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10.10.2018, Bereitschaftspolizei


Deeskalation durch Kommunikation; "Unsere stärkste Waffe ist das Wort"

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Übersicht aller Teilnehmer während eines Vortrags
50 interessierte Teilnehmer

BAMBERG. "Halt, Polizei!" Selbst unbescholtene Autofahrer oder Besucher von Großveranstaltungen zucken bei dieser Aufforderung oftmals zusammen. Das Herz klopft, Nervosität und Blutdruck steigen. Umso heftiger sind die Reaktionen, wenn mit einer Geldbuße oder Strafverfolgung zu rechnen ist. Oberster Grundsatz beim Einschreiten von Polizeibeamten ist Deeskalation. "Kommunikation, verbal und nonverbal, sind die wichtigsten Einsatzmittel der Polizei", so Polizeidirektor Gerd Enkling, der als Ausbildungsleiter für mehr als viertausend Polizeischüler in Bayern zuständig ist.

Aus diesem Grund suchen die Verantwortlichen der Bayerischen Bereitschaftspolizei fortlaufend den Austausch mit Wissenschaftlern, um neue Erkenntnisse der Kommunikationspsychologie für die Praxis zu nutzen.


Bundesweite Tagung - Polizei reagiert auf gesellschaftliche Veränderungen


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Polizeidirektor Gerd Enkling

50 Psychologen, Pädagogen und Führungskräfte der Polizei aus Bayern, Österreich, der Schweiz sowie fünf benachbarten Bundesländern kamen am 09. und 10. Oktober 2018 im Präsidium der Bayerischen Bereitschaftspolizei in Bamberg zusammen, um sich über neue Konzepte zur Aus- und Fortbildung auszutauschen. Das Tagungsthema "Deeskalation durch Kommunikation" beschäftigt alle Polizeiverbände, weil Medien wie Smartphone & Co, aber auch höhere Ansprüche an Polizeibeamte genauso wie mehr Respektlosigkeiten in den vergangenen Jahren den Umgang von Polizei und Bürger verändert haben.

Wie die Erkenntnisse der Kommunikationspsychologie vermittelt werden sollen, berichten Profis aus der Ausbildung und Fortbildung der Bayerischen Polizei, vom polizeipsychologischen Dienst in München und von der Polizeihochschule in Fürstenfeldbruck. „Ich erwarte von Polizeibeamten eine professionelle Kommunikation mit dem Bürger. Dazu gehören Klarheit, Bestimmtheit und Konsequenz genauso wie das, der Situation angemessene Eingehen auf das Gegenüber“, so Gerd Enkling, Chefausbilder bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei.


Widerstand gegen polizeiliche Maßnahmen verhindern


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Dr. Jana Bressem
Dr. Jana Bressem

Einen Blickwechsel weg von seelischen Vorgängen hin zur äußerlich sichtbarer Gestik und Körperhaltung vollzog Dr. Jana Bressem. Die Berlinerin forscht an der Technischen Universität Chemnitz und leitet dort die Arbeitsstelle für Gestenforschung und Sprechwissenschaft.

Anschaulich zeigte sie anhand von verdeckt gefilmten Szenen, die von Unbekannten im Internet eingestellt sind, wie entscheidend Gesten und andere körperliche Ausdrucksformen von Polizeibeamten auf Kommunikation wirken und wie sie die Akzeptanz beim Bürger fördern oder mindern können. Eine unbedachte oder nachlässige Körperhaltung kann, so die Forscherin, auch bei rechtmäßigen Maßnahmen und grundsätzlich kooperativen Menschen zu Widerstand führen.



Aktueller Stand der Kommunikationsforschung - emotionale Kompetenz


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Das Podium mit Zuhörern
Das Podium

Den aktuellen Stand der Kommunikationsforschung erläuterte Astrid Schütz, die Leiterin des Lehrstuhls Persönlichkeitspsychologie an der Universität Bamberg. Studierenden der Psychologie im gesamten deutschsprachigen Raum ist sie als Autorin des Standard-Lehrbuchs "Psychologie der Kommunikation" bekannt.
Ausgehend von klassischen Kommunikationsmodellen zeigte sie auf, wie entscheidend selbstsicheres Auftreten ist, das sich in aufrechter Haltung, direktem Blickkontakt und passendem Tonfall äußert. Psychologen stellen bei Trainings für kommunikative Berufsfelder wie den Polizeidienst aktuell vermehrt die sogenannte „emotionale Kompetenz“ heraus. Das ist die Fähigkeit, Gefühle bei sich selber und beim Gegenüber wahrzunehmen und zu regulieren, eine wahrlich schwierige Aufgabe und Herausforderung.


Praktische Umsetzung bei der Polizei


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Polizeichef Bamberg, Leitender Polizeidirektor Thomas Schreiber
Leitender Polizeidirektor Thomas Schreiber

Wie schwierig und vielfältig die Anforderungen an gelingende Kommunikation im Polizeidienst sein können, berichteten zwei Kollegen bei der Tagung der Polizei- und Sozialwissenschaftler.

Thomas Schreiber, Leiter der Polizeiinspektion Bamberg-Stadt, ging in seinem Vortrag auf die kommunikativen Herausforderungen ein, die sich durch den deutlichen Zuwachs der Bevölkerung mit nicht-deutschem kulturellen Hintergrund in Bamberg ergeben haben.

„Unsere Beamtinnen und Beamten müssen Gesprächssituationen viel flexibler und offener gestalten, um ihr polizeiliches Ziel zu erreichen“, so Schreiber.


Der "Social-Media-Experte" der Bayerischen Polizei


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Marcus da Gloria Martins
Marcus da Gloria Martins

Von seinen vielfältigen Aufgaben und Erfahrungen im Bereich Social-Media, anknüpfend unter anderem an den Einsatz beim Amoklauf im Olympiaeinkaufszentrum München im Juli 2016, berichtete Marcus da Gloria Martins, Pressesprecher der Münchner Polizei.

Seine Statements untermauerte der Polizeioberrat eindrucksvoll mit zahlreichen persönlichen Einsatzerfahrungen sowie Gesprächsergebnissen auf nationaler und internationaler Ebene.

Die von Dr. Albin Muff professionell geleitete abschließende Podiumsdiskussion mit der Zusammenfassung der Ergebnisse der 2-tägigen Tagung zeigte nochmals die Wichtigkeit dieses Zusammentreffens gerade im Hinblick auf die ständige Anpassung der Aus- und Fortbildung aller Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten auf.


 

 

 

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