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27.07.2018, PP München


„Gscheid radln – aufeinander achten!“ 2018 – Kampagne zur Erhöhung der Sicherheit rund um den Fahrradverkehr

"Gscheid radln – aufeinander achten!"

Zur Verbesserung der Sicherheit des Radverkehrs führt das Polizeipräsidium München seit Beginn der Fahrradsaison wieder die Kampagne „Gscheid radln - aufeinander achten“ durch.


Wie wichtig die Verkehrssicherheitsarbeit hinsichtlich des Radverkehrs ist, verdeutlichten jüngst veröffentlichte Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Im vergangenen Jahr starben 382 Radlerinnen und Radler auf Deutschlands Straßen -jeder achte Verkehrstote und jeder fünfte Verletzte im Straßenverkehr ist ein Radfahrer.

Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums München ereigneten sich im Jahr 2017 insgesamt 2.862 Radfahrerunfälle. Dabei wurden 2.552 Radfahrer verletzt, 310 davon schwer. Fünf Radfahrer wurden bei Verkehrsunfällen getötet.

Die häufigste Unfallursache bei Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Radfahrern ist der Fehler beim Abbiegen. Hierunter fallen vor allem Unfälle, bei denen Pkw- oder Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen den in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer übersehen. Etwa jeder siebte Radunfall geschieht auf diese Weise.

Vor allem bei rechtsabbiegenden Lkw spielen Sichteinschränkungen eine entscheidende Rolle. Drei der fünf im Jahr 2017 in München getöteten Radfahrer gerieten in die Tote-Winkel-Bereiche der Lkw. Im Jahr 2016 starben in diesem Zusammenhang eine Radfahrerin, eine Fußgängerin und eine Inline-Skaterin.


Ergebnisse der Schwerpunktaktion Toter Winkel/ Abbiegeunfälle vom 16.- 27.07.2018


Auch in der ersten Hälfte des Jahres 2018 (Januar bis Juni) ereigneten sich von insgesamt 1.377 Radunfällen 187 im Zusammenhang mit dem Abbiegen. Bei diesen Unfällen wurden 162 Radfahrer verletzt, 12 davon schwer. Eine Radfahrerin wurde bei einem solchen Unfall getötet.

Um die Münchner Verkehrsteilnehmer auf derartige Gefahren hinzuweisen, führte das Polizeipräsidium München im Zeitraum vom 16.-27.07.2018 39 Schwerpunktkontrollen an von Radfahrern stark frequentierten Kreuzungen und Einmündungen durch. Im Focus hatten die Beamten dabei zum einen Kraftfahrer, die nach rechts abbogen, ohne auf in gleicher Richtung fahrende Radfahrer zu achten, aber auch Radfahrer, die sich nicht an die Verkehrsregeln hielten.

Die Wichtigkeit der Schwerpunktaktion manifestierte sich auch in einem Verkehrsunfall, der sich im Aktionszeitraum ereignete. Eine 11-jährige, Rad fahrende Schülerin wurde am 26.07.2018 an der Kreuzung Lindwurmstraße / Poccistraße von einem rechtsabbiegenden Pkw-Fahrer übersehen und zu Fall gebracht. Glücklicherweise wurde die Schülerin hierbei nur leicht verletzt.

In über 4.100 verkehrserzieherischen Gesprächen informierten die Beamten Fahrer von Kraftfahrzeugen, Radfahrer und Fußgänger über die Gefahrensituationen im Zusammenhang mit Rechtsabbiegevorgängen. Die hierbei angesprochenen Verkehrsteilnehmer fassten die Kontrollen meist sehr positiv auf und waren über Verhaltenshinweise zur Vermeidung derartiger Situationen dankbar.

