11.03.2025, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

ILLERTISSEN. Eine Seniorin wurde Opfer einer dreisten Betrugsmasche. Ein Anrufer gab sich als Polizist aus und täuschte einen Notfall vor, um die Frau zur Übergabe ihres Goldes zu bewegen. Der Schaden liegt im höheren fünfstelligen Bereich. Die Polizei bittet um Zeugenhinweise.

Am 10.03.2025 wurde eine Seniorin aus dem Stadtteil Au Opfer der Betrugsmasche Schockanruf. Die Rentnerin erhielt einen Anruf mit unterdrückter Nummer auf ihrem Festnetztelefon. Der Anrufer gab sich als Polizeibeamter aus und behauptete, die Tochter der Frau habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angebliche Haftentlassung zu ermöglichen, forderte er eine Zahlung von mehreren zehntausend Euro oder die Übergabe von Gold. Die Frau glaubte zu diesem Zeitpunkt dem Anrufer und übergab vor ihrer Haustüre Gold im Wert von über 75.000 Euro an einen unbekannten Abholer. Erst kurz nach der Übergabe stellte sich durch einen zufälligen Anruf ihrer echten Tochter heraus, dass es sich um Betrug handelte. Die Polizei Illertissen wurde erst nachträglich informiert. Die eingeleiteten Fahndungsmaßnahmen blieben bislang ohne Erfolg.

 

Zeugenaufruf

Wer hat am vergangenen Montag zwischen 13:00 und 14:00 Uhr im Ortsteil Au verdächtige Beobachtungen gemacht? Der Abholer wird als etwa 35-jähriger, schlanker Mann mit einer Körpergröße von circa 160 cm beschrieben. Er trug eine dunkle Wintermütze.

Die weiteren Ermittlungen wurden zwischenzeitlich vom zuständigen Fachkommissariat der Kriminalpolizei Neu-Ulm übernommen. Sachdienliche Hinweise werden an die Kriminalpolizeiinspektion Neu-Ulm unter der Telefonnummer 0731 80130 erbeten.

 
Hinweise zu den bekannten Maschen

Die Polizei warnt vor aktuellen Betrugsmaschen, bei denen Kriminelle gezielt Ängste und Unsicherheiten ausnutzen, um an Geld oder Wertgegenstände zu gelangen. Informieren Sie sich über die Methoden der Täter und schützen Sie sich und Ihre Angehörigen mit den folgenden Hinweisen:

Falsche Polizeibeamte

In dieser Betrugsmasche behaupten die Täter, dass ein Einbruch in das Haus der Opfer bevorstehe. Sie fordern diese auf, Bargeld und Wertgegenstände zur Sicherung an vermeintliche Polizeibeamte zu übergeben. Während des Gesprächs bleiben die Betrüger häufig am Telefon, um eine Kontaktaufnahme mit echten Angehörigen oder der Polizei zu verhindern und zusätzlichen Druck aufzubauen.

Schockanrufe

Sogenannte Schockanrufe zielen darauf ab, die Opfer durch Panik zu unüberlegten Handlungen zu drängen. Die Täter geben vor, ein naher Verwandter oder Bekannter befinde sich in einer akuten Notlage, die nur durch eine sofortige Geldzahlung abgewendet werden könne. Geschickt setzen sie die Betroffenen psychisch unter Druck, um sie zu einer schnellen Überweisung zu bewegen. Hier werden oft Verkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang vorgetäuscht.

Betrug über Messenger-Dienste

Eine typische Nachricht könnte so beginnen: „Hallo Mama, mein Handy ist kaputt. Deshalb habe ich eine neue Nummer. Die alte kannst du löschen.“ Im Chat geben sich die Täter als Angehörige aus und bauen Vertrauen auf. Kurz darauf bitten sie um dringende finanzielle Hilfe, etwa für die Begleichung einer angeblichen Rechnung, da beispielsweise ihr Onlinebanking oder ihre EC-Karte nicht funktioniere.

 

So schützen Sie sich vor Betrug:

Die Polizei rät zur Vorsicht und betont: Ein gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit.

Beachten Sie folgende Tipps:

Allgemeine Hinweise:

  • Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.
  • Beenden Sie das Gespräch, sobald Geld gefordert wird.
  • Geben Sie keine sensiblen Informationen preis, wie finanzielle Verhältnisse oder Aufbewahrungsorte von Wertsachen.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an Fremde.
  • Echte Polizeibeamte oder Behörden fordern niemals Bargeld, Überweisungen oder Wertgegenstände, um Ermittlungen durchzuführen oder Ihr Geld in Sicherheit zu bringen.
  • Die Rufnummer 110 erscheint bei einem Anruf der echten Polizei niemals im Display.

Verhaltensregeln bei verdächtigen Anrufen:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich jemand nicht eindeutig vorstellt oder sich als Verwandter ausgibt, den Sie nicht erkennen.
  • Rufen Sie den angeblichen Angehörigen oder Bekannten unter der Ihnen bekannten Nummer zurück, um die Echtheit zu prüfen.
  • Sprechen Sie mit Nachbarn oder Angehörigen, bevor Sie auf Forderungen eingehen.

Sicherheit bei Nachrichten über Messenger-Dienste:

  • Ist der Kontakt neu oder unbekannt?
  • Wird Geld gefordert?
  • Behauptet der Kontakt, dass Anrufe oder Sprachnachrichten nicht möglich seien?

Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, gehen Sie wie folgt vor:

  • Seien Sie misstrauisch – es könnte sich um Betrug handeln.
  • Rufen Sie den vermeintlichen Angehörigen unter einer bekannten Nummer an.
  • Melden Sie den Vorfall der Polizei.

 

Sprechen Sie über diese Maschen

Informieren Sie Ihre Verwandten, Bekannten und Nachbarn über diese Betrugsphänomene. Besonders ältere Menschen sind häufig das Ziel solcher Straftaten. Ihre Aufmerksamkeit und Vorsicht können helfen, andere zu schützen.

In Verdachtsfällen:

Wenden Sie sich sofort an die Polizei. Nutzen Sie den Notruf 110, um verdächtige Vorfälle zu melden. Ihre Wachsamkeit kann entscheidend sein!

 

Medienkontakt:
Pressestelle beim Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, D-87439 Kempten (Allgäu),
Rufnummer (+49) 0831 9909-0 (-1012/ -1013).