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13.08.2018, PP Oberfranken


Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen

Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen

Bereits seit 1995 besteht im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken nunmehr das Drogenpräventionsprojekt "Unsere Stadt – gemeinsam gegen Drogen". Zehn Jahre nach Gründung führte die oberfränkische Polizei erstmalig das Projekt grenzüberschreitend in einer Jugendherberge in Wunsiedel durch.


Folgende Städte waren Mitbegründer im Jahre 1995

Bamberg Kulmbach Forchheim
Selb Hof Kronach

1999 kamen hinzu

Burgebrach Stadtsteinach Pegnitz Münchberg
Hollfeld Lkr. Lichtenfels Naila Schwarzenbach/S.
Coburg Marktredwitz Lkr. Wunsiedel Helmbrechts
Rehau Lkr. Coburg Selbitz

2000, 2001 und 2004 kamen hinzu

Lkr. Bayreuth Lkr. Kulmbach Wunsiedel

1. Anlass und Entstehung


Prävention ist an sich für die Polizei nichts Neues, vielmehr ist es seit jeher eine ihrer originären Aufgaben, vorbeugend tätig zu werden.

Die Auswertung der Kriminalstatistik im Bereich der Drogenkriminalität zeigt einen ständigen Anstieg auf, und, was zu besonderer Besorgnis Anlass gibt, einen deutlichen Zuwachs an Jugendlichen und Heranwachsenden bei der Tatverdächtigenstruktur. Dies unterstreicht, wie wichtig und notwendig Prävention ist und bekräftigt die Forderung, diese Arbeit intensiver und effektiver zu gestalten.

Polizeiliche Präventionsarbeit im Bereich der illegalen Drogen umfasste dabei bislang im Rahmen der dienstlichen Möglichkeiten vorwiegend Vorträge, inhaltlich geprägt durch die Erfahrungen der Beamten im täglichen Dienst und damit gekennzeichnet von Abschreckung mit den allseits bekannten Bildern von Drogentoten, Rauschgiftutensilien usw. Es handelte sich um eine punktuell umgesetzte Prävention, vermutlich ohne anhaltende Wirkung und insoweit unbefriedigend für beide Seiten.

Neuere Erkenntnisse gehen davon aus, dass erfolgversprechende Drogenprävention nur durch ständige konzeptionelle Arbeit gewährleistet werden kann. Ziel muss es sein, Kinder, Jugendliche und Heranwachsende zu einer Verhaltensänderung zu bewegen, d. h. Abstinenz bei illegalen Drogen und verantwortungsbewußtem Umgang mit legalen Suchtmitteln zu erreichen.

Die bisherigen Bemühungen der Polizei waren hierzu kaum geeignet, so daß sich die Notwendigkeit nach einem neuen Konzept für die polizeiliche Präventionsarbeit ergab.


2. Das Konzept



2.1 Ziele
Als Ziele, die mit dem neuen Weg erreicht werden sollten, wurden definiert:

Primärziel:

  • Minimierung der Drogenkonsumenten, insbesondere der sogenannten "Ersteinsteiger"

Fernziele:

  • Selbstwertgefühl stärken
  • Freundschaften und soziale Beziehung ermöglichen
  • lobenswerte Umwelt gestalten und erhalten lernen
  • sinnvolle Freizeitgestaltung, Arbeit und gesunde Lebensbedingungen offerieren
  • kritischen Umgang mit Suchtmitteln fördern
  • Selbstsicherheit stärken
  • soziale Kommunikationsfähigkeit fördern


2.2 Vorgaben
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, wurden verschiedene moderne Präventionsansätze berücksichtigt:


2.3 Umsetzung
Zahlreiche Institutionen befassen sich - unabhängig voneinander - hauptberuflich und mit viel Fachwissen mit Suchtprävention. Gleichermaßen leisten viele Institutionen, wie z. B. Sportvereine und Jugendorganisationen, einen großen Beitrag im Sinne der verhaltensorientierten Prävention durch ein sinnvolles und aktives Freizeitangebot Diese Kräfte galt es zu bündeln, Aussprachen und Informationsaustausch herbeizuführen und ein sich ergänzendes Gesamtprogramm aufzustellen. Hier wurde die Basis für eine Zusammenarbeit unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen geschaffen.

