26.07.2026, Polizeipräsidium München

Inhalt:

1092.   Organisierter Callcenterbetrug; sog. Schockanruf durch falsche Polizeibeamte – Bogenhausen

1093.   Verkehrsunfall zwischen Fahrrädern und Pkw; drei Personen verletzt – Sendling

1094.   Pkw fährt mit überhöhter Geschwindigkeit, eine Person verletzt – Moosach

1095.   Verkehrsunfall mit E-Scooter; eine Person verletzt – Au-Haidhausen

1096.   Zwei Schlauchbootunfälle in der Isar – Pullach i. Isartal


1092.   Organisierter Callcenterbetrug; sog. Schockanruf durch falsche Polizeibeamte - Bogenhausen

Am Donnerstag, 23.07.2026, in der Zeit von 13:45 Uhr bis ca. 16:10 Uhr, rief ein bislang unbekannter Täter eine 73-Jährige mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz in München an. Dabei behauptete der unbekannte Täter, dass der Sohn der 73-Jährigen einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht habe. Nun müsse die Seniorin eine Kaution in Höhe eines 5-stelligen Betrages hinterlegen.

Im weiteren Verlauf übergab die 73-Jährige Bargeld in Höhe eines 5-stelligen Betrages vor ihrer Wohnanschrift an einen unbekannten Täter. Nach der Übergabe wurde sie aufgefordert, mehr Bargeld bei ihrer Bank abzuheben. Als die 73-Jährige diesem nachkommen wollte, bemerkte eine aufmerksame Bankangestellte den Betrug. Daraufhin wurde der Polizeinotruf 110 verständigt. Von der Münchner Polizei wurden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen aufgenommen. Diese erbrachten keine Hinweise auf Tatverdächtige.

Das Kommissariat 61 (Organisierter Callcenterbetrug) hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Der Täter (Abholer) wurde wie folgt beschrieben:
Männlich, ca. 20 bis 25 Jahre alt, 185 cm groß, hatte eine helle Hautfarbe, ein europäisches Erscheinungsbild, sehr schlanke Statur, hellbraune bis dunkelblonde glatte ca. 7 cm lange Haare. Trug ein helles T-Shirt, eine blaue kurze Hose, trägt keine Brille, kein Bart.

Zeugenaufruf:
Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Grimmeisenstraße, die Johanneskirchner Straße, die Freischützstraße und auf der Lehmzunge (Bogenhausen) Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?


1093.   Verkehrsunfall zwischen Fahrrädern und Pkw; drei Personen verletzt – Sendling

Am Samstag, 25.07.2026, gegen 18:45 Uhr, befuhr ein 42-jähriger mit marokkanischer Staatsangehörigkeit und Wohnsitz München mit einem Pkw, VW Polo, die Lindenschmitstraße stadtauswärts. Zur gleichen Zeit befuhren eine 10-Jährige sowie zwei 11-Jährige, alle mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz München, mit ihren Fahrrädern ebenfalls die Lindenschmitstraße in westliche Fahrtrichtung. Vor den Kindern fuhr eine 42-Jährige mit deutscher Staatsangehörigkeit und Wohnsitz München.

Im weiteren Verlauf kam es zum Zusammenstoß zwischen dem Pkw und den drei fahrradfahrenden Kindern. Der Pkw erfasste die Kinder, wodurch alle drei von ihren Fahrrädern geschleudert wurden und Verletzungen erlitten.

Nach der Kollision beschleunigte der 42-Jährige den Pkw und kollidierte im weiteren Straßenverlauf mit einem Kleintransporter. Anschließend entfernte sich der Fahrer mit dem Pkw von der Unfallörtlichkeit in unbekannte Richtung.

Alle drei Fahrräder wurden beschädigt und waren nicht mehr fahrbereit. Die beiden Fahrer der beteiligten Pkw blieben unverletzt und ihre Fahrzeuge blieben fahrbereit.

Nach einem Notruf wurden Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes zur Unfallörtlichkeit entsandt. Die 10-Jährige sowie eine der beiden 11-Jährigen wurden zur ambulanten Behandlung mit dem Rettungsdienst in ein Münchner Krankenhaus gebracht. Die zweite 11-Jährige wurde vor Ort durch den Rettungsdienst versorgt und begab sich anschließend in Begleitung ihrer Eltern in ärztliche Behandlung.

Im Rahmen der sofort eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen konnte der 42-Jährige ermittelt werden. Gegen ihn wird jetzt unter anderem wegen des unerlaubten Entfernens vom Unfallort und der Gefährdung des Straßenverkehrs ermittelt. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt.

Die Münchner Verkehrspolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.


