13.01.2022, Polizeipräsidium Oberfranken

BISCHOFSGRÜN, LKR. BAYREUTH. Seit vergangenen Spätsommer täuschte ein ausländisches Trio einen gutgläubigen Herrn aus Bischofsgrün und versicherte diesem, geliehenes Geld mit erheblichem Aufschlag zurückzuzahlen. Es handelte sich jedoch um leere Versprechungen. Alle drei Tatverdächtigen sitzen nun auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth in Untersuchungshaft.

Gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft Bayreuth und des Polizeipräsidiums Oberfranken

Im August 2021 kreuzten sich zum ersten Mal die Wege des 62-Jährigen aus Bischofsgrün und der drei Männer aus Tschechien und der Slowakei. Die Gruppe kaufte einem Familienmitglied des später Betrogenen ein Fahrzeug ab. Bereits hier erfanden sie die Legende, dass einer von ihnen eine erhebliche Summe geerbt hätte und sie nur für die Rückreise über die Grenze etwas „Spritgeld“ benötigten. Für diese Hilfeleistung stellten sie dem 62-Jährigen ein Vielfaches als Dankeschön in Aussicht. Mit 100 Euro Bargeld fuhren sie anschließend vom Hof des Geschädigten.

Anstatt das Geld wie vereinbart zurückzuzahlen, nahm die Bande in den Folgewochen aus verschiedenen vorgetäuschten Gründen wiederholt Kontakt zum Bischofsgrüner auf und forderten kurzfristige Bargeldzahlungen ein - immer mit der Aussicht, aus dem vermeintlichen Erbe lukrativ für diese Hilfeleistungen entlohnt zu werden. Bis Ende Oktober brachten sie den Getäuschten auf diese Weise um eine niedrige fünfstellige Summe.

Schließlich flog der Schwindel auf und der Betrogene wandte sich an die Polizei. Gerade als Ermittler der Kriminalpolizei Bayreuth zur Zeugenvernehmung im Haus des 62-Jährigen erschienen, klingelte das Telefon erneut und die Tatverdächtigen wollten zu einem neuen Täuschungsversuch ansetzen. Ein fingiertes Treffen in den vier Wänden des Mannes bot die Gelegenheit für eine Festnahme.

Bei zwei, einem 30-jährigen Tschechen sowie einem 35-jährigen Slowaken, klickten hierbei die Handschellen. Vom dritten Mann fehlte zunächst noch jede Spur. Die beiden Festgenommenen sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Die umfangreichen Ermittlungstätigkeiten der Bayreuther Kriminalpolizei führten letztlich Mitte Dezember zum dritten Tatverdächtigen, einem 36-jährigen tschechischen Staatsbürger. Polizeibeamte aus dem tschechischen Ort Sokolov konnten den Mann, der zwischenzeitlich per europäischem Haftbefehl gesucht wurde, festnehmen und Anfang Januar an die deutsche Justiz überstellen.

Am vergangenen Freitag erging auch gegen ihn, auf Antrag der Staatsanwaltschaft Bayreuth, Untersuchungshaftbefehl. Die drei Männer befinden sich nun in unterschiedlichen Haftanstalten und müssen sich wegen des Verdachts des Bandenbetruges strafrechtlich verantworten.