21.01.2022, Polizeipräsidium München

94.       Körperverletzungsdelikt – Ramersdorf

95.       Größerer Polizeieinsatz nach Bedrohung – Forstenried

96.       Raubüberfälle auf Tankstellen – Altstadt und Pasing

97.       Raubdelikt – Lerchenau

98.       Organisierter Callcenterbetrug; zwei Fälle von Falschen Polizeibeamten – Stadtgebiet München

99.       Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes; Festnahme von zwei Tatverdächtigen – Milbertshofen

            -siehe Medieninformation vom 14.01.2022, Nummer 64

100.     Jahresbilanz 2021 zum Präventionsprojekt „Polizei und Geflüchtete im Dialog“

 


Am Mittwoch, 19.01.2022, gegen 17:00 Uhr, verständigte ein 16-Jähriger mit Wohnsitz in München den Polizeinotruf 110.

Hierbei schilderte er, dass sein Bruder, ein 21-Jähriger, ihn soeben mit einem Messer attackiert hätte. Daraufhin fuhren unmittelbar mehrere Streifen der Polizei München zu der Wohnung der Brüder.

Der 21-Jährige konnte in der Küche der Wohnung festgenommen werden. Der 16-Jährige wurde mit Stichverletzungen in ein Krankenhaus gebracht. Dieses konnte er nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand kam es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung zwischen den Brüdern und in der Folge zu einem körperlichen Übergriff in dessen Verlauf der 21-Jährige seinen jüngeren Bruder mit einem Küchenmesser im Bereich des Rückens verletzte.

Der 21-Jährige wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen in Gewahrsam genommen.

Das Kommissariat 26 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.


 

Am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 19:00 Uhr kam es in einer Wohnung zunächst zu einem Familienstreit, in dessen Verlauf ein 35-Jähriger seine Mutter mit einem Küchenmesser bedrohte. Den Eltern des 35-Jährigen gelang es in der Folge sich aus der Wohnung zu entfernen und den Polizeinotruf 110 zu verständigen.

Unter Hinzuziehung einer größeren Anzahl von Polizeikräften konnte der in der Wohnung verbliebene 35-Jährige festgenommen werden. Nachdem bei dem 35-Jährigen Anzeichen für eine psychische Ausnahmesituation festgestellt wurden, erfolgte in der Folge eine Unterbringung in eine entsprechende Klinik.

Das Kommissariat 26 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.


 

Fall 1:

Am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 20:15 Uhr, betrat eine unbekannte männliche Person eine Tankstelle im Bereich der Sonnenstraße.

Der Täter übergab er dem Kassenwart, einem 30-jährigen Münchner, eine Tüte und forderte die Herausgabe von Bargeld. Auf Ansprache des Angestellten der Tankstelle deutete der Täter an, eine Waffe mitzuführen. Zu einem Vorzeigen einer Waffe kam es hierbei nicht.  

Als ein Kunde die Tankstelle betrat sah der Täter von weiteren Tathandlungen ab und verließ die Geschäftsräume. Im Anschluss flüchtete er mit einem Fahrrad von der Tatörtlichkeit.

Der Angestellte der Tankstelle verständigte in der Folge den Polizeinotruf 110. Unmittelbar eingeleitete Fahndungsmaßnahmen verliefen ohne den gewünschten Erfolg.

 

Fall 2:

Am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 22:00 Uhr, betrat ein unbekannter männlicher Täter eine Tankstelle im Bereich der Bodenseestraße. Hierbei handelte es sich nach aktuellem Erkenntnisstand um denselben Täter wie in Fall 1.

Auch in diesem Fall händigte der Täter dem Kassenwart, einem 56-jähriger Münchner, eine Tüte aus und forderte die Herausgabe von Bargeld. Hierbei hielt der Täter eine schwarze Schusswaffe in der Hand. Der Angestellte händigte daraufhin Bargeld und Waren im Wert von mehreren hundert Euro aus. Im Anschluss verließ der Täter die Tankstelle und entfernte sich wiederum mit einem Fahrrad.

Auch in diesem Fall führten unmittelbar eingeleitete Fahndungsmaßnahmen nicht zum Ergreifen eines Tatverdächtigen.

Das Kommissariat 21 hat die weiteren Ermittlungen in beiden Fällen übernommen.

