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06.05.2021, Landeskriminalamt


75 Jahre Bayerisches Landeskriminalamt – Von Fingerabdruckblättern zum virtuellen Tatort

u.a. mit folgenden Beiträgen:
- Am 11. Mai 1946 legten zwei Dutzend Mitarbeiter den Grundstein des BLKA
- Behörde liefert Service für die Bayerische Polizei und ermittelt auch selbst
- Digitale Innovationen sollen das BLKA fit für die Zukunft machen


München – Von mehr als 20 auf mehr als 2000 Mitarbeiter, von einer Sammlung von
Fingerabdruckblättern zu modernster Technik: Das Bayerische Landeskriminalamt
(BLKA) wird 75 Jahre alt. Als es am 11. Mai 1946 in München gegründet wurde, hieß es
noch „Landeserkennungsamt Bayern“ – und auch sonst hat sich seitdem viel getan.

Das BLKA hat sich zu einer leistungsstarken Behörde entwickelt, die die Bayerische
Polizei als innovativer Dienstleister, Zentralstelle und mit eigenen Ermittlungen
unterstützt. Bei einer Pressekonferenz am Dienstag, 11. Mai, um 13 Uhr, im Foyer des
BLKA wird Bayerns Innenminister Joachim Herrmann dem BLKA-Präsidenten Harald
Pickert dazu gratulieren. Auf die Einladung des Bayerischen Staatsministeriums des
Innern, für Sport und Integration darf verwiesen werden.

Start mit bescheidener Ausrüstung in einer zerstörten Stadt

Als der Grundstein dafür gelegt wurde, war an eine solche Entwicklung noch nicht zu
denken. Wenige Monate zuvor hatte der Zweite Weltkrieg geendet, das Land lag
ebenso wie die bayerische Landeshauptstadt in Trümmern. Das Team der ersten
Stunde nahm seine Arbeit mit entsprechend bescheidener Ausrüstung auf.
Seine Aufgabe war es, die Polizeidienststellen im Land beim Kampf gegen Kriminalität
zu unterstützen. Eingerichtet wurden dafür ein Kriminalnachrichtendienst, ein
Kriminaltechnisches Laboratorium und ein Kriminalwissenschaftliches Institut.

In den folgenden Jahrzehnten wuchs die Behörde, die 1952 in Bayerisches
Landeskriminalamt umbenannt worden war, rasant und gewann neue Kompetenzen
hinzu. Hatten es die Mitarbeiter in den Nachkriegsjahren beispielsweise mit
Geldfälschung und mit der Suche von Vermissten zu tun, ist die Behörde heute zudem
unter anderem für Ermittlungen in Bereichen der Organisierten Kriminalität, des
Polizeilichen Staatsschutzes und der Cyberkriminalität zuständig. Darüber hinaus
wurden 2013 die internen Ermittlungen in einem eigens dafür geschaffenen Dezernat
im BLKA zentralisiert.

Gleichzeitig ist das BLKA eine Service-Stelle für die Polizeipräsidien im Land. Im
Kriminaltechnischen Institut suchen Fachleute auch nach den kleinsten Spuren in
Handschriften, DNA-Proben und an Waffen. Hochmoderne Scanner haben die
Fingerabdruckblätter abgelöst, mit denen die ersten Beschäftigten gestartet waren.

Ermittler aus ganz Bayern treffen sich künftig am virtuellen Tatort

Experten der forensischen Medientechnik tüfteln derzeit am sogenannten Holodeck.
Per virtueller Realität ist es schon jetzt möglich, Tatorte digital zu begehen und damit
für die Ermittlungen zu konservieren. Mit dem neuen Holodeck können Ermittler auch
an verschiedenen Orten in Bayern gleichzeitig den virtuellen Tatort betreten, sich als
Avatare, also als digitales und bewegungsgleiches Abbild ihrer selbst, dort bewegen
und miteinander sowie mit der Umwelt interagieren.

In seiner dritten Säule erfüllt das BLKA zahlreiche systemrelevante Aufgaben, etwa als
Zentralstelle der Informations- und Kommunikationstechnik in der Bayerischen
Polizei. Wie wichtig das ist, unterstreichen nicht zuletzt die aktuellen
Herausforderungen in der Corona-Pandemie, in der die gesicherte Kommunikation
über Video- und Telefonkonferenzsysteme – unabhängig vom Standort des Nutzers –
einen ganz neuen Stellenwert erlangte.

Mit all dem will sich das BLKA für die Zukunft aufstellen. Ein weiteres Beispiel sind in
diesem Zusammenhang die Fortschritte in der Biometrischen Gesichtserkennung.
Hierbei handelt es sich um die jüngste Säule im Erkennungsdienst, die sich mehr und
mehr zu einem wichtigen Instrument für die Ermittlungsdienststellen entwickelt – als
Antwort auf die rasant zunehmende Menge an Lichtbildern und Videomaterial im
Rahmen von Ermittlungsverfahren.


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