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06.09.2019, PP Oberbayern Nord


Falsche Polizeibeamte betrügen Seniorin

GERMERING, LKRS. FÜRSTENFELDBRUCK. Betrügern ist es gestern erneut gelungen, als angebliche Polizeibeamte, eine Rentnerin um einen fünfstelligen Bargeldbetrag zu bringen. Zudem wurden der Polizei weitere erfolglose betrügerische Anrufe in den Landkreisen Dachau, Fürstenfeldbruck und Landsberg gemeldet.


Am Donnerstagnachmittag, 05.09.2019, erhielt die 85-jährige Germeringerin den Anruf angeblicher Beamten des Landeskriminalamtes. Die Männer spiegelten ihr vor, sie sei im Visier von Einbrechern und man müsse ihr Geld in Sicherheit bringen. Als die Dame entgegnete, sie habe kein Bargeld zuhause, gaben die Betrüger vor, ihr Geld sei auch auf der Bank nicht sicher und sie solle es abheben um es „in Sicherheit zu bringen“.

Dies veranlasste die Frau dazu mehrere tausend Euro von ihrem Konto abzuheben. Der Treffpunkt der Geldübergabe war der Parkplatz eines Lebensmittelmarktes in der Industriestraße in Germering. Nach der Abholung gelang es den bislang unbekannten Tätern sich unerkannt von der Örtlichkeit zu entfernen.


Zeugenaufruf:


Die Kriminalpolizei Fürstenfeldbruck bittet in diesem Zusammenhang um Hinweise. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen auf dem Parkplatz des Discounters gemacht haben, werden gebeten, sich mit der Kripo Fürstenfeldbruck unter der Telefonnummer 08141/612-0 in Verbindung zu setzen.


Die Masche der Betrüger:


Die Vorgehensweise der Anrufer ist äußerst professionell. Zudem sind diese meist sehr sprachgewandt. Sie stellen sich oft als Polizeibeamte oder auch als andere behördliche Vertreter vor. Mit einer erfundenen Geschichte bringen sie die Angerufenen dazu, das von ihnen gewünschte Verhalten zu zeigen. Der Kontakt zwischen den Opfern und den Tätern dauert oft über Stunden an, wobei die Geschädigten ständig unter Druck gesetzt werden. Zum einen wird durch die andauernde Telefonverbindung verhindert, dass die Opfer ihr Verhalten kaum kritisch reflektieren können, zum anderen werden damit auch Kontaktversuche zur echten Polizei unterbunden. Ziel ist immer, die Übergabe von Bargeld oder Wertgegenständen zu erreichen.


Verhaltenstipps der Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch bei derartigen Anrufen!
  • Die Polizei ruft Sie niemals unter der Notrufnummer 110 an!
  • Beenden Sie im Zweifelsfall das Gespräch schnellstmöglich, ohne persönliche Daten bzw. Informationen über vorhandene Wertgegenstände oder Bargeld preiszugeben!
  • Gehen Sie nicht auf Forderungen zur Überweisung oder Übergabe von Geldbeträgen ein!
  • Die echte Polizei fordert niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände von Ihnen, um Ermittlungen durchzuführen!
  • Rufen Sie im Zweifelsfall die Polizei unter einer dem Telefonbuch entnommenen! Telefonnummer an, in eiligen Fällen auch unter der Notrufnummer 110 – benutzen sie dabei aber nicht die Rückruftaste, sonst landen Sie möglicherweise wieder bei den Betrügern!
  • Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung!
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit: Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis!
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen!
  • Sprechen Sie auch mit ihren Angehörigen über das Phänomen und warnen Sie sie vor dem Vorgehen der Täter!

 

 

 

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