1086. Gemeinsame Medieninformation des Polizeipräsidiums München und der Landeshauptstadt München
Taskforce Bahnhofsviertel: neues Maßnahmenpaket für den Nußbaumpark
(23.7.2026) Die Taskforce Bahnhofsviertel stellt dem Stadtrat in der kommenden Woche den Stand ihrer Arbeit und ein neues Maßnahmenpaket vor, das insbesondere die Sicherheit und Sauberkeit im Nußbaumpark weiter verbessern soll und zielgerichtet auf den bereits getroffenen Maßnahmen aufsetzt. Dabei setzt das Gremium unter Leitung des Kreisverwaltungsreferats zusammen mit der Münchner Polizei wieder auf einen ganzheitlichen Ansatz, mit dem es bereits im Alten Botanischen Garten und im südlichen Bahnhofsviertel zu einer nachhaltigen Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Sicherheit erzielt hat. Neben verschiedenen städtischen Referaten und dem Polizeipräsidium München sind Vertreter*innen aus dem Viertel eng in die Erarbeitung der Maßnahmen eingebunden.
Umgestaltung des Parks
Der Bereich Gartenbau im Baureferat hat die Potenziale des Nußbaumparks untersucht und eine Befragung der Nutzer*innen durchgeführt. Dem Stadtrat schlägt er eine grundlegende Umgestaltung des Parks vor, um ihn zugänglicher zu machen und besser an die Umgebung anzubinden. Die alten zugewachsenen Zäune entlang der Lindwurmstraße sollen entfernt und die Bäume und Sträucher zurückgeschnitten werden, um den Park zu öffnen. Auch von der Nußbaum- und Ziemssenstraße sind neue Zugangsmöglichkeiten in Planung.
Sportangebote
Um die Gegend zu beleben und ein vielfältiges Publikum anzusprechen, sollen ähnlich wie am Karl-Stützel-Platz Sportangebote entstehen. Geplant sind ein Streetballbereich östlich der Matthäuskirche sowie ein inklusiver und differenzierter Fitnessbereich für Jugendliche, Erwachsene und Senior*innen südöstlich des bereits vorhandenen Kinderspielplatzes.
Soziale Angebote
Das Allparteiliche Konfliktmanagement (AKIM) hat mit dem Netzwerk Nußbaumpark eine Kooperationsstruktur aufgebaut, in der Sozialarbeit, Drogenhilfe, Verwaltung, Sicherheitsbehörden, Kirche und weitere Beteiligte regelmäßig zusammenarbeiten. Zu den bisher umgesetzten Maßnahmen zählen zwei Bürger*innendialoge, die wichtige Impulse für die Arbeit im Park gegeben haben. Außerdem stehen Mitarbeitende mit dem Lastenfahrrad „Tea &Time“ bei gutem Wetter wöchentlich im Park für Gespräche zur Verfügung. Das Angebot wird sowohl von Suchtkranken als auch der Nachbarschaft angenommen. Die Taskforce befindet sich im ständigen Austausch mit der an den Nußbaumpark angrenzenden Matthäuskirche. Der Kommunale Außendienst (KAD) ist zu vereinbarten Zeiten gezielt im Umfeld unterwegs. Eine neue sozialorientierte Diakonstelle, die die Evangelische Kirche schafft, soll von der Stadt mitfinanziert werden.
Reinigung, Beleuchtung, Foodtruck
Darüber hinaus hat die Taskforce im Nußbaumpark bereits eine neue und bessere Beleuchtung, eine Reinigung mehrmals täglich, einen Spritzenabwurfbehälter, den regelmäßiger Rückschnitt von Sträuchern und Bäumen zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls sowie einen Foodtruck zur Belebung auf den Weg gebracht.
Präsenz durch KAD und Polizei
Kommunaler Außendienst (KAD) und Polizei zeigen im Nußbaumpark und seiner Umgebung bereits jetzt regelmäßig eine hohe Präsenz. Bei Störungen erfolgen Ansprachen, bei größeren Vorfällen setzt die Polizei aber weitere Maßnahmen durch. Strafrechtlich relevante Handlungen und Ordnungswidrigkeiten werden konsequent verfolgt. Ergänzend beantragt die Polizei beispielsweise bei körperlichen Auseinandersetzungen Betretungsverbote bei der Stadt.
Polizeiliche Maßnahmen
Die Polizei wird ihren Fokus künftig noch stärker auf den Bereich Nußbaumpark, Sendlinger-Tor-Platz und die umliegenden Straßen legen. Insbesondere in den letzten Monaten waren zunehmend Ordnungsstörungen und eine steigende Zahl von Straftaten zu verzeichnen.
Ein Teil des Anstiegs der Straftaten ist auch auf verstärkte polizeiliche Kontrollen zurückzuführen, da es sich bei den festgestellten Delikten auch um sogenannte Kontrolldelikte, wie beispielsweise Verstöße mit Betäubungsmitteln, handelt. Gerade Straftaten und Ordnungsstörungen haben aber negative Auswirkungen auf das Sicherheitsempfinden von Anwohnenden, Geschäftstreibenden und Passanten.
