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02.09.2020, Landeskriminalamt


Spezialisten der Zentralstelle Cybercrime Bayern und des Bayerischen Landeskriminalamtes erzielen Ermittlungserfolge im Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch im In- und Ausland

Gemeinsame Pressemitteilung der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamts

Die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Bayerische Landeskriminalamt ziehen nach eineinhalb Jahren Bilanz über die Folgeermittlungen nach der Festnahme eines Würzburger Logopäden im März 2019 wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern.


Bamberg/München/Würzburg. Unmittelbar im Anschluss an die am 21. März 2019 erfolgte Festnahme eines Logopäden in Würzburg unter anderem wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern wurden durch die bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichtete Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Bayerische Landeskriminalamt umfangreiche Folgeermittlungen zu den Kontakten und Verbindungen des Mannes in der weltweit vernetzten Pädophilenszene begonnen. Mit großem Aufwand wurden alle bei dem Mann aufgefundenen Datenträger und Kommunikationsspuren gesichert und akribisch ausgewertet.

Diese seit nunmehr fast eineinhalb Jahren im Verborgenen geführten Ermittlungen richten sich gegen pädophile Netzwerke im sog. Darknet, über die in großem Stil Kinderpornografie verbreitet wird. In den letzten Monaten konnte von den eingesetzten Spezialisten eine Vielzahl von Mitgliedern dieser Netzwerke identifiziert und festgenommen werden. Durch intensive und akribische Ermittlungsarbeit ist es gelungen, bislang 44 männliche Personen aus der vermeintlichen Anonymität des Darknets zu holen und namentlich als Tatverdächtige zu ermitteln. Davon sind neben 27 in Deutschland wohnenden Beschuldigten 17 Personen im Ausland wohnhaft. Die Ermittlungsverfahren zu diesen Tatverdächtigen wurden nach Belgien, Frankreich, Italien, Österreich und in die Schweiz abgegeben und von den dortigen Behörden weitergeführt.

Bei vielen weiteren Nutzern der im Fokus stehenden kinderpornografischen Internetseiten konnten durch die Ermittlungen vielversprechende Ansätze zu deren Identifizierung gewonnen werden. Diese Ermittlungserkenntnisse wurden ebenfalls an die örtlich zuständigen Strafverfolgungsbehörden u. a. in Deutschland, Albanien, Dänemark, Ecuador, England, Jordanien, Mexiko, Polen, Russland, Tschechien und in den USA zur weiteren Bearbeitung abgegeben. Aktuell führen die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und das Bayerische Landeskriminalamt noch in 13 weiteren Fällen Ermittlungen gegen bislang unbekannte Tatverdächtige, um diese ebenfalls zu identifizieren.


In Kooperation mit verschiedenen ausländischen Strafverfolgungsbehörden führten die hier getätigten Ermittlungen bereits zu mehreren und besonders bemer-kenswerten Erfolgen:

  • So gelang es beispielsweise unter hohem Ermittlungsaufwand, einen Schweizer Staatsbürger als Tatverdächtigen zu identifizieren. Nach Weitergabe dieser Infor-mation an die Schweizer Behörden konnte dort ermittelt werden, dass dieser Mann in der Schweiz in Kontakt zu einer alleinstehenden Mutter stand und an deren 5-jährigem Jungen bereits sexuelle Handlungen vorgenommen hatte. Unmittelbar vor einem weiteren Missbrauch des Kindes gelang im letzten Augenblick die Fest-nahme des Tatverdächtigen durch die Schweizer Polizei. Der Mann sitzt seitdem in der Schweiz in Untersuchungshaft.
  • Die Ermittlungen des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Zentralstelle Cy-bercrime Bayern führten zur Identifizierung der Betreiber eines Darknet-Forums, auf dem zwischen ca. 1.000 registrierten Nutzern Kinderpornografie getauscht und verbreitet wurde. Nach Einschaltung der österreichischen Sicherheitsbehörden fand das BKA Wien aufgrund der aus Bayern übermittelten Erkenntnisse heraus, dass es sich bei den Betreibern der Darknetseite um bereits einschlägig verurteilte Pädophile handelte, die aktuell eine Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt in Wien verbüßten. Die kinderpornografische Darknet-Plattform wurde äußerst kon-spirativ unter Beteiligung von mehreren Häftlingen aus einer Haftzelle dieses Wie-ner Gefängnisses betrieben. Durch die Enttarnung dieses Betreibernetzwerks konn-te das betreffende Darknetforum geschlossen werden und ist seitdem nicht mehr verfügbar.
  • In einem weiteren Beispiel konnte aufgrund detaillierter Hinweise der bayerischen Ermittler ein französischer Staatsangehöriger durch die Polizei in Paris festgenommen werden. Gegen ihn besteht u. a. der Vorwurf, regelmäßig Reisen in asiatische Länder unternommen und dort mindestens zwei Jungen im Alter von 7 bzw. 13 Jahren missbraucht zu haben. Der Tatverdächtige filmte diese Missbrauchsta-ten und stellte die Aufnahmen ins Darknet. Durch die Festnahme dieses Mannes konnte auch der bevorstehende Missbrauch von zwei Kindern in Frankreich ver-hindert werden. Der Tatverdächtige sitzt seit seiner Festnahme in Paris in Untersu-chungshaft.

Trotz dieser herausragenden Erfolge stellen die hier seit eineinhalb Jahren geführten Ermittlungen in Bezug auf die weltweit vernetzte Pädophilenszene nur Nadelstiche dar. Die hohe Anzahl an Mitgliedern bei den im Darknet zahlreich verfügbaren Pädophilie-Foren und die große Menge des dort verbreiteten kinderpornografischen Bild- und Filmmaterials bestätigen regelmäßig die Erfahrung von Ermittlern, dass es einen riesigen Markt für Kinderpornografie gibt. Die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Bayerische Landeskriminalamt werden deshalb auch künftig ihre gemeinsamen Anstrengungen aufrechterhalten und nicht nachlassen, wenn es um die Bekämpfung dieses besonders verabscheuungswürdigen und fol-genschweren Kriminalitätsphänomens geht. Die hier geführten Ermittlungen wer-den fortgesetzt.

Weitere inhaltliche Auskünfte zu dem Ermittlungskomplex und insbesondere auch zu den im Ausland fortgeführten Verfahren können nicht erteilt werden, um die andauernden Ermittlungen nicht zu gefährden.



Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der Polizei oder des Bundeskriminalamts und mit internationalen Partnern z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig: Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie im Darknet. Zudem ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig. Derzeit sind 15 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig.


 

 

 

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