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22.02.2019, PP Schwaben Nord


Veröffentlichung der Verkehrsunfallstatistik 2018

AUGSBURG: -
Im Rahmen einer Pressekonferenz veröffentlichte das Polizeipräsidium Schwaben Nord heute (22.02.2019) die Verkehrsstatistikzahlen für das Jahr 2018. Polizeivizepräsident Norbert Zink und Polizeioberrat Ralf Bührle beleuchteten die wesentlichen Fakten und Entwicklungen des Unfallgeschehens im vergangenen Jahr für den gesamten Präsidiumsbereich.


Allgemein:


Die Gesamtzahl der von der nordschwäbischen Polizei registrierten Verkehrsunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr von 26.661 (2017) auf 27.345 (2018) und damit um 2,57 % angestiegen.

Die Zahl der verletzten Personen nahm um 0,14 % von 4.881 (2017) auf 4.888 (2018) nur leicht zu.


Verkehrstote:


Die Zahl der Verkehrstoten konnte im Jahr 2018 erneut auf einen neuen Tiefstwert reduziert werden. Nachdem in den Jahren 2016 und 2017 jeweils 30 Menschen auf den nordschwäbischen Straßen starben, waren im Jahr 2018 nur noch 25 Todesopfer zu beklagen. Dieser Wert stellt somit den niedrigsten Stand seit Statistikbeginn dar.

Im Monatsvergleich ereigneten sich 2018 in den Monaten August (6) und Oktober (5) überdurchschnittlich viele tödliche Verkehrsunfälle. Wie auch bereits im Vorjahr starben im ersten Halbjahr deutlich weniger Verkehrsteilnehmer in Nordschwaben, während die Zahl ab der Jahresmitte spürbar anstieg.

6 Verkehrstote des Jahres 2018 sind der Altersgruppe der sog. „Jungen Fahrern“ zuzuordnen. Damit ist diese Altersgruppe (18 – 24 Jahre) in dieser Statistik deutlich überrepräsentiert. Dagegen ist die Anzahl der getöteten Senioren im Straßenverkehr (ab 65 Jahre) im Jahr 2018 erfreulicherweise deutlich gesunken. Gehörten 2017 noch 15 Verkehrstote dieser Altersgruppe an, so reduzierte sich diese Zahl doch deutlich: 6 Senioren starben 2018 auf den Straßen in Nordschwaben.

5 Verkehrsteilnehmer kamen auf Bundesstraßen, 4 auf Staatsstraßen, 6 auf Kreisstraßen, 1 auf Gemeindestraßen und 1 Verkehrsteilnehmer auf der Autobahn ums Leben. 8 Verkehrsteilnehmer verunglückten im innerstädtischen Bereich tödlich.


Überblick Stadt Augsburg und Landkreise (in Klammern 2017):


Stadt Augsburg:

Verkehrsunfälle insgesamt 11.016 (10.660) + 3,34 %
Verletzte 1.796 (1.817) - 1,16 %
Getötete 4 (7) - 3

Landkreis Augsburg:

Verkehrsunfälle insgesamt 6.395 (6.315) + 1,27 %
Verletzte 1.211 (1.190) + 1,76 %
Getötete 9 (8) + 1

Landkreis AIC-FDB:

Verkehrsunfälle insgesamt 3.942 (3.812) + 3,41 %
Verletzte 762 (715) - 6,57 %
Getötete 4 (3) + 1

Landkreis DLG:

Verkehrsunfälle insgesamt 2.232 (2.188) + 2,01 %
Verletzte 428 (465) - 7,96 %
Getötete 1 (6) - 5

Landkreis DON:

Verkehrsunfälle insgesamt 3.749 (3.686) + 1,71 %
Verletzte 685 (694) - 1,30 %
Getötete 7 (6) + 1

Unfallursache Geschwindigkeit:


Betrachtet man die Hauptunfallursachen auf die Gesamtzahl der Unfälle bezogen, in der auch die Kleinunfälle enthalten sind, so liegt auf Platz 1 der mangelnde Sicherheitsabstand (44%), gefolgt von Fehlern beim Abbiegen/Wenden/Rückwärtsfahren (30%), Vorfahrtsverletzungen (8%) und an vierter Stelle die Geschwindigkeit (7%).

Betrachtet man die tödlichen Verkehrsunfälle, so liegt die Unfallursache Geschwindigkeit mit einem Anteil von 21 % auf Platz 1, gefolgt von Verstößen gegen die Straßenbenutzung/Rechtsfahrgebot sowie Vorfahrtsverletzungen (je 17%).


Unfälle unter Alkoholeinfluss:


Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss stieg 2018 spürbar an und erreichte mit 402 den höchsten Wert der letzten 5 Jahre. Gleichzeitig stieg auch die Anzahl der dabei verletzten Personen von 209 (2017) auf 237 (+ 13,40 %) an, während die Anzahl der dabei tödlich Verunglückten von 4 (2017) auf 3 zurückging. Auch die Anzahl der von der Polizei festgestellten Alkoholfahrten, die nicht zu einem Verkehrsunfall führten, nahmen 2018 um 4,7% auf insgesamt 1500 Fälle (2017: 1433) zu.
Das Polizeipräsidium Schwaben Nord beobachtet diese gefährliche Entwicklung deshalb sehr genau und wird auch vermehrt Alkoholkontrollen durchführen.


