18.07.2024, Polizeipräsidium Schwaben Süd/West

NEU-ULM. Am 11.07.2024 fand in den Räumlichkeiten des Rathauses Neu-Ulm das jährliche Sicherheitsgespräch zwischen Polizei, der Stadt und dem Landkreis Neu-Ulm statt. Unter Führung von Oberbürgermeisterin Katrin Albsteiger, dem stellvertretenden Landrat Erich Winkler und Polizeipräsidentin Dr. Claudia Strößner wurde die Sicherheitslage in der Stadt und im Landkreis Neu-Ulm erörtert.

Neben den Behördenleitungen nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter der Schutzpolizeien aus Illertissen, Neu-Ulm, Senden und Weißenhorn, der Verkehrspolizei Günzburg, der Kriminalpolizei Neu-Ulm, sowie die zuständigen Referats- und Abteilungsleitungen des Landratsamtes und der Stadt Neu-Ulm teil. Erstmalig nahm auch die Leiterin der Bundespolizeiinspektion Nürnberg, PDìn Townson an der Besprechung teil. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckt sich im Bayerischen von Mittelfranken bis an die Baden-Württembergische Grenze.  

Sicherheitsgespräche bilden die regelmäßige Grundlage der Sicherheitsbehörden, um sich gemeinsam ein Bild über die Kriminalitätsentwicklung zu machen, aktuelle Problemstellungen zu erörtern und mögliche gemeinsame Strategien zu entwickeln.

Polizeipräsidentin Dr. Strößner erläuterte die Allgemeine Sicherheitslage und ging hierbei auf die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik ein.

„Die Zahlen sind erfreulicherweise leicht rückläufig oder auf gleichem Niveau gegenüber dem Vorjahr geblieben, die Menschen leben hier in einer sehr sicheren Region. Auch die ersten, für das Jahr 2024 vorliegenden Daten, belegen diesen Trend.“

Die Anzahl der Straftaten stieg im Landkreis um sieben Fälle an und liegt jetzt bei 7.275 (bereinigt: 7.089) erfassten Straftaten (+0,1 %). Hingegen sank die Zahl für die Stadt Neu-Ulm von 3.646 auf 3.537 (bereinigt 3.512), was einen Rückgang von 3 % darstellt. Bereinigt bedeutet, dass Tatbestände, die ausschließlich durch Ausländer begangen werden können, herausgerechnet werden. Ausländerrechtliche Verstöße sind Straftaten nach dem Aufenthalts-, Asyl- und Freizügigkeitsgesetz, z. B. die illegale Einreise.

Die Aufklärungsquote für die Stadt Neu-Ulm sank leicht auf 68,8 % (Vorjahr 70,0 %) und im Landkreis auf 70,2 % (Vorjahr 71,0 %). Damit liegt man aber immer noch über dem gesamtbayerischen Schnitt von rund 68%.

Die Häufigkeitszahl für den Landkreis Neu-Ulm sank von 4.099 auf 4.032 und in der Stadt Neu-Ulm von 6.096 auf 5.794, was jeweils einen sehr guten Wert darstellt. Die Häufigkeitszahl beschreibt das Verhältnis der bekannt gewordenen Straftaten pro hunderttausend Einwohnern

Im Bereich des Straßenverkehrs stiegen die Unfallzahlen sowohl für den Landkreis Neu-Ulm (von 5.395 auf 5.727) als auch für die Stadt Neu-Ulm (von 2.217 auf 2.479) an. Die Anzahl der bei den Verkehrsunfällen verletzten Personen stieg damit auch in beiden Bereichen leicht an. Zudem kamen im Landkreis und in der Stadt gegenüber dem Vorjahr mehr Personen bei Verkehrsunfällen zu Tode. Die Zahl im Landkreis stieg von acht tödlichen Verkehrsunfällen im Jahr 2022 auf elf im Jahr 2023. Im Stadtgebiet Neu-Ulm stieg die Zahl der Getöteten von drei auf fünf Personen. Neben der Zunahme des Verkehrs nach Ende der Coronapandemie sind auch viele Pedelec-Fahrerinnen und -Fahrer in Verkehrsunfälle verwickelt und für die Entwicklung der Unfallzahlen mit verantwortlich.

Kurz thematisiert wurden das in Kraft getretene Konsumcannabisgesetzes (CanG) und die Umsetzung in den verschiedenen Sicherheitsbehörden. Erfahrungswerte liegen hier noch nicht vor, jedoch war man sich einig, dass die Fachbehörden eng miteinander zusammenarbeiten müssen.

Weiterer Themenschwerpunkt war die Sicherheit im Umfeld des Neu-Ulmer Bahnhofs. Anfang März hatten sich zwei öffentlichkeitswirksame Straftaten ereignet, die in den Medien, aber auch bei den Neu-Ulmer Bürgerinnen und Bürger zu einer Diskussion über die Sicherheit am Julius-Rohm-Platz führten. Obwohl die Kriminalitätsbelastung in den letzten fünf Jahren im Bereich des Neu-Ulmer Bahnhofs gesunken ist, wurde das subjektive Sicherheitsgefühl durch die Vorfälle stark beeinträchtigt. Mit einer Vielzahl von Maßnahmen in Zusammenarbeit von Polizei, Stadt und Centermanagement soll die gefühlte Sicherheit wieder stabilisiert werden.

Zum Abschluss wurde der „Hundeköderfall“ in Neu-Ulm angesprochen. Beamten des Zentralen Ermittlungsdienstes in Neu-Ulm war es hier gelungen, einem über Jahre agierenden Tierquäler das Handwerk zu legen. Er hatte immer wieder, in unregelmäßigen Abständen präparierte Hundeköder, die zu Verletzungen bei den Tieren führte, ausgelegt. Durch den langen Atem der Sicherheitsbehörden konnte der Täter nun ermittelt und somit die Angst von den Tierhaltern genommen werden.

Abschließend bedankten sich die Behördenleiterinnen und Behördenleiter nochmals mit dem Hinweis auf die sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Sicherheitsbehörden. (PP Schwaben Süd/West)