Vordringlichste Aufgabe war es, möglichst viele Initiativträger der Städte, wie z. B . Vereine, Verbände, Behörden etc. für das Präventionsvorhaben zu gewinnen und für die Mitarbeit in zu bildenden Arbeitskreisen oder für eigene Aktivitäten zu motivieren.

Dazu wurden die Oberbürgermeister und Bürgermeister der ausgewählten Städte aufgesucht und mit unserem Vorhaben bekannt gemacht. Alle waren spontan bereit, das Präventionsprojekt zu übernehmen und maßgeblich mitzugestalten. Sie veranlassten und leiteten die ersten Zusammenkünfte von interessierten Personen, Institutionen, Behörden, Verbänden und Vereinen, aus denen heraus sich die erwähnten Arbeitskreise bildeten.

Alle Aktiven hatten dann Gelegenheit, das Motto der Aktion nach eigenen Überlegungen und eigenen Ideen in die Tat umzusetzen. Beratung und Unterstützung gab es in den Arbeitskreisen der Städte.

Die Polizei als Initiator zeigte sich in der Anlaufzeit für die gesamte Koordinations- und Planungsarbeit der Aktion verantwortlich und übernahm die Anschubfunktion. Nur bei mangelnden Aktivitäten ergriff die Polizei erneut die Initiative, um das Programm nicht "einschlafen " zu lassen.


2.4 Drei-Säulen-Drogenpolitik der Bayer. Staatsregierung
Die Initiative des Polizeipräsidiums Oberfranken läuft konform mit der 3-Säulen-Politik der bayerischen Staatsregierung, die die Bereiche Prävention, Repression und Therapie umfaßt. Aus sachlichen Gründen liegen die Schwerpunkte des Konzeptes allerdings in der Prävention und Repression.

Im Durchführungszeitraum wurden speziell in den Modellstädten verstärkt Kontrollen zur Suchtbekämpfung durchgeführt (Spielotheken, Technoveranstaltungen, als rauschgiftrelevant bekannte Lokalitäten und Örtlichkeiten, Alkoholkontrollen). Neu eingerichtete Arbeitsgruppen der Kriminalpolizei unterstützten die Bemühungen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität.

Den Bereich der Therapie betreuten die Fachdienststellen in eigener Zuständigkeit. Die Bildung von Selbsthilfegruppen, Arbeitskreisen und die Einrichtung von Notruftelefonen wurde unterstützt.
In der Prävention hat "Unsere Stadt - gemeinsam gegen Drogen" den eigentlichen Schwerpunkt. Für diese Arbeit kann eine Vielzahl von "Mitmachern" gewonnen werden.

Das Präventionsprogramm hat sich nach Auffassung des Polizeipräsidiums Oberfranken bewährt und wird unter dem Motto "Unsere Stadt - gemeinsam gegen Drogen" fortgeführt. Mittlerweile haben sich weitere Städte dieser Aktion angeschlossen. Es bestehen grenzüberschreitende Kontakte zur Polizei des Westböhmischen Kreises in Pilsen.

