23.03.2022, Polizeipräsidium Schwaben Nord

Telefonbetrug ist weiterhin ein aktuelles Thema. Dabei lassen sich Täter regelmäßig neue Maschen einfallen, um an das Ersparte von Seniorinnen und Senioren zu kommen. Die Polizei informiert über zwei neuere und sich aktuell häufende Herangehensweisen der Telefonbetrüger:

Ein angeblicher Bankmitarbeiter macht sein Opfer telefonisch darauf aufmerksam, dass es eine unberechtigte Abbuchung vom Konto des Angerufenen gegeben habe, meist von einem Online-Versandhaus. Dies müsse anhand der EC-Karte des Opfers überprüft werden, wozu die PIN genannt werden soll. Anschließend wird angekündigt, dass ein Polizeibeamter zur Anzeigenaufnahme vorbeikommen und die angeblich „fehlerhafte“ EC-Karte sicherstellen würde.

Mit dieser Methode gingen Betrüger Anfang März eine 81-jährige Augsburgerin an. Diese übergab - nach dem Telefonat mit dem angeblichen Bankmitarbeiter - ihre EC-Karte an einen falschen Polizeibeamten, welcher an der Haustüre der Frau klingelte. Der falsche Polizeibeamte nahm die EC-Karte der Frau mit und hob dank der zuvor telefonisch übermittelten PIN insgesamt 1.000 Euro an einem Geldautomaten ab.

Eine andere Zielrichtung derartiger Gespräche von falschen Bankmitarbeitern geht dahin, dass überprüft werden müsse, ob es sich bei der Barschaft des Opfers um Falschgeld handelt. Dabei werden zuerst die Nummern der Geldscheine telefonisch von den Betrügern abgefragt. Am Ende des Telefonats wird ein angeblicher Mitarbeiter der Bank angekündigt, der das Bargeld der Opfer bei ihnen zu Hause persönlich „überprüfen“ wird.

So geschehen am 08.03.2022 in Augsburg. Der Täter erbeutete dabei die gesamten Ersparnisse des 85-jährigen Opfers, das mehr als 10.000 Euro in Scheinen in einem Briefumschlag gesammelt hatte und zur „Überprüfung“ einem falschen Bankmitarbeiter an der Haustüre übergab. Zuvor wurde er mit der beschriebenen Masche angerufen.

Diese beiden Begehungsweisen treten derzeit häufiger im nordschwäbischen Bereich auf. Die Täter greifen aber weiterhin auch auf die bekannten Maschen, wie beispielsweise die des falschen Polizeibeamten, der sog. Schockanrufe und dem Enkeltrick zurück.

Die Polizei rät, derartige Anrufe sofort zu beenden und aufzulegen.
Es wird appelliert, niemals persönliche Daten am Telefon preiszugeben und weder Bargeld noch andere Wertgegenstände an Fremde zu übergeben.
Betroffene sollen bei derartigen Anrufen sofort die Polizei über den Vorfall informieren und Kontakt mit deren Angehörigen aufnehmen.

Angehörige und Bezugspersonen von älteren Menschen werden insbesondere gebeten, Seniorinnen und Senioren über die Maschen der Täter und das richtige Verhalten bei derartigen Anrufen zu informieren.