Das Polizeipräsidium München trägt zum Maßnahmenbündel der Taskforce die folgenden polizeilichen Maßnahmen bei:
1. Weitere Erhöhung der polizeilichen Präsenz
2. Schwerpunktkontrollen und Konzepteinsätze auch mit Unterstützung der Bereitschaftspolizei
3. Einsatz modernster polizeilicher Videoüberwachung
Die mobilen, speziell gekennzeichneten Videotürme haben sich bereits im Alten Botanischen Garten, am Stachus und in der Schillerstraße bzw. der Adolf-Kolping-Straße bewährt und werden nun auch im Nußbaumpark zum Einsatz kommen. Die Videotürme wirken zum einen präventiv, indem sie das subjektive Sicherheitsgefühl stärken. Bei Straftaten liefern diese entscheidende Ermittlungsansätze, um unbekannte Täter schnell und beweiskräftig zu identifizieren.
Maßnahmen am Alten Botanischen Garten und im südlichen Bahnhofsviertel
Im und um den Alten Botanischen Garten sowie im südlichen Bahnhofsviertel setzt die Taskforce ihre Arbeit fort. Die Polizei ist vor Ort mit Streifen und Videoüberwachung präsent und trägt damit zu einer Verbesserung des Sicherheitsgefühls bei. Seit mehreren Monaten arbeitet die Stadt gemeinsam mit Anwohner*innen und Gewerbetreibenden an einem Pilotprojekt, um die Goethestraße verkehrlich zu beruhigen und attraktiver zu gestalten. Rund um den Bahnhof wurden neue Fahrradstellplätze geschaffen, um Flucht- und Gehwege freizuhalten. Für Autos entstehen in der Arnulfstraße und der Bayerstraße in den nächsten Monaten sogenannte Kiss-and-Ride-Parkplätze, die ein schnelles Absetzen und Aufnehmen von Reisenden am Bahnhof ermöglichen. Ein neues Leitsystem wird in den kommenden Monaten den Fußweg vom Bahnhof in die Fußgängerzone zeigen und damit auch die Schützenstraße beleben. Das neue „Buchberg“ am Karl-Stützel-Platz und der „Kult(ur)biergarten am Neptunbrunnen“ tragen mit ihrem gastronomischen Angebot ebenfalls zur Belebung bei. Bezirksinspektion und Polizei kontrollieren regelmäßig beispielsweise Spielhallen im Bahnhofsviertel, um auf die Einhaltung der Regeln hinzuwirken.
Oberbürgermeister Dominik Krause: „Die Taskforce Bahnhofsviertel ist ein Erfolgskonzept. Wir konnten in diesem Rahmen die Lage im Alten Botanischen Garten beruhigen und den Park wieder zu einem sicheren und entspannten Ort machen. Auch den Nußbaumpark hat die Taskforce von Beginn an im Blick gehabt und nötige Maßnahmen getroffen. Aktuell haben wir in der Taskforce gemeinsam mit der Polizei ein Paket für den Nußbaumpark geschnürt, um die Situation für die Anwohner*innen, die angrenzende Kirche, das Gewerbe im Umfeld und die Nutzer*innen des Parks zu beruhigen. Ich danke den städtischen Referaten, der Polizei und allen Vertreter*innen aus dem Viertel, die sich beteiligen und die Verbesserungen im Nußbaumpark voranbringen.“
Kreisverwaltungsreferentin Dr. Hanna Sammüller: „Bereits im Alten Botanischen Garten haben wir gelernt, dass die enge Zusammenarbeit zwischen Stadt, Polizei und Anliegern von entscheidender Bedeutung für Veränderungen ist. Deshalb gehen wir diesen Weg auch im Nußbaumpark und laden Anwohner*innen, Gewerbetreibende, Vereine, Sozial- und Hilfsorganisationen sowie andere Akteur*innen regelmäßig zum Austausch ein. Entstanden ist ein Paket aus vielen Mosaiksteinen, mit dem wir die Lage für alle Nutzer*innengruppen im und am Park verbessern wollen.“
Polizeipräsident Thomas Hampel: „München ist zum 50. Mal in Folge die sicherste Großstadt Deutschlands, das ist ein Ergebnis unserer konsequenten Arbeit. Ich bin mir mit Herr Oberbürgermeister Krause einig, dass wir mit dem Maßnahmenpaket der Taskforce zu einer nachhaltigen Verbesserung der Situation am Nußbaumpark beitragen können. Wir begegnen den Entwicklungen am Nußbaumpark als Polizei entschlossen und stellen mit unserem bewährten Vorgehen das Sicherheitsempfinden von Anwohnern, Passanten und Gewerbetreibenden wieder her. Unser Ziel ist klar: Die Menschen sollen hier nicht nur sicher sein, sondern sich auch überall in München sicher fühlen.“