzt der Vereinten Nationen aus der Türkei nach Deutschland reisen könne. Die Tochter der 78-Jährigen wurde schließlich von der Hausbank über die verdächtigen Kontobewegungen informiert und setzte sich in der Folge dann mit der Polizei in Verbindung.


Romance- oder Love-Scammer erkennen

  • An der Kontaktaufnahme: Über Netzwerke oder Dating-Seiten kommen Scammer an Mailadressen. Eine knappe Mail in englischer Sprache mit einer Einladung zum Chat dient als Lockmittel. Da die Betrüger oft mit deutschen Mailadressen arbeiten, ist selten ersichtlich, dass sich hinter den netten Zeilen ein Scammer verbirgt.
  • An der Sprache: Die Betrüger kommunizieren meistens in gutem Englisch. Insider gehen davon aus, dass rund 95 Prozent der englisch sprechenden Kontakte auf deutschen Dating-Seiten Romance- oder Love-Scammer sind. Allerdings gibt es auch viele, die perfekt Deutsch sprechen.
  • An den Bildern: Frauen locken ihre Opfer bevorzugt mit schönen Fotos, auf denen sie oft leicht bekleidet zu sehen sind, während Männer häufig Fotos von uniformierten Männern nutzen. Sie geben sich gerne als Ärzte oder Soldaten aus.
  • Am Inhalt der Mails: Scammer überhäufen ihre Opfer schon nach dem ersten Kontakt mit ellenlangen Briefen voller schwülstiger Liebesschwüre. An den überbordenden Liebeserklärungen und Liebesbekundungen sind sie leicht zu erkennen.
  • An Verbindungen nach Westafrika/Russland/Südostasien: Ob Geschäftsreise, Militäreinsatz oder familiäre Probleme, es gibt vielfältige Gründe für eine Verbindung nach Nigeria, Ghana usw. Frauen hingegen leben oft in osteuropäischen / südostasiatischen / südamerikanischen Ländern.
  • An Bitten um Geld / Visum / Päckchen- oder Briefversand / gemeinsames Konto: Es gibt viele Gründe, das Opfer um Geld zu bitten. Weigert es sich, Geld zu schicken, finden Betrüger andere Wege. Gefälschte Schecks, die in Deutschland eingezahlt werden sollen, gehören dazu. Momentan sehr stark ausgeprägt ist der Wunsch nach einer Einladung nach Deutschland. Oft geben die Betrüger vor, ein gemeinsames Konto mit dem Opfer eröffnen zu wollen und bitten um Kopien von Ausweisen. Die Daten werden für Fälschungen von Pässen genutzt.

Für weitere Informationen und umfangreiche Hinweise zum Thema


Medien-Kontakt: Polizeipräsidium Niederbayern, Pressesprecher, Maximilian Bohms, POK, 09421/868-1013
Veröffentlicht am 15.03.2021, 11:55 Uhr


 

 

 

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