LKR. OBERALLGAEU. Dreiste Betrüger erbeuten durch ihre Masche einen sechsstelligen Betrag von einem 82-jährigen Geschädigten. Die Polizei warnt und gibt Tipps zum richtigen Verhalten.
Die Masche
„Wir haben Einbrecher festgenommen!“ Die gute Nachricht eines vermeintlichen Polizisten geht einher mit der Warnung, dass noch Teile der Bande auf freiem Fuß sind, die weitere Einbrüche planen, und zwar bei den Angerufenen. Der Name und die Anschrift der Angerufenen sollen auf einer bei den Tatverdächtigen aufgefundenen Liste stehen. Die Geschädigten sollen ihre Wertsachen der Polizei übergeben, um diese in Sicherheit zu bringen. Betrüger kommen anschließend zu den Geschädigten und holen Bargeld, Schmuck und Wertgegenstände ab. Es handelt sich jedoch nicht um Polizeibeamte, sondern um skrupellose Betrüger. Die Vermögenswerte der Geschädigten sind oftmals unwiederbringlich verloren.
Der aktuelle Fall aus dem Oberallgäu
LKR. OBERALLGAEU. Am 04.11.2025 erhielt ein 82-jähriges Ehepaar gegen 09:00 Uhr einen Anruf zweier Personen, die sich als Polizeibeamte ausgaben. Die beiden Täter, eine weibliche und eine männliche Person gaben im Telefonat an, dass in der Nachbarschaft der Geschädigten vermeintliche Einbrecher festgenommen wurden. Zwei Täter seien noch auf der Flucht und die Vermögenswerte der Geschädigten sind folglich in Gefahr.
Auf Anweisung der vermeintlichen Polizeibeamten stellte das Ehepaar seine Wertgegenstände und das Bargeld in einem Kochtopf direkt vor dem Hauseingang bereit. Anschließend mussten die Geschädigten in ihrer Wohnung auf Weisung der Täter warten. Die Anrufer überprüften dies durch dauerhafte Aufrechterhaltung der Telefonverbindung. Nachdem der telefonische Kontakt abbrach, überprüften die Geschädigten das Vorhandensein des Kochtopfes samt Inhalt und stellten hierbei fest, dass dieser zwischenzeitlich durch einen unbekannten Abholer entwendet wurde. Eine Täterbeschreibung liegt somit nicht vor.
Der oder die Täter erbeuteten durch die Tat Bargeld und Edelmetalle in einem niedrigen sechsstelligen Wert. Die Kriminalpolizei Kempten hat die Ermittlungen übernommen. (KPI Kempten)
Die Zahlen in Schwaben Süd/West
Im vergangenen Jahr registrierte das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West rund 159 Fälle dieses Callcenterbetrugs. Im laufenden Jahr liegt die Zahl der gemeldeten Betrugstaten bei rund 400. Dabei waren die Täter letztes Jahr in 9 Fällen erfolgreich und erbeuteten rund 280.000 Euro. Im laufenden Jahr liegt der Beuteschaden bislang bei rund 220.000 Euro und 10 erfolgreichen Fällen.
Die Polizei rät
- Die Polizei holt niemals Geld oder Wertgegenstände bei Ihnen ab!
- Sie erhalten keine Anrufe von der Notrufnummer ‚110‘.
- Lassen Sie sich am Telefon nie unter Druck setzen.
- Lassen Sie grundsätzlich keine Unbekannten in Ihre Wohnung.
- Fordern Sie von angeblichen Amtspersonen, zum Beispiel Polizisten, den Dienstausweis.
- Rufen Sie beim geringsten Zweifel bei der Behörde an, von der die angebliche Amtsperson kommt. Suchen Sie die Telefonnummer der Behörde selbst heraus oder lassen Sie sich diese durch die Telefonauskunft geben. Wichtig: Lassen Sie den Besucher währenddessen vor der abgesperrten Tür warten.
- Die Polizei wird Sie niemals um Geldbeträge bitten!
- Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
- Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!
Beitragshinweis
Unter folgendem Link finden Sie ein aktuelles Interview des PP Schwaben Süd/West mit einem beinahe Geschädigten eines Schockanrufs. Der Geschädigte schildert hierbei eindrücklich, wie er das Telefonat mit den Tätern empfand:
Instagram:
https://www.instagram.com/p/DQ6emiXjHjh/
WhatsApp:
(KPI Kempten)
Medienkontakt:
Pressestelle beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, D-87439 Kempten (Allgäu), Rufnummer (+49) 0831 9909-0 (-1012/ -1013).