Zweiradunfälle:


Im vergangenen Jahr registrierte die Polizei erneut einen Anstieg der Fahrradunfälle um 4,01 %, von 1.447 (2017) auf 1.505 (2018). Daraus resultierte, dass auch die Anzahl der dabei verletzten Personen um 5,38 % von 1.283 (2017) auf 1.352 (2018) angestiegen ist. Erfreulicherweise nahm die Zahl der tödlich verletzten Fahrradfahrer von 8 auf 2 deutlich ab. Beide getötete Radfahrer verursachten dabei den Verkehrsunfall durch eigene Fehler selbst. Bei den Todesopfern handelt es sich in beiden Fällen um Senioren, keiner der beiden Verunglückten trug bei dem Verkehrsunfall einen Fahrradhelm.

Steigende Zahlen sind bei den Unfällen im Bereich des motorisierten Zweiradverkehrs zu vermelden. In diesem Segment ereigneten sich 2018 insgesamt 619 Unfälle, ein leichter Anstieg von 4,03 % gegenüber dem Vorjahr mit 595 Unfällen. Die Zahl der Verletzten stieg um 2,61 %, von 498 (2017) auf 511 (2018) an, die Zahl der Getöteten erhöhte sich um 14,29 %, von 6 (2017) auf 10 (2018).


Verkehrsunfälle auf der Autobahn BAB A8:


Deutliche Steigerungsraten waren im Jahr 2018 in der Verkehrsunfallstatistik der BAB A 8 im Zuständigkeitsbereich des PP Schwaben Nord zu verzeichnen. Mit 984 Unfällen stieg die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle auf dem Teilstück zwischen Adelshausen und Zusmarshausen im Vergleich zum Vorjahr (892) um über 10 Prozentpunkte an. Auch die Zahl der Verletzten stieg deutlich an, von 288 im Jahr 2017 auf 345 im Jahr 2018, also auch hier ein Anstieg um über 19 Prozentpunkte. Mehr als jeder Dritte dieser verletzten Personen verunfallte hierbei mit einer nachgewiesenen Geschwindigkeit von mehr als 130 km/h. Auch wenn auf der BAB A 8 im vergangenen Jahr wie auch im Vorjahr lediglich ein Todesopfer zu beklagen war, befürwortet das PP Schwaben Nord anhand der steigenden Unfallzahlen die aktuellen Planung zur Errichtung einer Verkehrsbeeinflussungsanlage (Schilderbrücken), durch die mit moderner Telematik anlassbezogen Geschwindigkeitsbeschränkungen angeordnet werden können.


Präventionsmaßnahmen:


Polizeivizepräsident Norbert Zink hob insbesondere die Präventionsarbeit der nordschwäbischen Polizei im Bereich der Verkehrssicherheit hervor. So nahmen 2018 insgesamt 8020 Schülerinnen und Schüler an der Ausbildung der Jugendverkehrsschulen zum sicheren Radfahren teil. Sehr erfreulich war hierbei die Fertigstellung der neuen, hochmodernen Jugendverkehrsschule des Landkreises Augsburg in Kutzenhausen. Somit können die Grundschüler im Landkreis noch besser auf die aktuellen Herausforderungen des Straßenverkehrs für Radfahrer vorbereitet werden.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord engagieren sich derzeit 2253 ehrenamtliche Helfer im Schulwegdienst. In diesem Zusammenhang ist es besonders erfreulich, dass auch im Jahr 2018 kein Kind auf dem Schulweg ums Leben kam.

Aufgrund der weiterhin ansteigenden Unfallzahlen der motorisierten Zweiradfahrer, werden diese Verkehrsteilnehmer auch im Jahr 2019 im Fokus der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit stehen. Aus diesem Grund wird zu Beginn der Motorradsaison 2019 auch die neu gegründete Motorradkontrollgruppe des PP Schwaben Nord ihre Arbeit aufnehmen. Mit dieser neuen mobilen Einheit wird das PP Schwaben Nord die Kontrolle von Motorradfahrern verstärken und dabei insbesondere auf Geschwindigkeitsverstöße achten sowie die technische Ausstattung der Motorräder überprüfen. Zusätzlich werden die Beamten der Motorradkontrollgruppe aber auch das Gespräch mit den Motorradfahrern suchen, um dadurch Tipps und Verhaltensempfehlungen weitergeben zu können.


Fazit:


Die Auswertung der Unfallzahlen für das Jahr 2018 für den Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Nord ergab:

  • Alle 19,2 Minuten ereignet sich ein Verkehrsunfall.
  • Alle 1:47 Stunden wird dabei ein Mensch verletzt.
  • Etwa alle 2 Wochen wird dabei ein Mensch getötet.

Polizeivizepräsident Zink zeigte sich zufrieden mit der im Jahr 2018 geleisteten Verkehrssicherheitsarbeit und den damit verbundenen vielseitigen Präventionsmaßnahmen, stellte aber auch klar:


"Mit Blick auf die durchaus erfreulichen Zahlen, insbesondere hinsichtlich der Stagnation bei den Verletzten und dem Rückgang der Verkehrstoten, ist aber dennoch jeder dieser Verkehrsunfälle mit sehr viel Leid für die Betroffenen verbunden.

Speziell im Hinblick auf den motorisierten Zweiradverkehr werden wir unsere Kontrolltätigkeit noch weiter intensivieren und ab Beginn der Motorradsaison schwerpunktmäßig Zweirad- aber auch Alkoholkontrollen durchführen.

Letztlich kann und sollte jeder Verkehrsteilnehmer durch sein eigenes Verhalten zur Sicherheit im Straßenverkehr beitragen: nehmen sie Rücksicht auf andere, insbesondere Schwächere, gehen Sie runter vom Gas, lassen Sie anderen Verkehrsteilnehmern einfach mal den Vortritt und bleiben Sie gelassen.“



 

 

 

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