 

Der Täter wird in beiden Fällen wie folgt beschrieben:

Männlich, ca. 25 Jahre alt, ca. 190 cm groß, normale bis kräftige Statur; bekleidet mit schwarzem Kapuzenpullover mit weißem Muster aus den Buchstaben „LV" sowie Sternen und großer Aufschrift auf Brusthöhe mit „SUPREME", helle Jogginghose, schwarze Stiefel, weiße Handschuhen, unterwegs mit einem Herrnfahrrad

Zeugenaufruf:

Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Sonnenstraße und im angegebenen Zeitraum im Bereich der Bodenseestraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesen Vorfällen stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.


 

Am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 19:00 Uhr, befand sich eine 53-Jährige mit Wohnsitz in München als Fußgängerin in einer Grünanlage im Bereich der Wilhelmine-Reichard-Straße. Hierbei schob sie ein Fahrrad.

Auf Höhe des dortigen Spielplatzes kam ihr eine unbekannte männliche Person entgegen und forderte mehrfach Geld von ihr.

Da sich die 53-Jährige weigerte Bargeld auszuhändigen, zog der unbekannte Täter unvermittelt eine Machete und bedrohte diese damit. Diese streckte er ihr entgegen und schlug in der Folge mit dem Griff nach der 53-Jährigen. Sie schrie lautstark um Hilfe, woraufhin zwei Passanten einschritten.

Daraufhin sah der Täter von weiteren Tathandlungen ab und entfernte sich von der Tatörtlichkeit. Zuvor entwendete der Täter noch das am Boden liegende Fahrradschloss der 53-Jährigen. Die 53-Jährige blieb durch den Übergriff unverletzt.

Eine sofort eingeleitete Fahndung verlief ohne den gewünschten Erfolg.

Das Kommissariat 21 hat die weiteren Ermittlungen übernommen.

 

Der Täter kann wie folgt beschrieben werden:

Männlich, unter 20 Jahre alt, ca. 170 cm, schlanke Statur, schwarze glatte Haare; bekleidet mit einer dunkelblauen Jacke, evtl. rote Mütze

Zeugenaufruf:

Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Wilhelmine-Reichard-Straße, in der dortigen Parkanlage, Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 21, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.


 

Am Donnerstag, 20.01.2022, ereigneten sich im Stadtgebiet München zwei vollendete Fälle des organisierten Callcenterbetruges durch Falsche Polizeibeamte.

Fall 1:

Bislang unbekannte Täter riefen am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 12:20 Uhr, bei einer über 80-jährigen Münchnerin an und gaben sich als Polizeibeamte aus. Durch die konstante und manipulative Gesprächsführung gelang es dem Anrufer, die über 80-jährige Münchnerin dazu zu bewegen, einem bislang unbekannten Abholer mehrere tausend Euro Bargeld zu übergeben.

Einige Stunden später schöpfte die Münchnerin Verdacht und den Polizeinotruf 110.

Täterbeschreibung des Abholers:

Männlich, ca. 180 cm groß, ca. 30 Jahre alt, graumelierte Haare, Brille, schlank, sprach Hochdeutsch, trug eine Maske

Fall 2:

Ebenfalls am Donnerstag, 20.01.2022, gegen 13:00 Uhr, kontaktierten bislang unbekannte Täter eine ebenfalls über 80-Jährige mit Wohnsitz in München und gaben sich abermals als Polizeibeamte aus.

Im weiteren Verlauf des Telefonats setzten sie die Münchnerin unter Druck, indem sie behaupteten, dass ihr Sohn von der Polizei festgenommen sei. Durch die ebenfalls konstante und manipulative Gesprächsführung gelang es den Anrufern, dass die Münchnerin ihre Ersparnisse von mehr als zehntausend Euro verpackte und aus dem Fenster warf.

Ein bislang unbekannter männlicher Abholer nahm diese an sich und flüchtete vom Tatort.

Die im Anschluss durchgeführten Fahndungsmaßnahmen verliefen ohne den gewünschten Erfolg.

Beide Fälle werden durch die AG Phänomene des Polizeipräsidiums München bearbeitet.

 

Zeugenaufruf:

Wer hat im angegebenen Zeitraum im Bereich der Augustenstraße/Zieblandstraße/ Luisenstraße/Heßstraße und im Bereich der Quiddestraße/Plettstraße/Ständlerstraße Wahrnehmungen gemacht, die im Zusammenhang mit diesem Vorfall stehen könnten?

Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, AG Phänomene, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Hinweis Ihrer Münchner Polizei:

Falsche Polizei- oder Kriminalbeamte verwenden fast immer den Trick, dass sie die Angerufenen über vermeintliche Einbrüche in der Nachbarschaft informieren. Sie behaupten, dass sie deshalb in der Wohnung mögliche Geld- bzw. Schmuckbestände kontrollieren müssten.

Vergewissern Sie sich bitte durch einen selbstständigen Anruf beim Polizeinotruf 110, ob es sich tatsächlich um einen Polizeibeamten handeln könnte. Wenn Sie den Polizeinotruf 110 anrufen, vergewissern Sie sich bitte, dass ein vorheriger Anruf auch definitiv beendet wurde, indem der Hörer aufgelegt oder eine entsprechende Taste eines Mobiltelefons gedrückt wurde. Lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung, die sich nicht eindeutig legitimieren können.

Dieser Hinweis gilt außerdem für Betrugsmaschen ähnlicher Art. Wenn Sie Anrufe von vermeintlichen Personen anderer Behörden erhalten, vergewissern Sie sich über einen unabhängigen Anruf bei dieser Behörde, ob der Anrufer tatsächlich in deren Auftrag bei Ihnen angerufen hat.

Machen Sie am Telefon niemals Angaben über Ihre finanziellen Verhältnisse und teilen Sie keine Bankverbindungsdaten mit.


 

-siehe Medieninformation vom 14.01.2022, Nummer 64

 

Wie bereits berichtet, wurde die Polizei am Donnerstag, 13.01.2022, gegen 18:35 Uhr, per Notruf von einem Überfall in einer Wohnung in Milbertshofen informiert. Hier drangen mehrere Personen in eine Wohnung ein. Ein dort zu Besuch befindlicher 17-Jähriger wurde von den Tätern unvermittelt körperlich attackiert und im weiteren Verlauf in den Oberkörper geschossen.

Anschließend flüchteten sie wieder aus der Wohnung. Intensive polizeiliche Fahndungsmaßnahmen wurden eingeleitet, führten aber zunächst nicht zu einem Ergreifen der Geflüchteten.

Die weitere Sachbearbeitung wurde unmittelbar vom Kommissariat 11 (vorsätzliche Tötungsdelikte) des Polizeipräsidiums München übernommen.

Aufgrund der äußerst umfangreichen und akribischen Ermittlungsarbeiten der Kriminalpolizei konnten jetzt zwei Tatverdächtige ermittelt werden. Bei ihnen handelt es sich um einen 18-Jährigen und einen 16-Jährigen, beide in München wohnhaft.

Auf Antrag der Staatanwaltschaft München I erließ der Ermittlungsrichter beim Amtsgericht München gegen beide Tatverdächtige Haftbefehle wegen versuchten Mordes. Die beiden Haftbefehle konnten dann zeitnah am Freitag, 21.01.2022 in den frühen Morgenstunden durch polizeiliche Spezialeinheiten vollzogen werden. Die Tatverdächtige werden heute dem Ermittlungsrichter vorgeführt.

Die Ermittlungen zum Hintergrund der Tat und insbesondere zur Identifizierung weiterer Tatverdächtiger dauern weiterhin an.


 

Mit dem Netzwerkprojekt „Polizei und Geflüchtete im Dialog“ werden organisierte integrationsfördernde Begegnungen in München weiter vorangetrieben. Darauf hat Polizeipräsident Thomas Hampel am Freitag, 21. Januar 2022, in München hingewiesen. „Alleine im Jahr 2021 konnten bereits insgesamt über 45 Polizeiangehörige und Geflüchtete ihre Qualifizierung zu sogenannten Kulturmoderatoren erfolgreich abschließen“, bilanzierte Hampel.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann erklärte: „Die neuen Kulturmoderatoren spielen in den Flüchtlingsunterkünften eine wichtige Rolle – nicht nur, weil sie dort mehr Vertrauen in die Polizei schaffen. Sie sind auch Moderatoren und Vermittler, zum Beispiel bei der Kriminal- und Verkehrsprävention. Damit tragen sie zu einem besseren Verständnis unserer Kultur- und Werteordnung bei. Insgesamt ist das ein hervorragender Ansatz, um das interkulturelle Miteinander zu stärken."