Neben diesen Gesprächen wurden insgesamt 1.141 gebührenpflichtige Verwarnungen ausgesprochen. 67 Kraftfahrer wurden verwarnt, weil sie sich beim Rechtsabbiegen falsch verhielten und dadurch Radfahrer behinderten oder gar gefährdeten. Abzubiegen, ohne einen in gleicher Richtung fahrenden Radfahrer durchfahren zu lassen, kann gemäß Tatbestandskatalog mit einer Verwarnung von mindestens 20 Euro geahndet werden. Im Falle einer Gefährdung anderer ist sogar ein Bußgeld möglich.

539 Radfahrer erhielten bei der Kontrollaktion eine Verwarnung, weil sie als sogenannte Geisterradler entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung fuhren. Das Fahren entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung war 2017 eine der häufigsten Ursachen bei von Radfahrern verursachten Verkehrsunfällen. Des Weiteren wurden insgesamt 171 Rotlichtverstöße und 107 verbotswidrige Nutzungen von Mobiltelefonen festgestellt und geahndet. Hierbei fiel den Beamten auf, dass vor allem jüngeren Radfahrern das Verbot der Nutzung von Mobiltelefonen während dem Fahrradfahren nicht oder nicht ausreichend bekannt ist. Als Radfahrer ein elektrisches Gerät, das der Kommunikation, Information oder Organisation dient zu nutzen, kann mit einer Verwarnung in Höhe von 55 Euro geahndet werden. Über 40 Kraftfahrzeuge wurden beanstandet, weil sie verbotswidrig auf Geh- oder Radwegen parkten.

Im Rahmen der Schwerpunktaktion veranstaltete die Polizeiinspektion 27 (Haar) einen Aktionstag an einem Gymnasium, bei dem über 180 Schülerinnen und Schülern die Gefahren des „Toten Winkels“ anschaulich anhand eines Lkw dargestellt wurden.




Die Münchner Polizei rät allen Verkehrsteilnehmern:

  • Denken Sie im Bereich von Kreuzungen und Einmündungen an die Gefahren des „Toten Winkels“!
  • Denken Sie als Kraftfahrer beim Rechtsabbiegen an den sogenannten Schulterblick und fahren Sie vorsichtig und umsichtig in den Kreuzungsbereich ein! Tasten Sie sich gegebenenfalls langsam voran!
  • Suchen Sie als Radfahrer Blickkontakt zu den Fahrern von rechtsabbiegenden Fahrzeugen und stellen Sie so sicher, dass Sie wahrgenommen wurden!
  • Verzichten Sie lieber auf Ihr Vorrecht, wenn Sie nicht sicher sind, dass Sie der Fahrer gesehen hat!

Kampagne „Gscheid radln – aufeinander achten!“


Verkehrsunfälle haben in den allermeisten Fällen im falschen Verhalten eines oder mehrerer Beteiligter ihre eigentliche Ursache. Teilweise liegt auch riskantes und manchmal sogar bewusstes Fehlverhalten zu Grunde.

Zumindest während und nach unseren bisherigen Schwerpunktaktionen der vergangenen Jahre konnten wir positive Verhaltensänderungen – hin zu mehr Beachtung der Verkehrsregeln und mehr Rücksichtnahme – unter den Verkehrsteilnehmern feststellen. Dennoch ist eine weitere Verbesserung der Regelkonformität und des Miteinanders rund um den Radverkehr dringend erforderlich, denn jeder einzelne Verletzte im Straßenverkehr ist einer zu viel.

Mit einem ausgewogenen Anteil an Verkehrsaufklärung, Verkehrsüberwachung und Öffentlichkeitsarbeit wirken wir deshalb auf eine weitere Erhöhung der Verkehrssicherheit für alle Menschen im Ballungsraum München hin.
Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um mit mehr Effektivität noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.