1094.   Pkw fährt mit überhöhter Geschwindigkeit, eine Person verletzt – Moosach

Am Samstag, 25.07.2026, gegen 22:35 Uhr, befuhr ein 19-Jähriger mit drei Staatsangehörigkeiten, deutsch, kroatisch sowie tschechisch, und mit Wohnsitz München, mit einem Pkw, BMW, die Straße am Neubruch stadteinwärts. Dabei beschleunigte er seinen Pkw auf weit über 100km/h. Im weiteren Verlauf verlor er die Kontrolle über seinen Pkw und kollidierte daraufhin mit einer Baumgruppe am Ende der Straße am Neubruch.

Durch die Wucht des Aufpralls wurden mehrere Bäume total beschädigt. Diverse Fahrzeugteile des Pkw verteilten sich in weitem Umkreis um die Unfallstelle, teilweise über die Fahrbahn der angrenzenden Dachauer Straße. Der Pkw wurde total beschädigt und durch einen Abschleppdienst geborgen.

Der 19-Jährige wurde durch den Unfall verletzt und mit dem Rettungsdienst in ein Münchner Krankenhaus verbracht.

Im Rahmen der Unfallaufnahme musste die Dachauer Straße anfangs komplett und anschließend in Fahrtrichtung Süden gesperrt werden. Die Verkehrsmaßnahmen dauerten ca. 3 Stunden lang an. Es kam zu leichten Verkehrsbeeinträchtigungen, hauptsächlich im Linienbusverkehr.

Die Münchner Verkehrspolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Hinweis der Münchner Polizei:
Die Münchner Polizei weist in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass die Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit eine der häufigsten Hauptunfallursachen bei Verkehrsunfällen mit getöteten und schwer verletzten Verkehrsteilnehmern darstellt.

Die Verkehrsteilnehmer werden gebeten, die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten. Die Münchner Polizei wird weiterhin intensiv Geschwindigkeitskontrollen durchführen und Verstöße konsequent verfolgen.


1095.   Verkehrsunfall mit E-Scooter; eine Person verletzt – Au-Haidhausen

Am Sonntag, 26.07.2026, gegen 01:45 Uhr, fuhr ein 49-Jähriger mit slowakischer Staatsangehörigkeit und Wohnsitz München, mit einem E-Scooter auf dem Radweg entlang der Isar stadtauswärts.

Aus bislang unbekannter Ursache verlor der 49-Jährige die Kontrolle über den E-Scooter und stürzte mit diesem. Durch den Sturz wurde der 49-Jährige verletzt. Ein unbeteiligter Zeuge, der den Vorfall mitbekam, alarmierte den Notruf, woraufhin Einsatzkräfte der Polizei und des Rettungsdienstes zur Unfallörtlichkeit geschickt wurden. Der 49-Jährige wurde durch einen Rettungsdienst in ein Münchner Krankenhaus verbracht.

Die Münchner Verkehrspolizei hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

Hinweis der Polizei: Alkoholfahrten bei E-Scootern
Da es sich bei den Elektrokleinstfahrzeugen, worunter neben den E-Scootern auch die sogenannten Segways fallen, um Kraftfahrzeuge handelt, gelten auch die Regeln bezüglich Alkohol und Drogen für Kraftfahrzeuge, insbesondere die 0,5 Promille-Grenze. Aber bereits ab 0,3 Promille kann eine Straftat vorliegen, sofern eine alkoholbedingte Fahruntüchtigkeit gegeben ist. Ab. 1,1 Promille liegt eine absolute Fahruntüchtigkeit vor.


1096.   Zwei Schlauchbootunfälle in der Isar – Pullach i. Isartal

Fall 1:
Am Samstag, 25.07.2026, gegen 16:55 Uhr, gerieten sieben Personen mit mehreren Schlauchbooten am Isarwehr Großhesselohe in eine Notlage. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst und Polizei wurden zur Einsatzörtlichkeit entsandt.

Nach bisherigen Erkenntnissen befuhren die sieben Personen gemeinsam mit mehreren Schlauchbooten die Isar flussabwärts. Im Bereich des Isarwehrs Großhesselohe setzten sie ihre Fahrt verbotswidrig auf der Isar fort, ohne der Beschilderung Folge zu leisten und auf den Isar-Werkkanal zu wechseln.

In dem ersten Schlauchboot befanden sich eine 29-jährige mit deutscher Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz Köln sowie ein 33-jähriger mit deutscher Staatsangehörigkeit mit Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen. Diesen beiden Personen gelang es nicht rechtzeitig, den Bereich der Isar vor dem Wehr zu verlassen. Das Schlauchboot wurde durch die Strömung in Richtung des Wehrs erfasst und kenterte. Die beiden Personen stürzten in die dortige Wasserwalze und wurden anschließend durch die anderen Bootsinsassen aus dem Wasser gerettet.

