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10.03.2020, PP Oberpfalz


Bericht zur Sicherheitslage in der Oberpfalz für das Jahr 2019

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Bildunterschrift: Leitender Kriminaldirektor Robert Fuchs, Polizeipräsident Norbert Zink und Polizeivizepräsident Thomas Schöniger stellten den Sicherheitsbericht 2019 vor Foto: Polizeipräsidium Oberpfalz

OBERPFALZ. Die polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2019 zeigt für die Oberpfalz weiterhin erfreulich positive Entwicklungen. Sie wurde am 10.03.2020 durch Polizeipräsident Norbert Zink, Polizeivizepräsident Thomas Schöniger und Leitenden Kriminaldirektor Robert Fuchs bei einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium vorgestellt. Die Anzahl der Gesamtstraftaten erreichte einen historischen Tiefstand was in Kombination mit der höchsten Aufklärungsquote im Langzeitvergleich deutlich macht, dass es sich in der Oberpfalz sicher leben lässt.


Die Beamten im Streifendienst, die Ermittler der Kriminalpolizeien aber auch unsere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie die Angehörigen der Sicherheitswacht sind mit ihrem Engagement die Garanten für diese positive Entwicklung.

In den täglichen Herausforderungen und Aufgaben galt es Verkehrseinsätze, Hilfeleistungen, aber auch Veranstaltungen und Auseinandersetzungen, bis hin zu Überfällen und Tötungsdelikten zu bewältigen.

Dauerthemen wie die Bekämpfung der Internet- oder Rauschgiftkriminalität und Aufgabenstellungen im Zusammenhang mit der Zuwanderung bestimmten zudem das Einsatzaufkommen, das im Jahresüberblick bei 146.309 Einsätzen lag.


Gesamtzahl PKS relevante Straftaten


Im Jahr 2019 konnte der niedrigste Stand der Gesamtstraftaten (ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht) erreicht werden. Mit 1740 weniger registrierten Fällen liegen die Gesamtstraftaten nun bei 43.055, was einen Rückgang um 3,9% darstellt.

Dies stellt den niedrigsten Wert in der Langzeitbetrachtung von zehn Jahren dar.


Aufklärungsquote


Mit 69,7 Prozent an geklärten Fällen erreichte die Aufklärungsquote erneut einen Höchststand im 10-Jahres-Vergleich, bei den Straftaten ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht. Damit liegt die Aufklärungsquote um 4,7 Prozentpunkte über dem bayernweiten Ergebnis.


Häufigkeitszahl


Der Indikator, der es ermöglicht, Städte und Gemeinden mit unterschiedlichen Einwohnerzahlen statistisch vergleichbar zu machen, ist die Häufigkeitszahl. Sie beschreibt die bekannt gewordenen Fälle umgerechnet auf 100.000 Einwohner.

Die Oberpfalz ist demnach einer der sichersten Bezirke in Bayern, mit einer Häufigkeitszahl (ohne Verstöße nach dem Aufenthaltsrecht) von 3.881. Der bayernweite Belastungsindex liegt mit 4.343 Punkten über dem Ergebnis der Oberpfalz.


Betrachtung einzelner Deliktsbereiche


Gewaltkriminalität

Die Gewaltkriminalität umfasst Straftaten die sich gegen das Leben, die körperliche Unversehrtheit und die sexuelle Selbstbestimmung richten aber auch Raubüberfälle und Erpressungen.

Hier setzte sich die negative Entwicklung der vergangenen Jahre auch 2019 fort. Mit einem erneuten Anstieg um 2,2 Prozent umfasst dieser Deliktsbereich 1.581 Taten im Jahr 2019.
Die Aufklärungsquote liegt hier bei 87,7 Prozent und macht deutlich, dass der Großteil dieser Taten, die in der Regel mit hoher krimineller Energie ausgeführt werden, durch die Polizei geklärt werden konnten.

Die 20 verzeichneten, vorsätzlich begangenen Tötungsdelikte untergliedern sich in drei vollendete Taten und siebzehn Versuche.


Straßenkriminalität

Die Straßenkriminalität, das Deliktsfeld, das maßgeblichen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl in der Bevölkerung hat, erreicht mit einem Rückgang um 563 Taten auf nunmehr 7.255 registrierte Fälle, den niedrigsten Stand im Langzeitvergleich.

Enthalten sind hier Diebstähle, Sachbeschädigungen sowie gefährliche und schwere Körperverletzungen, Raubüberfälle und Sexualdelikte, die auf Straßen, Plätzen und in öffentlichen Verkehrsmitteln von der Öffentlichkeit wahrnehmbar, begangen wurden.


Rauschgiftkriminalität

4.933 registrierte Taten, die der Betäubungsmittelkriminalität zugerechnet werden, stellen den höchsten Wert im Langzeitvergleich dar und belegen die umfangreichen polizeilichen Kontroll- und Ermittlungsmaßnahmen.

Mit 40 erreicht die Zahl der Menschen, die aufgrund des Konsums von illegalen Suchtstoffen ihr Leben verloren haben, leider einen Höchststand im 10-Jahres-Vergleich.

Der Kampf gegen illegale Suchtstoffe und deren direkte und indirekte Folgen stehen deshalb weiterhin ganz oben im Aufgabenkatalog der Oberpfälzer Polizei.

