14.11.2021, Polizeipräsidium Unterfranken

RAUM WÜRZBURG. Ein 48-jähriger LKW-Fahrer hat am Samstagabend offenbar aufgrund einer medizinischen Ursache die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Die Sattelzugmaschine (ohne Anhänger) legte dennoch eine Strecke von ca. 30 Kilometern auf der A3 zurück. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Es entstand jedoch erheblicher Sachschaden.

Gegen 22.20 Uhr war bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken die Mitteilung über einen in Schlangenlinien fahrenden Lkw auf der A3 eingegangen. Eine Streifenbesatzung der Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried konnte das in Richtung Nürnberg fahrende Fahrzeug kurz darauf im Bereich der Anschlussstelle Kist aufnehmen. Trotz eingeschaltetem Blaulicht, Martinshorn und Anhaltesignal reagierte der Fahrer nicht. Die Zugmaschine fuhr weiter und benötigte dabei die gesamte Richtungsfahrbahn.

Das Fahrzeug setzte seine Fahrt fort, obwohl es mehrfach mit der Leitplanke kollidierte. Im Baustellenbereich am Autobahndreieck Würzburg-Biebelried überfuhr der Lkw zahlreiche Warnbaken. Auch die dortigen Fahrbahnteiler wurden derart beschädigt, dass sie zum Teil in die Gegenfahrbahn hineinragten. Die Zugmaschine stieß darüber hinaus gegen mehrere Verkehrszeichen und kam erst an der Ausfahrt der Anschlussstelle Kitzingen zum Stehen.

Wie sich in der Folge herausstellte, befand sich der aus dem Landkreis Main-Spessart stammende Lkw-Fahrer offensichtlich in kritischem Gesundheitszustand. Er wurde sofort vom Rettungsdienst versorgt und anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Hinweise, dass er möglicherweise unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stehen könnte, ergaben sich nicht. Stattdessen deutet nach derzeitigem Ermittlungsstand alles auf eine medizinische Ursache hin.

Glücklicherweise kamen durch die Fahrweise des Lastwagens keine Personen zu Schaden. Über eine Strecke von rund 30 Kilometern hinweg entstand jedoch erheblicher Sachschaden, insbesondere im Baustellenbereich. Vereinzelt erhielt die Polizei Mitteilungen von Verkehrsteilnehmern, deren Fahrzeuge durch Trümmerteile beschädigt wurden. Die Gesamtschadenshöhe ist derzeit noch nicht abschätzbar.

Während des Einsatzes erhielt die Verkehrspolizeiinspektion Würzburg-Biebelried tatkräftige Unterstützung von benachbarten Polizeidienststellen und der Bayerischen Bereitschaftspolizei. Neben den zahlreichen Streifenbesatzungen befanden sich zudem die Autobahnmeisterei Kist und die A3 Nordbayern Service GmbH, die für weite Teile der zurückgelegten Strecke zuständig ist.

Zur Stunde (00.45 Uhr) sind noch umfangreiche Aufräum- und Bergungsarbeiten im Gange, die voraussichtlich noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Die A3 bleibt bis dahin auf einer Strecke von etwa zehn Kilometern komplett gesperrt. Der Autobahnverkehr in Richtung Frankfurt wird an der Anschlussstelle Kitzingen abgeleitet. Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Nürnberg unterwegs sind, werden am Autobahndreieck Würzburg-Biebelried auf die A7 umgeleitet.