Im zweiten Schlauchboot befanden sich eine 28-Jährige mit Wohnsitz Augsburg, eine 29-Jährige mit Wohnsitz München, ein 34-Jähriger mit Wohnsitz München, ein 33-Jähriger mit Wohnsitz Aachen sowie ein 33-Jähriger mit Wohnsitz Düsseldorf, alle mit deutscher Staatsangehörigkeit. 

Alle sieben Personen konnten das Wasser selbstständig beziehungsweise mit Hilfe der anderen Bootsinsassen verlassen und waren augenscheinlich unverletzt.

Im Einsatz waren zahlreiche Kräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst sowie der Polizei.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Beschilderung und die Sicherheitsvorgaben beim Befahren der Isar unbedingt zu beachten sind. Insbesondere im Bereich von Wehranlagen besteht Lebensgefahr.

Die weiteren Ermittlungen zu möglichen Verstößen nach dem Bayerischen Wassergesetz führt die Polizeiinspektion 32 (Grünwald).

Fall 2:
Am Samstag, 25.07.2026, gegen 22:07 Uhr, gerieten drei Männer, ein 22-jähriger türkischer Staatsangehöriger sowie ein 40-jähriger deutscher Staatsangehöriger, beide mit Wohnsitz München sowie ein 26-jähriger deutsch-italienischer Staatsangehöriger mit Wohnsitz Landkreis Bad-Tölz mit einem Schlauchboot am Isarwerk Großhesselohe in eine Notlage. Zahlreiche Einsatzkräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst und Polizei wurden zur Einsatzörtlichkeit entsandt.

Nach bisherigen Erkenntnissen befuhren die drei Männer mit einem Schlauchboot die Isar flussabwärts. Im Bereich des Isarwerks Großhesselohe setzten sie ihre Fahrt verbotswidrig auf der Isar fort, ohne der Beschilderung Folge zu leisten und auf den Isar-Werkkanal zu wechseln. Das Schlauchboot wurde durch die Strömung in Richtung des Wehrs erfasst. Den Insassen war es nicht mehr möglich, sich mit dem Boot aus dem Bereich des Wehrs zu entfernen, sodass sie in die dortige Wasserwalze gerieten.

Zwei Männern gelang es noch vor Eintreffen der Einsatzkräfte, sich selbstständig ans Ufer zu retten. Sie blieben unverletzt. Der 22-Jährige mit türkischer Staatsangehörigkeit hing mit dem Schlauchboot in der Wasserwalze fest und musste mit Hilfe der eintreffenden Feuerwehr mittels Rettungsringes gesichert werden. Im weiteren Verlauf konnte dieser unverletzt an Land gezogen werden. Das Schlauchboot wurde durch die Feuerwehr geborgen. Im Einsatz waren zahlreiche Kräfte von Feuerwehr, Wasserwacht, Rettungsdienst sowie der Polizei.

Die Polizei weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Beschilderung und die Sicherheitsvorgaben beim Befahren der Isar unbedingt zu beachten sind. Insbesondere im Bereich von Wehranlagen besteht Lebensgefahr.

Die weiteren Ermittlungen zu möglichen Verstößen nach dem Bayerischen Wassergesetz führt die Polizeiinspektion 32 (Grünwald).

Hinweis der Münchner Polizei zum Befahren der Isar:

Für das Befahren der Isar im Landkreis München gelten besondere Sicherheitsvorschriften.

Wichtige Regelungen:

  • Die Isar darf nur mit Kanus, Schlauchbooten und Stand-up-Paddling-Boards befahren werden.
  • Für Schlauchboote gelten bestimmte technische Anforderungen.
  • Das Zusammenbinden mehrerer Boote sowie das Anhängen von Beibooten ist nicht erlaubt.
  • Es gilt eine Alkoholgrenze von 0,5 Promille.
  • Kinder bis zum vollendeten 8. Lebensjahr sowie Nichtschwimmer müssen eine Rettungsweste mit CE-Kennzeichnung tragen.
  • Glasflaschen dürfen nicht mitgeführt werden.
  • Während der Fahrt dürfen keine Musikboxen genutzt werden.

Die Regelungen dienen der Sicherheit aller Isarnutzer sowie der Vermeidung von Unfällen und Rettungseinsätzen.

Die Verordnung zur Regelung des Gemeingebrauchs auf der Isar im Landkreis München kann hier eingesehen werden:
https://formulare.landkreis-muenchen.de/cdm/cfs/eject/gen?MANDANTID=77&FORMID=6651