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18.01.2019, Bereitschaftspolizei


Bayerns Polizeihubschrauber ab sofort mit neuem Einsatzmittel für Wasser- und Eisrettung ausgestattet; Rescue Seat

ROTH/BAMBERG. Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern besteht aus einer Flotte von acht Hubschraubern des Typs EC 135 P 3 und ist eine Dienststelle der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Rund 120 Beamte und Angestellte halten den Dienstbetrieb der Hubschrauberstaffel im Flughafen München und in der Außenstelle in Roth aufrecht. Im Jahr 2018 wurden die Besatzungen bei nahzu 3000 Einsätzen eingesetzt, davon knapp 1000 Nachteinsätze, nahzu 100 Bergeinsätze und über 80 Unfälle auf dem Wasser.


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Polizeioberrat erklärt den Rescue Seat
Polizeioberrat Thomas Renner mit RescueSeat

Grundsätzlich erfolgt die Wasser- und Eisrettung von Verunglückten durch eingeübte, standardisierte Verfahren mit Wasserrettern, beispielsweise DLRG, Wasserwacht oder Feuerwehr. Rettungseinsätze im Wasser und im Eis sind aufgrund der lebensbedrohlichen Situation der Verunglückten äußerst zeitkritisch, weshalb in den meisten Fällen keine Zeit für die Abholung und den Transport eines Wasserretters zum Unglücksort bleibt. Im Rahmen einer Übungslage am Rothsee/Mittefranken stellt Polizeioberrat Thomas Renner, stellvertretender Leiter der Polizeihubschrauberstaffel Bayern, am 17.01.2019, ein neues Hilfs- und Einsatzmittel für Wasser- und Eisrettung, den „Rescue Seat“, vor.
Unterstützt wird Polizeioberrat Renner bei der Übung von einer Hubschrauberbesatzung der Außenstelle Roth, der DLRG Mittelfranken-Süd und der Wasserwacht.

Diese Spezialkonstruktion unterstützt zukünftig die Rettung von im Wasser oder Eis verunglückten Menschen und wird ab sofort in allen acht Polizeihubschraubern EC 135 P 3 der Bayer. Polizei mitgeführt.
Das am Windensystem des Polizeihubschraubers eingehängte Rettungsmittel hat ein Eigengewicht von rund 9 Kilogramm und kann bis zu drei Personen mit einem Zug aus dem Gefahrenbereich bringen. Die Bedienung des „Rescue Seat“ erfolgt durch die Crew direkt aus dem Hubschrauber mittels Windeneinsatz oder einem Rettungsseil. Die Benutzung dieses Rettungssitzes durch einen noch in geringem Maße handlungsfähigen Verunglückten ist dabei so einfach, dass sich dieser selbständig und ohne fremde Hilfe auf einfachste Art und Weise am „Rescue Seat“ festhalten kann. So kann die Bergung aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich durchgeführt und der Verunglückte anderen Hilfsorganisationen übergeben werden. Auftriebskörper verhindern beim Rettungsvorgang das Untergehen des „Rescue Seat“.


Chronik


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Reiner Hertel wird gerettet
Reiner Hertel von der Wasserwachtortsgruppe Hiltpoltein

Die Polizeihubschrauberstaffel Bayern wurde im Oktober 1970 gegründet. In der Anfangszeit erledigte die Dienststelle mit einem vom Bundesgrenzschutz gecharterten Hubschrauber die anfallenden Einsätze. 1971 wurden die ersten beiden BO 105 in den Dienst des Freistaates Bayern gestellt und die eigene Dienststelle in Neubiberg gegründet. Bis 1987 wurde der Bestand der Flotte wegen der Zunahme der Einsatzzahlen von Jahr zu Jahr auf insgesamt sieben Hubschrauber des Typs BO 105 und vier BK 117 erhöht.

Im Oktober 1998 zog die Dienststelle auf den neuen Großflughafen München um. Fast zeitgleich begann man, die altgedienten Hubschrauber gegen eine neue Flotte, bestehend aus Hubschraubern des Typs EC 135, auszutauschen, seit 2010 wird die zweite Flotte des Typs EC 135 P 3, einem der modernsten der Welt in der Klasse bis 3 t eingesetzt.

Um die Anflugwege in den nordbayerischen Raum zu verkürzen wurde 1974 eine Außenstelle der PHuStBy auf dem Fliegerhorst in der Otto-Lilienthal-Kaserne bei Roth gegründet.


