Im Juli 2025 ereigneten sich in Ober- und Unterfranken drei Sprengungen von Geldautomaten, bei denen die Täter jeweils mit einem BMW vom Tatort flüchteten (genaue Tatortaufstellung folgt unten).
Die umfangreichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamtes führten zu einem Verdacht gegen eine aus den Niederlanden agierende Tätergruppe. Im weiteren Verlauf konnten die Ermittler feststellen, dass das Fahrzeug am Abend des 1. August 2025 wieder von den Niederlanden nach Deutschland einreiste. Sofort wurden Maßnahmen mit Unterstützung der Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Hessen, Thüringen und Sachsen getroffen, um den ungefähren Standort des Fahrzeuges feststellen zu können. Gleichzeitig wurden bayerischen Spezialeinheiten alarmiert, die sich in Richtung der aktuellen Fahrtroute bewegten. Aufgrund dieser Ermittlungen stellte sich heraus, dass sich das Fahrzeug bis nach Zwickau fuhr.
In der Nacht um 03.21 Uhr konnten die gerade in Zwickau eingetroffenen bayerischen Spezialeinheiten Explosionsgeräusche wahrnehmen und fuhren deshalb sofort zur nahegelegenen Volksbank Zwickau im Ortsteil Oberplanitz. Dort trafen sie am direkt gegenüber der Bank liegenden Parkplatz eines Supermarktes einen mutmaßlichen Täter an, der noch eine weitere Zündschnur in den Händen hielt. Diese führte in das Innere der Bank. Gleichzeitig fuhr der gesuchte BMW auf den Parkplatz und der mutmaßliche Sprenger stieg in das Fahrzeug.
Die Polizisten konnten das Fahrzeug stoppen, dabei kam es zu einem Zusammenstoß mit Dienstfahrzeugen. Ein geparktes Fahrzeug wurde bei der Festnahmeaktion ebenfalls beschädigt. Unmittelbar danach konnten zwei Insassen des Fahrzeugs festgenommen werden. Eine dritte Person konnte flüchten.
Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen 25-jährigen Niederländer und einen 27-Jährigen, der die niederländische und libanesische Staatsangehörigkeit besitzt. Beide haben ihren Wohnsitz in den Niederlanden.
Über diese Festnahme berichtete die Polizeidirektion Zwickau am 2. August 2025.
Den Tätern gelang es in diesem Fall nicht, den Geldausgabeautomaten zu öffnen.
Die Tatverdächtigen wurden dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der am Tattag die beantragten Haftbefehle erließ. Die beiden Beschuldigten wurden in unterschiedliche Justizvollzugsanstalten gebracht.
Im Rahmen der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Bamberg und des Bayerischen Landeskriminalamtes wird eine Tatserie zu den Festgenommenen und weiteren unbekannten Mitttätern zu folgenden Sprengungen von Geldausgabeautomaten geprüft.
Zwischenzeitig hat das Amtsgericht Bamberg gegen beide Beschuldigte erweiterte Haftbefehle unter Einbeziehung weiterer Fälle der Geldautomatensprengungen erlassen.
Durch Einsatzkräfte der Politie Midden-Nederland wurden am 22. September 2025 Durchsuchungsbeschlüsse in Amsterdam und Utrecht vollstreckt und Beweismittel sichergestellt. Dabei waren auch bayerische Ermittler vor Ort.
Die umfangreichen Ermittlungen, insbesondere zu dem noch flüchtigen dritten Täter, dauern an.
Im Jahr 2024 kam es in Bayern zu 22 versuchten und vollendeten Sprengungen von Geldautomaten. Dabei entstand ein Sachschaden von über sieben Millionen Euro. Die Täter erbeuteten insgesamt ca. 1,8 Millionen Euro.
Im Jahr 2025 kam es bislang zu 16 Sprengungen von Geldautomaten in Bayern.
„Unterstützung kam vom Projekt „Internal Security Fund (ISF) LUMEN“, das von der Polizeidirektion Osnabrück betrieben wird. Das EU-Finanzinstrument ist ein Projekt zur Bekämpfung grenzüberschreitender und organisierter Eigentumskriminalität in Europa. Unter Federführung des Landeskriminalamts Baden-Württemberg werden unterschiedliche Kriminalitätsphänomene im Projekt beleuchtet, unter anderem von Osnabrück aus die Geldautomatensprengungen.“