KEMPTEN. Mit dem Ziel, die aktuelle Kriminalitäts- und Sicherheitslage zu beleuchten, fand im Juli 2025 das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen der Stadt Kempten (Allgäu) und dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West statt.
An dem Gespräch bei der Stadt Kempten nahmen neben Oberbürgermeister Thomas Kiechle und Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner auch die Leiter der Polizeiinspektion Kempten, der Kriminalpolizeiinspektion Kempten, der Verkehrspolizei Kempten und der Zentralen Einsatzdienste Kempten statt. Seitens der Stadtverwaltung Kempten waren die zuständigen Abteilungs- und Amtsleiterinnen und Leiter der Kommunalverwaltung am Erfahrungsaustausch beteiligt.
Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner stellte zusammen mit den Dienststellenleitern anhand der Polizeilichen Kriminalstatistik die aktuelle Sicherheitslage für die Stadt Kempten vor. Im direkten Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl der registrierten (bereinigten) Straftaten von 4.009 um 9,1 % auf 3.643 rückläufig. Eine signifikante Reduzierung der Fallzahlen ist insbesondere bei den Betäubungsmittelstraftaten (-60 %) und den Eigentumsdelikten (-10,2 %) erkennbar. Eine Zunahme war bei den Körperverletzungsdelikten (+26 %) sowie Sachbeschädigungsdelikten an Kraftfahrzeugen (+45,1 %) zu verzeichnen.
Ebenfalls positiv entwickelte sich der Phänomenbereich Callcenterbetrug. Hier reduzierten sich die, aus Tätersicht erfolgreich umgesetzten Betrugsfälle, wie auch der daraus erwirtschaftete Beuteschaden bereits das dritte Jahr in Folge. Während im Jahr 2023 noch 17 erfolgreiche Betrugsdelikte mit einer Schadenssumme von 153.228 Euro zur Anzeige gebracht wurden, waren es im Jahr 2024 nur noch sieben Fälle mit einem Beuteschaden von 140.260 Euro. Im direkten Vergleich zum Jahr 2022 bedeutet dies für die Fallzahlen einen Rückgang von rund 33 %, für die Schadenssumme sogar ein Rückgang von über 85 %.
Die Aufklärungsquote für die Stadt Kempten korrigierte sich von 75,4 % im Jahre 2023 auf 69 % im aktuellen Berichtsjahr nach unten. Dieser Wert ordnet sich knapp unter der Aufklärungsquote von 69,9 % für den Präsidialbereich Schwaben Süd/West, aber noch über der gesamtbayerischen Aufklärungsquote von 64,9 % ein. Hauptursache für den Rückgang sind die Effekte des Konsumcannabisgesetzes.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung stellte die Polizei die Verkehrsunfallstatistik 2024 für die Stadt Kempten vor. Die Anzahl der Verkehrsunfallzahlen erfuhr eine Steigerung im Berichtsjahr von 2.454 Verkehrsunfälle auf 2.499 Verkehrsunfälle. Dieser Trend setzte sich leider auch bei der Anzahl der Verletzten (+43 Personen, 2023: 451) und den Verkehrsunfalltoten (+1, 2023: 0) fort. Allerdings ist im Bereich der Schwerverletzten ein Rückgang auf 35 Personen (- 27 %) zu verzeichnen. Als Hauptunfallursachen wurden die Missachtung des Sicherheitsabstandes, die Vorfahrtsverletzung sowie Fehler beim Wenden oder Rückwärtsfahren ermittelt. Die Anzahl der (folgenlosen) Drogenfahrten erfuhr eine Steigerungsrate von rund 28 % im Vergleich zum Jahr 2023.
„Wir beobachten eine sehr differenzierte Entwicklung der Kriminalitäts- und Verkehrsunfallstatistik. Die positiven Zahlen, insbesondere aus dem Phänomenbereich Callcenter beweisen, dass unsere Maßnahmen zur Aufklärung, Prävention und Strafverfolgung die gewünschte Wirkung entfalten. Allerdings muss in Anbetracht der steigenden Verkehrsunfallzahlen der Fokus noch stärker auf eine Intensivierung von Verkehrskontrollen, hier insbesondere auf die Ahndung von Alkohol- und Betäubungsmitteldelikten gelegt werden. Wir möchten die Bevölkerung eindringlich bitten, im Straßenverkehr besonders vorsichtig und rücksichtsvoll zu sein. Es liegt in unserer gemeinsamen Verantwortung, die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten“.
So Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner.
Ein weiteres wichtiges Thema war die Sicherheit bei Veranstaltungen. Der Austausch der Sicherheitsbehörden ist auch hier sehr konstruktiv.
Nicht zuletzt diese vertrauensvolle und professionelle Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden stellt die Grundlage für ein starkes und stabiles Sicherheitsempfinden unserer Bürgerinnen und Bürger dar. Der Dialog unter anderem in Form eines Sicherheitsgesprächs wird sowohl von Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner, wie auch von Oberbürgermeister Thomas Kiechle als zielführend und wichtig begrüßt. (PP Schwaben Süd/West / Stadt Kempten (Allgäu))
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