Einsatzspektrum der bayerischen Polizeihubschrauber

  • Fahndungen nach Personen und Sachen, hauptsächlich nach verübten Kapitaldelikten
  • Vermisstensuche (Kinder, verwirrte Personen, suizidgefährdete Personen, Wanderer...)
  • Nachteinsätze mit modernster Technologie (Restlichtverstärkerbrille/Wärmebildkamera) zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität und Suche nach Vermissten
  • Beweissicherung durch Luftbilder oder Videoaufnahmen von schweren Unfällen, Tatorten bzw. großen Schadensereignissen
  • Katastropheneinsätze (z.B. Mai 1999: Jahrhunderthochwasser in Bayern)
  • Aufklärung bei Demonstrationen und Großveranstaltungen mit Live-Bildübertragung in den Führungsstab
  • Feststellung und Verfolgung von Umweltstraftaten (z.B. größere Gewässerverunreinigungen)
  • Verletztentransporte sofern der Rettungsdienst nicht schnell genug verfügbar ist
  • Notarztzubringer sofern der Rettungsdienst nicht schnell genug verfügbar ist
  • Transport von Spezialeinheiten zu Einsatzorten
  • Unterstützung der Feuerwehr durch Löscheinsätze in unwegsamem Gelände bzw. Brandherdlokalisierung mit der Wärmebildkamera
  • Lawineneinsätze (Transport von Suchkräften und Suchhunden, Suche nach Verschütteten, Verletztenbergungen)
  • Objekt- und Personenschutzflüge, Transport von gefährdeten Personen

Polizeiliche Zusatzausrüstung im Polizeihubschrauber


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Operator beim Bedienen der Winde
Operator beim Einsatz der Rettungswinde mit dem Rescue Seat

Rettungswinde
Am Hubschrauber ist eine Rettungswinde angebracht, die vom Flugtechniker bedient wird. Die Rettungswinde hat eine Traglast von 230 kg. Die Seillänge beträgt 50 m. Einsatzgebiet ist das Bergen von verletzten Personen aus unwegsamen Gelände.

Rettungsseil
Zur Rettung von im Eis eingebrochenen Personen wird ein 15 m langes Seil mitgeführt, welches in kürzester Zeit montiert und eingesetzt werden kann.

BIV-Brille
Die sogenannte Bildverstärkerbrille ermöglicht Einsatzflüge in den Nachtstunden. Das Restlicht wird verstärkt – Geländekonturen und Gebäudeumrisse werden von der Einsatzcrew besser erkannt.

FLIR-Kamera
Die Video- und Wärmebildkamera zeigt Temperaturunterschiede ab 0,1 Grad Celsius an und projeziert ein künstliches Bild auf einen Bildschirm im Hubschrauber. Dadurch können Fahndungen und Suchen auch bei völliger Dunkelheit erfolgreich durchgeführt werden.

Suchscheinwerfer
Scheinwerfer zur Lichtunterstützung bei Fahndungen, an Unfallstellen oder Tatorten bzw. zum Heranführen von Bodenkräften an aufgefundene Personen.

GPS, in Verbindung mit Moving Map
Durch modernste Satellitennavigation (Global positioning system) wird eine elektronische Landkarte im Hubschraubercockpit mit aktuellen Daten über augenblicklichen Standort, Flugrichtung, Geschwindigkeit und Höhe des Hubschraubers versorgt. Diese Parameter können auf verschiedene Kartenmaßstäbe übertragen werden.

Feuerlöschbehälter
Bei Bedarf wird am Hubschrauber der Feuerlöschbehälter angebracht. Man kann damit bis zu 500 Kg Wasser aus Flüssen oder anderen Gewässern aufnehmen, um dieses dann kontrolliert über Brandherden abwerfen.

Notfallkoffer
Um an Unfallstellen bestmögliche ärztliche Versorgung sicherzustellen, wird ein Notfallrucksack mit allen gebräuchlichen Medikamenten und Notarztinstrumenten mitgeführt.

Krankentrage
Für einen möglichen Verletztentransport wird eine zusammenklappbare Krankentrage mitgeführt. Der Hubschrauber kann in 5 Minuten für den Transport umgerüstet werden.

Luftbildkamera
Zur Dokumentation polizeilichen Geschehens wird eine Mittelformat-Luftbildkamera mitgeführt.

Tageslichtvideokamera
Zur Dokumentation und zur Live-Bildübertragung an Bodenstellen.

SEK-Abseilgerät
Als schnelle Zugriffsmöglichkeit für Spezialkräfte.

Rescue-Seat
Wasser- und Eisrettung


 

 

 

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