06.08.2025, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

NEU-ULM. Im Rahmen eines gemeinsamen Sicherheitsgesprächs kamen heute Vertreter der Polizei, des Landratsamts Neu-Ulm und der Stadt Neu-Ulm zusammen, um die aktuelle Sicherheitslage zu erörtern und gemeinsame Strategien für noch mehr Sicherheit in der Stadt und dem Kreis Neu-UIm zu entwickeln.

Neben den Behördenleiterinnen Landrätin Eva Treu, Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger und Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner, nahmen auch die Vertreterinnen und Vertreter der Polizeiinspektion Neu-Ulm, der Polizeiinspektion Weißenhorn, der Polizeiinspektion Illertissen, der Polizeistation Senden, der Verkehrspolizeiinspektion Günzburg, der Zentralen Ergänzungsdienste (ZED) sowie der Leiter der Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm am Erfahrungsaustausch teil. Seitens des Landratsamtes und der Stadt nahmen die zuständigen Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter der jeweiligen Sachgebiete teil.

Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner skizzierte anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik die aktuelle Sicherheitslage für den Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben sowie für den Landkreis und die Stadt Neu-Ulm. Die bereinigten Fallzahlen sind im Jahr 2024 um 38 Straftaten auf 7.313 Straftaten gestiegen. Dies entspricht einer Steigerung von etwa 0,51 % gegenüber dem Jahr 2023. 

Die (bereinigte) Aufklärungsquote für den Landkreis Neu-Ulm ist marginal um 0,7 % auf 68,7 % gesunken. Eine positivere Entwicklung war hingegen für die Stadt Neu-Ulm zu verzeichnen. Hier stieg die Aufklärungsquote von 68,5 % im Jahr 2023 auf 68,8 % für den Betrachtungszeitraum 2024.  Damit liegen beide Werte leicht unter der Aufklärungsquote des Präsidialbereichs Schwaben Süd/West (69,6 %), aber deutlich über der des Freistaats Bayern (64,9 %).

Im Vorjahresvergleich sank die Häufigkeitszahl für den Landkreis Neu-Ulm um acht Prozent, und für die Stadt Neu-Ulm um ein Prozent. Die Wahrscheinlichkeit für die Bürgerinnen und Bürger, Opfer einer Straftat zu werden ist demnach gesunken. Auch in diesem Bereich liegen der Landkreis, respektive die Stadt Neu-Ulm vor dem bayernweiten Vergleichswert.

Eine Zunahme der Fallzahlen war in den Deliktsbereichen der Gewaltkriminalität (Körperverletzungsdelikte), der Straßenkriminalität (Straßendiebstahl) sowie bei den Eigentumsdelikten sowohl im Landkreis als auch in der Stadt Neu-Ulm zu verzeichnen. Besonders auffällig war dabei die Häufung von Diebstahlsdelikten, darunter Diebstahl von Fahrrädern, Ladendiebstahl und Diebstahl aus Kraftfahrzeugen. Auch Straftaten gegen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte stiegen tendenziell an.

Erfreulicherweise haben sich die Rauschgiftdelikte grundsätzlich positiv entwickelt. Bedingt durch die Teillegalisierung von Cannabis kam es in diesem Bereich mit -75,7 % zum auffälligsten Rückgang der Fallzahlen.  Deutlich verringert haben sich aber auch die Verstöße mit den Stoffarten Heroin (-66,7 %) und Kokain (-45,2 %). In diesem Zusammenhang reduzierte sich sowohl die direkte Beschaffungskriminalität als auch die Rauschgiftkriminalität im Allgemeinen.

In der Besprechung wurde auch die sogenannte Caponniere in Neu-Ulm, mit dem vorgelagerten Bahnhofsbereich, thematisiert. In den vergangenen Monaten und Jahren haben sich Bürgerinnen und Bürger, insbesondere aus den unmittelbar angrenzenden Wohnanlagen, über Ruhestörungen, Müllablagerungen und Respektlosigkeiten durch anwesende Jugendliche beschwert. Die Caponniere stellt aufgrund ihrer günstigen Lage zum Einkaufszentrum „Glacis-Galerie“ regelmäßig, insbesondere in den Sommermonaten, einen zentralen und beliebten Treffpunkt für Jugendgruppen dar. Durch gemeinsame Kontrollmaßnahmen der Sicherheitsbehörden konnte eine Reduzierung der Verstöße sowie der Beschwerden erreicht werden.

„Wir nehmen die Anliegen unserer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst. Aus diesem Grund haben wir gemeinsam mit der Stadt Neu-Ulm ein umfassendes Maßnahmenkonzept erarbeitet und umgesetzt. Die aktuell positive Entwicklung ist das Ergebnis verstärkter Präsenz, gezielter Kontrollmaßnahmen und vor allem einer engen Zusammenarbeit. Es freut mich sehr, dass wir gemeinsam Fortschritte erzielen. Seien Sie versichert, dass wir auch künftig dafür Sorge tragen werden, die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Bürgerinnen und Bürger weiter zu steigern“,

so Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner.

Im Phänomenbereich des Callcenter-Betrugs ist seit 2022 ein deutlicher Rückgang der für Täter erfolgreich verlaufende Fälle erkennbar. Bei den erbeuteten Schadenssummen ist hingegen eine Verdopplung feststellbar. So wurden im Jahr 2023 noch 25 erfolgreiche Betrugsstraftaten mit einer Schadenssumme von 156.026 Euro angezeigt, im Jahr 2024 waren es nur noch 14 Fälle, allerdings belief sich die Schadensumme hier auf 339.423 Euro. Bei der Vorgehensweise „Falscher Polizeibeamter/Amtsträger“ registrierte die Polizei zwei Fälle im Vergleich zu einem Fall im Vorjahr. Die Schadenssumme betrug im Jahr 2024 67.000 Euro.

Ein positiver Trend ist hingegen bei den Wohnungseinbruchsdiebstählen zu verzeichnen. So wurden im Jahr 2024 insgesamt 21 Straftaten weniger als im Jahr 2023 registriert. Abgesehen vom Jahr 2021 ist dies der niedrigste Wert seit 2015 (106 Fälle).

Eine ebenfalls positive Entwicklung nehmen die Verkehrsunfallzahlen. Hier kam es zu einem merklichen Rückgang von -3,82 % im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Zusammenhang kam es auch zu einem Rückgang bei den Verletzten um -2,02 % und bei den getöteten Personen um -54,55 %. Bei drei von fünf Unfalltoten handelte es sich um Pedelec-Fahrer. Bei den Schulwegunfällen ist eine Steigerung um 50 % festzustellen. Zudem ist eine Zunahme der folgenlosen Trunkenheits- und Drogenfahrten feststellbar. Die Hauptunfallursachen waren Vorfahrtsverletzungen und die Missachtung des Sicherheitsabstandes.

Das Sicherheitsgespräch ist von zentraler Bedeutung und unterstreicht das Engagement aller Beteiligten und hat zum Ziel, die Lebensqualität und das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig zu stärken. Sowohl Landrätin Eva Treu als auch Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger lobten den offenen Dialog und die konstruktive sowie professionelle Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden.

„Ich danke allen Teilnehmenden sowie den Einsatzkräften herzlich, die sich jeden Tag um die Anliegen der Bürgerinnen und Bürger kümmern und dafür sorgen, dass sie sich in unserem Landkreis gut aufgehoben fühlen“,

sagte Landrätin Eva Treu.

 

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