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18.05.2021, PP Niederbayern


Love Scam in Niederbayern – Drei Festnahmen nach vorgetäuschter großer Liebe

Gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Polizeipräsidiums Niederbayern

Bamberg/Landkreis Deggendorf/Nürnberg: Immer wieder fallen Menschen auf Betrüger herein, die im Netz die große Liebe vortäuschen, um den Opfern hohe Geldbeträge zu entlocken. Nachdem eine 48-jährige Frau aus dem Landkreis Deggendorf auf solche „Love Scammer“ hereingefallen war, konnten am Wochenende drei Tatverdächtige in Nürnberg festgenommen werden.


Fast drei Jahre korrespondierte eine 48-Jährige aus dem Landkreis Deggendorf über verschiedene Internet-Messenger-Dienste mit einem Mann der sich „Audrey Muller“ nannte und vorgab auf einer Bohrinsel vor Italien zu arbeiten. Ihr Kommunikationspartner täuschte der Frau die große Liebe vor und stellte immer wieder in Aussicht, nach Deutschland zu kommen, um mit ihr eine Beziehung zu führen. Diese Vorhaben scheiterten regelmäßig wegen verschiedenster angeblicher finanzieller Probleme des Mannes. Im Laufe der Zeit wurde die Frau so zu über zwanzig Zahlungen auf unterschiedliche Konten bewegt, die sich letztendlich auf eine hohe fünfstellige Summe addierten.

Im Februar 2021 bekam die Geschädigte schließlich über Internet von einer Unbekannten, die offensichtlich ebenfalls auf „Audrey Muller“ hereingefallen war, den Hinweis, dass es sich bei der vermeintlichen Romanze um einen Betrug handelt. Erst im April konnte sich die Frau aus Niederbayern zu einer Anzeige durchringen. Die Kriminalpolizei Deggendorf übernahm in enger Zusammenarbeit mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Ermittlungen. Den Kriminalbeamten gelang es nach aufwändigen Ermittlungen schließlich, den „Liebhaber“ zu eine persönlichen Geldübergabe zu bewegen.

Bereits am vergangenen Freitag (14.05.2021) kam es am Hauptbahnhof in Nürnberg zu der fingierten Geldübergabe. Dabei konnten mit Unterstützung von Spezialkräften des Polizeipräsidiums Mittelfranken drei in Nordrhein-Westfalen wohnhafte Tatverdächtige (eine 28-jährige Italienerin sowie ein 21-jähriger und ein 27-jähriger Nigerianer) festgenommen werden.

Die italienische Beschuldigte wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder auf freien Fuß gesetzt. Die beiden Männer wurden am Samstag (15.05.2021) dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Bamberg vorgeführt. Dieser erließ auf Antrag der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des gewerbs- und bandenmäßigen Betruges. Das Gesetz sieht hierfür Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren vor.

Die Männer wurden in verschiedene Justizvollzugsanstalten gebracht. Bei den Beschuldigten und bei den Durchsuchungen ihrer Wohnungen konnten mehrere Mobiltelefone und Laptops sichergestellt werden. Die Telefone und Computer müssen nun ausgewertet werden, auch um weitere Erkenntnisse zur Arbeit der Hintermänner zu gewinnen.

Die Ermittlungen der Zentralstelle Cybercrime Bayern und der Kriminalpolizeistation Deggendorf werden fortgeführt. Erste Ergebnisse legen den Verdacht nahe, dass die Tat der organisierten Kriminalität zuzurechnen ist, die unter dem Schlagwort „Nigeria Connection“ bekannt geworden ist.

Hinweise zum Vorgehen der Betrüger beim sogenannten Romance- oder auch Love-Scamming, insbesondere zum Erkennen von betrügerischen Kontaktversuchen finden sich auf der Internetseite der Polizeilichen Kriminalprävention unter:



Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der Landes- und Bundespolizei, des Bundeskriminalamts, des Zollfahndungsdienstes und mit internationalen Partnern, z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität.
Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig. Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Falschgeld im Darknet. Zudem ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig.

Seit dem 1. Oktober 2020 besteht bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem das Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie und sexuellem Missbrauch im Internet. Diese Spezialeinheit konzentriert sich insbesondere auf Betreiber und Nutzer von Darknet-Foren, die kinderpornografisches Material herstellen, posten oder damit handeln.

Derzeit sind 18 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte und vier IT-Forensikerinnen und IT-Forensiker bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig.

Für Rückfragen steht Ihnen Oberstaatsanwalt als ständiger Vertreter Goger unter der Telefonnummer 0951/833-1452 gerne zur Verfügung.

gez. Goger
Oberstaatsanwalt als ständiger Vertreter des
Leitenden Oberstaatsanwalts
Pressesprecher


 

 

 

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