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11.12.2018, Landeskriminalamt


Die Kriminalität Jugendlicher und Heranwachsender sinkt - Jahresbericht "Kriminalität und Viktimisierung junger Menschen in Bayern" der Kriminologischen Forschungsgruppe (KFG) im Bayerischen Landeskriminalamt veröffentlicht

München: Auf Basis der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) wird die Entwicklung der Kriminalität und Viktimisierung junger Menschen in Bayern im Zehn-Jahres-Vergleich untersucht. Dabei richtet sich der Fokus auf die 8- bis 20-jährigen Tatverdächtigen und deren typische Deliktsbereiche.


Von den im Jahr 2017 insgesamt registrierten Tatverdächtigen in Bayern waren 21,2% junge Menschen. Wie in den Jahren zuvor ist damit etwa jeder fünfte Tatverdächtige ein Kind, Jugendlicher oder Heranwachsender. Die Heranwachsenden (18- bis 20-Jährige) weisen ab 2011 bis zum Ende des Untersuchungszeitraums höhere Tatverdächtigenzahlen auf als die Jugendlichen (14- bis 17-Jährige). Mit großem Abstand folgen die Kinder (8- bis 13-Jährige).

Die Tatverdächtigenzahlen der Heranwachsenden (-7,9%) und insbesondere der Jugendlichen (-36,2%) haben von 2008 bis 2017 relativ konstant abgenommen. Einzige Ausnahme ist das Jahr 2016, in dem die Werte für beide Altersgruppen kurzfristig angestiegen sind. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass dieser Anstieg mit der starken Zuwanderungsbewegung zusammenhängt. Bei den Kindern ist von 2008 bis 2015 ein bemerkenswerter Rückgang von mehr als 50% zu verzeichnen, 2016 und 2017 dagegen kommt es zu leichten Zunahmen.

Der Anteil junger Menschen an allen Opfern beträgt im Jahr 2017 in Bayern 22,9%. Damit ist etwa jedes vierte bis fünfte Opfer einer Straftat zwischen 8 und 20 Jahren alt. Zudem zeigt sich im Langzeitverlauf, dass junge Menschen im Jahr 2017 weitaus seltener viktimisiert werden als 2008, die Heranwachsenden weisen generell ein höheres Opferrisiko auf als die jüngeren Altersgruppen.

Für Diebstahlsdelikte im Allgemeinen ist festzuhalten, dass die Tatverdächtigenzahlen im gesamten Untersuchungszeitraum bei den Jugendlichen um -56,1% und bei den Heranwachsenden um -30,6% zurückgegangen sind. Auffällig ist hingegen die Zahl der tatverdächtigen Kinder, die 2017 im Vergleich zum Vorjahr, nach einem langanhaltenden Abwärtstrend, sowohl bei den Diebstahlsdelikten im Allgemeinen als auch beim Ladendiebstahl im Besonderen deutlich zunimmt (+13,0% u. +15,8%).

Bei der Gewaltkriminalität liegen die Tatverdächtigenzahlen 2017 weit unter denen des Jahres 2008. In dieser Deliktsgruppe erscheint die Zuwanderung als Einflussfaktor: Von 2015 auf 2016 steigen die Tatverdächtigenzahlen um +15,0% bzw. +19,8% kurzfristig deutlich an, bevor sich ihr Abwärtstrend der zurückliegenden Jahre 2017 erneut fortsetzt. Bei den Kindern, die gegenüber den anderen Altersgruppen stark unterrepräsentiert sind, kommt es im Vergleich zu den Vorjahren sowohl 2016 (+5,5%) als auch 2017 (+11,1%) zu Anstiegen.

Die Entwicklung der Tatverdächtigenzahlen bei der Sachbeschädigung ist durch einen langanhaltenden Abwärtstrend geprägt, wobei die Werte 2017 in allen drei Altersgruppen zunehmen. Dabei weisen insbesondere die Kinder von 2016 auf 2017 mit +33,4% die höchste Steigerungsrate auf (Jugendliche: +8,0%; Heranwachsende: +9,2%).

Im Deliktsbereich der Rauschgiftkriminalität sind in den letzten sechs Jahren die Tatverdächtigenzahlen der Jugendlichen um +125,8% und der Heranwachsenden +72,3% kontinuierlich angestiegen. Von 2016 auf 2017 sind es jeweils +7,2%. Es scheint als habe sich der Aufwärtstrend über die vielen Jahre hinweg manifestiert. Die Kinder weisen hingegen wesentlich geringere Tatverdächtigenzahlen auf. Ein klarer Trend ist bei ihnen nicht erkennbar, jedoch liegen ihre Werte im Jahr 2017 höher als im gesamten Untersuchungszeitraum.

Bei den Betrugsdelikten fällt auf, dass die Anzahl der tatverdächtigen Jugendlichen und Heranwachsenden in den letzten zwei Jahren stetig zurückgegangen ist. Demgegenüber kommt es bei den Kindern, die in diesem Deliktsbereich eine eher untergeordnete Rolle spielen, von 2016 auf 2017 erstmals über den gesamten Untersuchungszeitraum zu einem Anstieg von +14,0%.

In einem Sonderteil des Berichts von Michael Laumer wurden die Messerangriffe junger Täter einer quantitativen Analyse unterzogen. Als Datenquelle diente hierbei der polizeiliche Datenbestand aus dem polizeilichem Vorgangsverwaltungssystem, der nur den aktuellen Erfassungsstand zum Zeitpunkt der Abfrage widerspiegelt. Damit können zwar Tendenzen über die Häufigkeit von Messerangriffen im zeitlichen Verlauf aufgezeigt werden, ohne jedoch den Anspruch auf eine absolute Gültigkeit zu erheben.

Im Jahr 2017 waren 4.280 junge Tatverdächtige bei gefährlichen Körperverletzungen in IGVP registriert. Hiervon haben 1,4% der Tatverdächtigen ein Messer aktiv gegen ihre Opfer eingesetzt. Im Jahr 2016 waren es 1,7%. Zwei Drittel der Tatverdächtigen sind Heranwachsende und fast ein Drittel sind Jugendliche. Die Hälfte der Tatverdächtigen besitzt die nichtdeutsche Staatsangehörigkeit, ein großer Teil davon sind Zuwanderer. Die Messerangriffe der Zuwanderer richten sich in der überwiegenden Anzahl gegen Zuwanderer. Die meisten Opfer erlitten leichte, ein kleiner Teil aber auch schwere Stich- und Schnittverletzungen; getötet wurde niemand.

Der Bericht steht unter folgendem Link zum Download bereit:



 

 

 

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