  • Durchführung eines Präventionsprojektes um die Basis für eine angestrebte Verhaltensänderung zu schaffen
  • Verzicht auf Abschreckung bei gleichzeitiger Annäherung über die emotionale Seite.
  • Förderung einer positiven Lebenseinstellung, Angebote für alternative Freizeit- undBeschäftigungsmöglichkeiten sowie Anregungen zum Nachdenken. Bereits im Vorfeld von Sucht stehen die Förderung von lebensbejahenden Einstellungen, Erlebnisfähigkeit und individueller sowie gesellschaftlicher Handlungskompetenz im Vordergrund
  • Bildung von Arbeitskreisen, um möglichst viele gesellschaftliche Institutionen einer Stadt in die Arbeit einzubeziehen.
  • Gewinnung von Multiplikatoren aus dem Bereich all derjenigen, die in der Erziehung, Bildung und Betreuung junger Menschen tätig sind.
  • Vernetzung der Angebote auf unterschiedlichen Ebenen und eine enge Zusammenarbeit, um die Wirksamkeit der Präventionsarbeit vor Ort zu steigern und langfristig zu sichern.
  • Keine Begrenzung auf den Bereich der illegalen Drogen, vielmehr soll der selbstkontrollierte Umgang mit legalen Drogen aller Art und die absolute Ablehnung illegaler Drogen erreicht werden.
  • Konzentration dieser Aktion auf Modellstädte zur Intensivierung des Präventionsansatzes mit der Absicht, einen Ausstrahlungseffekt auf andere Kommunen zu erreichen.
  • Hauptaufgabe der Polizei ist es, die Arbeitskreise in den Städten ins Leben zu rufen, Initiativträger zu finden und zu Aktionen und Zusammenarbeit zu animieren. Es ist nicht beabsichtigt, eigenverantwortlich möglichst viele Veranstaltungen durchzuführen.

3. Wie entwickelte sich "Unsere Stadt – gemeinsam gegen Drogen"?



Jugendcamp - Drogenprävention mit Tschechien
10 Jahre nach Gründung des Langzeitprojektes "Unsere Stadt – gemeinsam gegen Drogen" führten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Westböhmische Polizei erstmals, mit einem gemeinsam erarbeiteten grenzüberschreitenden Projekt, an dem 80 Schulkinder, davon jeweils 40 deutsche und 40 tschechische teilnahmen, aktive Drogenprävention unmittelbar bei der gefährdeten Zielgruppe durch. Diese setzt sich sowohl aus deutschen, als auch tschechischen Teilnehmern im Alter von 10 – 13 Jahren beiderlei Geschlechts zusammen.

Im Teilprojekt "Jugendcamp - Drogenprävention mit Tschechien" im Jahr 2005 in Wunsiedel waren die

- Gewinnung und Erhaltung grenzüberschreitender Kontakte und sozialer Bindungen und
- Förderung des interkulturellen Verständnisses

ergänzend angestrebte Ziele.

Das grenzüberschreitenden Projekt soll ferner eine

- Kompetenzförderung und –sicherung beider Polizeibehörden im Bereich der Kriminalprävention

- Vertiefung der grenzüberschreitenden Polizeizusammenarbeit

initiieren.

Das Jugendcamp wurde in Kooperation mit der Westböhmischen Polizei und der Schulbehörde des Kreisamtes Pilsen im Jahr 2007 in Zelezna Ruda in Tschechien/Westböhmen erfolgreich fortgesetzt.



Ergebnisse/Erfahrungen
Das Projekt sah und sieht vor, intensive Öffentlichkeitsarbeit in den jeweiligen Städten zu betreiben, eine Aufbereitung der Thematik in den Schulen anzuregen, die Initiative in Vereine, Verbände und sonstige Organisationen zu tragen und vieles mehr. Inzwischen läuft dieses Projekt in nunmehr 28 Städten, Gemeinden und Regionen in Oberfranken.

Als beispielhafte Maßnahmen/Aktivitäten seien aufgeführt:

- Aktivitäten von Sportvereinen (wie Schnupperkurse beim Reitverein, Schwimmverein),
- Wettkämpfe und Trainingsveranstaltungen,
- ein Erlebnistag im Hallenbad oder auf der Rollschuhbahn,
- Wanderausstellungen (z. B. "Sehnsucht" der BZgA in Hof),
- grenzüberschreitende Jugendcamps.

"Unsere Stadt – gemeinsam gegen Drogen" wurde beim Deutschen Präventionstag 1999 in Hoyerswerda und 2006 in Nürnberg präsentiert.

 

 

 

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