Mit zunehmend warmem Wetter stehen natürlich Biergartenbesuche an. Hierbei bitten wir dringend Folgendes zu beachten: Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken für Radfahrer bereits bei 0,8 Promille signifikant höher! Radfahrer machen sich bereits ab 0,3 Promille strafbar, wenn bei ihnen eine alkoholbedingte Fahrunsicherheit festgestellt wird oder sie einen Unfall verursachen. Ab 1,6 Promille wird das Rad fahren als Straftat verfolgt. Der Entzug der Fahrerlaubnis ist möglich. Der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad ist nach Alkoholgenuss daher keine sinnvolle Alternative.

Die Münchner Polizei sagt eindeutig „ja“ zum freiwilligen Tragen des Fahrradhelms! Beim Motorrad- oder beim Skifahren haben sich Schutzhelme mittlerweile etabliert. In punkto Fahrradhelm besteht jedoch ein deutlicher Nachholbedarf.



Maßnahmen


So kommen im Rahmen unserer Verkehrsüberwachungsmaßnahmen bei Verstößen von Kfz-Führern beispielsweise die Benutzung von Mobiltelefonen, Fehler beim Abbiegen, das Parken auf Radwegen, das unvorsichtige Öffnen von Fahrzeugtüren oder die Missachtung von Rotlicht zur Ahndung. Damit sollen die Rahmenbedingungen für die Radfahrer verbessert und mehr Sicherheit für die Radfahrer erzielt werden.

Fußgänger werden beim unachtsamen oder ordnungswidrigen Überqueren der Fahrbahn oder dem widerrechtlichen Benutzen von Radwegen angesprochen oder beanstandet. Besondere Gefahren bestehen zudem in der Ablenkung durch Kopfhörer und Handy.

Auch bei Radfahrern legen wir unser Augenmerk insbesondere darauf, dass keine Handys bedient werden. Bei getragenen Kopfhörer werden wir ebenfalls auf die erheblichen Gefahren eingeschränkter Wahrnehmung hinweisen und bei lauterer Musik das ordnungswidrige Verhalten auch verwarnen. Zudem werden wir auf unerlaubtes Gehwegradln, sowie die korrekte Radwegbenutzung achten, da „Geisterradln“ oft folgenschwere Unfälle verursacht. „Rotlichtsünder“ stehen ebenfalls im Fokus der Kontrollen.


Zudem wird die Münchner Polizei u.a.

mit dem Flyer „Augenblick bitte!“ Autofahrer daran erinnern beim Rechtsabbiegen Blickkontakt mit Radfahrern aufzunehmen,

mit dem Flyer und Aufkleber „Geisterradler gefährden!“ auf die mit diesem häufigen Fehlverhalten einhergehenden Risiken hinweisen,

mit einer Checkliste die vollständige Ausrüstung von Fahrrädern kontrollieren und

mit „Roten Karten“, eine für Radfahrer, die andere für Kfz-Führer und Fußgänger auf gefahrenträchtige Verstöße und deren Rechtsfolgen hinweisen und einen Anstoß zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr geben,

mit Infoständen an Örtlichkeiten besonders schwerer Unfälle und bei Veranstaltungen der Landeshauptstadt München präsent sein.

Zusätzlich veranschaulichen wir in unseren Videospots der Filmreihe „Obacht gebn – sicher ans Ziel!“ Gefahrensituationen und Empfehlungen, welche auch auf unserer Facebook-Seite und über YouTube abrufbar sind.



Bewährte Kooperation mit der Stadt München


Die bewährte Kooperation mit der Landeshauptstadt München setzen wir auch heuer fort, um mit mehr Effektivität noch mehr Bürger zu erreichen und noch mehr Nachhaltigkeit zu erzielen.





Polizeivizepräsident Werner Feiler: „Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmer, im Straßenverkehr mehr aufeinander Rücksicht zu nehmen. Seien Sie bitte den Kindern und Jugendlichen ein positives Vorbild und halten Sie sich an die Verkehrsvorschriften. Durch ein rücksichtsvolles und partnerschaftliches Verhalten können wir alle zu mehr Sicherheit im Straßenverkehr beitragen!“


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