Neben umfangreichen repressiven Maßnahmen setzt die Polizei weiterhin mit hohem zeitlichem und personellem Aufwand auf die Aufklärung gerade von jungen Menschen. Bei diesen kann die Erkenntnis, dass Suchterkrankungen regelmäßig zum Verlust der Kontrolle über das eigene Leben führen, nicht früh genug entstehen.


Diebstahlskriminalität

Die Diebstahlskriminalität, der größte Einzeldeliktsbereich, weist mit einem erneuten Rückgang um 9,8 Prozent oder einem Minus von 1.279 Taten den niedrigsten Stand mit 11.812 Fällen im Langzeitvergleich aus.
Einfache Diebstähle, wie beispielsweise Ladendiebstähle, nehmen den größten Anteil ein.


Einbrüche in Wohnhäuser

Die Kriminalstatistik wies für das Jahr 2018 einen historischen Tiefststand von 251 Einbrüchen in Wohnhäuser aus. Auch im Jahr 2019 liegt die Zahl mit 257 Delikten (+6) auf einem absolut niedrigen Niveau.

Statistisch gesehen ist damit die Gefahr, Opfer eines Wohnungseinbruches zu werden, im bayernweiten Vergleich in der Oberpfalz besonders gering. Deutlich wird dies durch eine Häufigkeitszahl von 23 im Vergleich zu 33 Punkten für ganz Bayern.

Als Ursachen für diese Entwicklung gelten neben den personal- und zeitintensiven polizeilichen Maßnahmen auch die verschärften strafrechtlichen Vorschriften. Der einschlägige § 244 StGB stellt nun einen Verbrechenstatbestand mit einer Mindeststrafandrohung von einem Jahr Freiheitsstraße dar. Auch dies wirkt sich offensichtlich abschreckend und damit positiv für die Sicherheitslage aus.

Bei der Bekämpfung der Einbrüche in Wohnungen unternimmt die Polizei in der Oberpfalz weiterhin intensive Überwachungs- und Kontrolltätigkeiten und setzt auf die Unterstützung durch die Bevölkerung. Zeitnahe Informationen zu verdächtigen Personen und Fahrzeugen stellen regelmäßig wichtige Ausgangspunkte für erfolgreiche Ermittlungen dar.

Darüber hinaus stehen polizeiliche Fachberater zu vorbeugenden, baulichen Sicherungsmaßnahmen unentgeltlich Rede und Antwort.

Weitergehende Informationen dazu finden Sie unter:



Linksammlung


Einbrüche in Gewerberäume

Mit dem niedrigsten Stand in der Langzeitentwicklung, bei den Einbrüchen in gewerbliche Räume, Firmen und Geschäfte, gelang mit einem Rückgang um 21,4 Prozent auf 665 registrierte Taten, ebenfalls ein besonderes Ergebnis.


Fahrraddiebstahl

Sinkend zeigt sich die Entwicklung der Fahrraddiebstähle mit einem Rückgang um 7 Prozent auf 2.083 Taten.

Fahrradbesitzer sind aufgerufen, ihre meist hochwertigen Räder mit widerstandsfähigen Schlössern zu sichern und die Fahrraddaten für den Fall der Fälle zu notieren.


Cybercrime

Die im September 2017 neu geschaffenen Fachkommissariate, in denen IT-Kriminalisten zusammen mit erfahrenen Ermittlern insbesondere Straftaten im Internet verfolgen, waren mit 960 teils sehr komplexen Taten befasst.

Hierbei standen Fälle von Computerbetrug, das Ausspähen von Daten aber auch Erpressungen mit sexuellem Hintergrund auf der Tagesordnung.


Callcenterbetrug

Hierunter fallen insbesondere betrügerische Anrufe, mit denen Kriminelle versuchen an das Vermögen ihrer Opfer zu gelangen. Mit 635 Fällen im Jahr 2019 hat sich die Anzahl der Strafanzeigen im Vergleich zum Vorjahr, wo 460 Fälle registriert worden sind, noch einmal deutlich gesteigert.

In 257 Fällen gaben die Täter dabei an, Polizeibeamte zu sein und in 154 Fällen kam der sogenannte Enkeltrick zur Anwendung. Da die Betrugsmaschen bereits weithin bekannt sind, führten die beiden häufigsten Betrugsmaschen in nur neun Fällen zu Vermögensschäden.
Der dringende Appell, gerade auch lebensältere Angehörige über diese betrügerischen Anrufe zu informieren, bleibt einer der zentralen Präventionstipps der Polizei.


Entwicklungen in Zusammenhang mit der Zuwanderung

Die Zuwanderung, mit ihren zwischenzeitlich veränderten Herausforderungen, forderte auch im Jahr 2019 die Oberpfälzer Polizei.

3.178 Straftaten mit tatverdächtigen Zuwanderern wurden 2019 registriert. Damit ergab sich erstmals in 10 Jahren ein Rückgang, der sich 7,6 Prozent bzw. 263 Straftaten beläuft.

Rohheitsdelikte mit 27,9 Prozent und Diebstähle mit 19,9 Prozent sind dabei die größten Deliktsbereiche. Bei den Rohheitsdelikten waren in 428 Fällen bzw. 97,7% sowohl der Tatverdächtige als auch das Opfer Zuwanderer.


Statement Polizeipräsident Norbert Zink


"Für die gute Sicherheitslage in der Oberpfalz ist unsere Bevölkerung maßgeblich mitverantwortlich. Wir brauchen Bürgerinnen und Bürger, die nicht wegsehen, sondern verdächtige Wahrnehmungen mitteilen und damit verlässliche Partner für die Polizei sind."


Linksammlung


 

 

 

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