Die Integrationsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung Gudrun Brendel-Fischer, MdL verweist darauf, dass geflüchtete Menschen in ihren Heimatländern oftmals keine vertrauenserweckenden Erfahrungen mit der Polizei gemacht haben: „Umso wichtiger ist es, ihnen die Aufgaben unserer bayerischen Polizistinnen und Polizisten näherzubringen und gleichzeitig Verständnis für die Herausforderungen von Geflüchteten in einem fremden Lebensraum zu entwickeln. Mit dem auf beide Zielgruppen abgestimmten Konzept der Kulturmoderation wird ein intensives Kennenlernen ermöglicht. Das baut Vorurteile ab und schafft Vertrauen!“

Schon seit Sommer 2020 absolvierten die nun zertifizierten Kulturmoderatorinnen und Kulturmoderatoren dazu eine mehrstufige Ausbildung mit theoretischen Inhalten zu kulturspezifischen sowie präventivpolizeilichen Themen und konnten diese bereits bei ersten kleineren Veranstaltungen mit Geflüchteten in diesem Jahr praktisch umsetzen. „Soziale Teilhabe ist ein wichtiger Baustein für Integration und darf sich nicht nur auf wenige Konfliktsituationen oder vereinzelte negative Kontakte beschränken. Eine unbefangene Kommunikation sowie Interaktion über professionell organisierte Veranstaltungen fördern das gegenseitige Verständnis und schaffen so eine gemeinsame Vertrauensbasis für die polizeiliche Präventionsarbeit“, betonte Polizeipräsident Thomas Hampel.

Die Gründerin von BrückenBauen gUG Julia Halm bekräftigte: „Für BrückenBauen ist dieses Projekt insofern besonders, dass wir ein Team aus Kulturmoderatoren bilden konnten, in denen Alteingesessene und Neuangekommene als gleichwertige Trainerkollegen zusammen arbeiten. Durch das Einbeziehen der Münchner Unterkünfte treffen zudem sehr verschiedene Akteure zusammen. Dieses Zusammenspiel gelingt deshalb so gut, da gemeinsame Ziele verfolgt werden: Der Einsatz für ein besseres Miteinander und die Stärkung der polizeilichen Präventionsarbeit.“

Angesichts der nach wie vor dynamischen Entwicklung des Infektionsgeschehens waren Präsenzveranstaltungen bislang nur eingeschränkt möglich. Gleichwohl konnten alleine seit den Sommermonaten 2021, unter strengen Infektionsschutz- und Hygienebestimmungen, bereits rund 25 Seminare durchgeführt und damit über 600 Geflüchtete erreicht werden. Mit vertrauensbildenden Maßnahmen wurden dabei bisherige Erfahrungen ausgetauscht sowie an unterschiedlichen Thementagen gemeinsam präventivpolizeiliche Inhalte erarbeitet und vermittelt.

Ein eher alltagsorientiertes Projekt der Münchner Verkehrspolizei und BikeBridge e.V. ist beispielsweise die Unterstützung der Fahrradmobilität von geflüchteten Frauen. Diese werden in solchen praktischen Fahrradkursen und theoretischen Grundlagen auf eine aktive und sichere Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet. Gleichzeitig können über diese Fahrradkurse vertrauensbildende Kontakte zu geflüchteten Frauen hergestellt und dadurch nicht zuletzt auch Straftaten, wie beispielsweise Partnerschaftsgewalt oder Delikte gegen die sexuelle Selbstbestimmung, besser erkannt und verfolgt sowie ggf. Hilfsangebote vermittelt werden.

Mit dem Netzwerkprojekt „Polizei und Geflüchtete im Dialog“ wurde das Präventionsangebot der Münchner Polizei für Geflüchtete noch weiter ausgebaut. Neben dem Projekt „Gemeinsam Füreinander“ mit regelmäßigen gemeinsamen sportlichen Aktivitäten sowie Kinder- und Jugendpräventionsveranstaltungen (beispielsweise Schwimmkurse) wird aktuell eine Mobile App zur sprachlichen Unterstützung bei polizeilich relevanten Situationen für Geflüchtete entwickelt. Dies sind weitere Bausteine der polizeilichen Integrations- und Präventionsarbeit.

Hampel erläuterte hierzu: „Der gemeinsame ständige Dialog ist zukunftsweisende kommunikative Prävention und fördert das gegenseitige Kulturverständnis und Vertrauen.“