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14.11.2019, Landeskriminalamt


Verkaufsplattformen für „neue psychoaktive Stoffe“ vom Netz genommen

München/Bamberg – Im Fortgang der Ermittlungen zum Großverfahren „EV Speer“ (siehe Medieninformation 06/2019), in dem im März dieses Jahres ein bedeutsamer Schlag gegen einen Händlerring, der sogenannte „neue psychoaktive Stoffe“ (npS) vertrieben hat, gelang, konnten nun im Rahmen weiterer Ermittlungen der bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg errichteten Zentralstelle Cybercrime Bayern und des Bayerischen Landeskriminalamtes die von dem Händlerring betriebenen Online-Handelsplattformen, über die die produzierten npS vertrieben wurden, abgeschaltet werden.


Zur Vorgeschichte: Mehr als 20.000 Abnehmer bestellten in einem seriös wirkenden Internetshop verbotene „neue psychoaktive Stoffe“, die dort unter anderem als „normale Kräutermischungen“ beschrieben und verkauft wurden. Hinter dem Shop stand ein professioneller Händlerring. Das Konstrukt setzte sich aus einem Produzenten, Verpackern, Kurieren, Strohmännern, Administratoren und Finanzagenten zusammen und führte zu tausenden Abnehmeradressen. Die in ganz Deutschland bandenmäßig strukturierte Gruppierung erwirtschaftete viele Millionen Euro. Das Bayerische Landeskriminalamt und die Kriminalpolizei Ansbach arbeiteten zusammen mit der Staatsanwaltschaft Ansbach an dem bislang größten npS-Ermittlungsverfahren im Bundesgebiet. Im Rahmen dieser Ermittlungen konnten zahlreiche Tatverdächtige aufgespürt und festgenommen werden.

Aufgrund der gravierenden Onlinetätigkeit des Händlerrings wurden die weiteren Ermittlungen zu den Online-Plattformen und zu bislang unbekannten Mittätern im Nachgang an die Zentralstelle Cybercrime Bayern übergeben und werden hier als „EV Speer 2.0“ fortgeführt.

Im Laufe der Woche wurden jetzt nach mehrmonatigen und technisch anspruchsvollen Ermittlungen durch die Zentralstelle Cybercrime Bayern und das Bayerische Landeskriminalamt sechs Online-Plattformen, zu denen ein eindeutiger Tatnachweis geführt werden kann, endgültig „vom Netz“ genommen.

Im Einzelnen handelt es sich um die Domains partybar24.biz, kraeuter-experte.eu, kraeuter-love.eu, nischa-shop24.eu, raeuchermischungen-kaufen.com und schaman-expert.eu.

Wird die jeweilige Domain nun aufgerufen, erscheint auf dem Bildschirm des Nutzers anstelle der Startseite der gewählten Online-Plattform ein sog. „seizure banner“ (siehe Anlage), das auf die Beschlagnahme der Plattform durch die Strafverfolgungsbehörden hinweist. Mit dieser Aktion sollen unbedarfte Kunden auf die Gefahren der neuen psychoaktiven Stoffe hingewiesen werden.

Weitere Einzelheiten zu den andauernden Ermittlungen können zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt werden.



Hintergrund: Neue psychoaktive Stoffe – das sind neue chemisch hergestellte, berauschende Wirkstoffe, die den Rauschgiftmarkt in den letzten Jahren regelrecht überflutet haben. Für sie gibt es international noch keine einheitlichen Gesetze. NpS werden in bunten, Aufmerksamkeit erregenden Packungen über Staatsgrenzen hinweg im Internet verkauft und erwecken den Anschein, harmlos und legal zu sein. Doch kein Konsument kennt die Inhaltsstoffe und die verwendeten Dosierungen. Er weiß vorher nicht, wie die Drogen wirken werden. Es gibt noch keine Studien zu Langzeitwirkungen von synthetischen Cannabinoiden, wie sie auch in diesem Fall produziert und verkauft wurden. Diese künstlich hergestellte Droge ist wesentlich stärker als das verbotene Cannabis. In zu hoher Dosierung sind Todesfälle als Folge des Konsums von npS keine Seltenheit. Gefährliche Nebenwirkungen, wie Herz-Kreislauf-Probleme, Kreislaufkollaps, Bewusstlosigkeit, Psychosen und Panikattacken sind häufig.



Seit dem 1. Januar 2015 besteht bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg die Zentralstelle Cybercrime Bayern. Diese Zentralstelle ist bayernweit zuständig für die Bearbeitung herausgehobener Ermittlungsverfahren im Bereich der Cyberkriminalität. Sie ermittelt in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Spezialisten der Polizei oder des Bundeskriminalamtes und mit internationalen Partnern z.B. bei Angriffen auf bedeutende Wirtschaftszweige oder bei Verfahren aus dem Bereich der organisierten Cyberkriminalität. Auch dann, wenn bei Verfahren der Allgemeinkriminalität ein hoher Ermittlungsaufwand im Bereich der Computer- und Informationstechnik abzuarbeiten ist, werden die Staatsanwälte der Zentralstelle tätig. Die bearbeiteten Fälle sind vielfältig: Sie reichen von Hackerangriffen über Fälle des Vorkasse-Betrugs im Internet, z. B. durch professionelle sog. Fake-Shops, und Fälle von Ransomware bis hin zum Handel mit Waffen, Drogen und Kinderpornographie im Darknet. Seit dem 1. August 2018 ist die Zentralstelle Cybercrime Bayern zudem für herausgehobene Fälle der Wirtschaftscyberkriminalität zuständig. Derzeit sind 14 Staatsanwältinnen und Staatsanwälte bei der Zentralstelle Cybercrime Bayern tätig.



Für Rückfragen steht Ihnen Oberstaatsanwalt Goger unter der Telefonnummer 0951/833-1452 gerne zur Verfügung.


 

 

 

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