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17.05.2019, PP München


„Gscheid radln – aufeinander achten!“ 2019 – Kampagne zur Erhöhung der Sicherheit rund um den Fahrradverkehr

Logo "Gscheid radln"


Zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs führt das Polizeipräsidium München seit Beginn der Fahrradsaison wieder die Kampagne „Gscheid radln - aufeinander achten“ durch.

Die Kampagne steht heuer unter dem Motto „Fairness und Rücksichtnahme - Für ein faires Miteinander im Straßenverkehr“


Der Trend sinkender Verkehrsunfallzahlen mit Radfahrerbeteiligung der letzten Jahre setzte sich leider im Jahr 2018 nicht fort.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München (Stadtgebiet und Landkreis) ereigneten sich im Jahr 2018 insgesamt 3.297 Radfahrunfälle (Vorjahr: 2.862). Dabei wurden 2.933 (Vorjahr: 2.552) Radfahrer verletzt, davon 333 (Vorjahr: 310) schwer.

40 Radfahrer erlitten schwere Kopfverletzungen. Jeder dritte (37,6 %) bei einem Verkehrsunfall Verletzte war ein Radfahrer, bei den Schwerverletzten war es beinahe jeder zweite.

Mit 10 getöteten Radfahrer starben doppelt so viele wie das Jahr davor. Bezogen auf das Stadtgebiet München starben 7 (Vorjahr: 4) Radfahrer.

Keiner der Getöteten trug einen Fahrradhelm. Fünf erlagen ihren schweren Kopfverletzungen, die durch das Tragen eines Fahrradhelmes hätten vermieden werden können.

Die häufigste Unfallursache war auch 2018 „Fehler beim Abbiegen“. Etwa jeder achte Unfall mit Beteiligung von Radfahrern (2017: jeder siebte) ereignete sich, weil der Pkw- oder Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer übersehen hat.

Vor allem bei rechtsabbiegenden Lkw spielt der sogenannte „Tote Winkel“ eine entscheidende Rolle. Im Jahr 2018 kam es aufgrund dieser Problematik zu insgesamt 12 Verkehrsunfällen mit Personenschaden. Bei einem dieser Unfälle wurde eine 9-jährige Schülerin getötet.

Häufige Unfallursachen waren auch die falsche Benutzung von Gehwegen oder Radwegen entgegen der Fahrtrichtung ("Geisterradler"), die Verletzung der Vorfahrtsregeln, Fehler beim Vorbeifahren oder Überholen, sowie Rotlichtmissachtungen.


Die Münchner Polizei rät allen Verkehrsteilnehmern:

  • Denken Sie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des „Toten Winkels“!
  • Denken Sie als Kraftfahrer beim Rechtsabbiegen an den sogenannten Schulterblick und fahren Sie vorsichtig und umsichtig in den Kreuzungsbereich ein! Tasten Sie sich gegebenenfalls langsam voran!
  • Suchen Sie als Radfahrer Blickkontakt zu den Fahrern von rechtsabbiegenden Fahrzeugen und stellen Sie so sicher, dass Sie wahrgenommen wurden!
  • Verzichten Sie lieber auf Ihr Vorrecht, wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie der Fahrer gesehen hat!
  • Achten Sie als Autofahrer beim Aussteigen auf Radfahrer. Türe am besten mit der rechten Hand öffnen, dann drehen sie automatisch den Oberkörper mit und haben besseren Blick nach hinten (sog. "Holländer-Griff")

Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“


Verkehrsunfälle haben in den allermeisten Fällen im falschen Verhalten eines oder mehrerer Beteiligter ihre Ursache. Teilweise liegt auch riskantes und manchmal sogar bewusstes Fehlverhalten zu Grunde.

Mit einem ausgewogenen Anteil an Verkehrsaufklärung, Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit möchten wir auf eine weitere Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Menschen im Ballungsraum München hinwirken.
Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.

Mit zunehmend warmem Wetter stehen auch wieder Biergartenbesuche an. Hierbei bitten wir dringend Folgendes zu beachten: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken, für Radfahrer bereits bei 0,8 Promille signifikant höher!

Bei alkoholbedingter Fahrunsicherheit oder wenn sie einen Unfall verursachen machen sich Radfahrer bereits ab 0,3 Promille strafbar. Ab 1,6 Promille wird das Rad fahren generell als Straftat verfolgt. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ist nach Alkoholgenuss daher keine sinnvolle Alternative.

Die Münchner Polizei appelliert an alle Radfahrer einen Helm zu tragen. Was beim Motorrad- oder beim Skifahren mittlerweile üblich ist, ist beim Radfahren noch nicht so verbreitet. Hierzu sollte man wissen, dass ein gut sitzender und richtig eingestellter Fahrradhelm das Risiko, bei einem Unfall schwere Hirnschäden zu erleiden, um knapp zwei Drittel senkt.


Möglichkeiten der Unfallvermeidung


Die Radfahrer selbst können demnach wesentlich dazu beitragen, Unfälle mit ihrer Beteiligung zu vermeiden, indem sie sich


  • zu allererst an die einschlägigen Verkehrsregeln halten,
  • nicht stur auf ihr Recht beharren,
  • vorausschauend und defensiv fahren,
  • mögliche Fehler anderer einkalkulieren und
  • auf andere Rücksicht nehmen.

Das Gleiche gilt natürlich auch für die Fußgänger, die oftmals unvorsichtig vom Gehweg aus auf den Radweg treten, und vor allem für die Kraftfahrer, die nicht nur beim Abbiegen besser aufpassen sollten, sondern darüber hinaus insbesondere


  • beim Überholen von Radfahrern einen ausreichenden Seitenabstand von 1,5 - 2 m einhalten,
  • nicht auf Radwegen oder Schutzstreifen für Radfahrer halten oder parken
  • beim Parken den vorgeschriebenen 5-Meter-Bereich vor Einmündungen bzw. Kreuzungen einhalten, um die Sicht auf den Radweg nicht zu behindern.

Polizeivizepräsident Norbert Radmacher: „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, die Verkehrsregeln einzuhalten, vorsichtig und vorausschauend zu fahren, aufeinander Rücksicht zu nehmen und fair miteinander umzugehen. Wir sind fast alle zu unterschiedlichen Zeiten sowohl als Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger unterwegs und müssten so eigentlich die Gefahren und Bedürfnisse der jeweils Anderen kennen und uns darauf einstellen können."


Bewährte Kooperation mit der Stadt München


Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um mit mehr Effektivität noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.



 

 

 

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