20.10.2021, Polizeipräsidium Oberbayern Nord

INGOLSTADT Wie berichtet, führten europäische Vollzugsbehörden unter Sachleitung der Europäischen Staatsanwaltschaft EPPO in den Morgenstunden Durchsuchungen in mehreren europäischen Ländern durch.

Betroffen waren 28 Objekte in Italien, ein Objekt in Bulgarien sowie 17 Objekte in Bayern (davon 11 Objekte im Norden Oberbayerns, eines im Bereich München, eines in der Oberpfalz sowie vier in Mittelfranken). Allein in Bayern waren hierfür mehr als 80 Beamte von Polizei und Steuerfahndung eingesetzt, darunter auch Kräfte eines Spezialeinsatzkommandos.

Die von der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben in Oberbayern Nord (KPI Z) in Zusammenarbeit mit der Steuerfahndung Augsburg koordinierten Ermittler konnten dabei 11 Haftbefehle, vier in Bayern, sechs in Italien und einen in Bulgarien vollziehen sowie umfangreiches Beweismaterial sicherstellen, darunter mehrere sehr hochwertige Fahrzeuge.

Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die Beschuldigten ein kriminelles Netzwerk aufgebaut, über das sie einen Steuerschaden von mindestens 13 Millionen Euro verursachten. Die Täter verkauften über ein sogenanntes Umsatzsteuerkarussell Fahrzeuge mehrfach über mehrere EU-Länder und ließen sich dabei angeblich bezahlte Umsatzsteuer vom Staat erstatten.

Den nun festgenommen Hauptverdächtigen, die nach bisherigen Erkenntnissen der italienischen Mafia-Organisation „Ndrangheta“ zuzuordnen sind, wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung sowie vielfacher Betrug vorgeworfen. Sie werden in Kürze einem Haftrichter vorgeführt.

Die seit 2021 existierende europäische Staatsanwaltschaft EPPO ist spezialisiert auf Mehrwertsteuerbetrug zum Nachteil von Mitgliedsländern der europäischen Union und übernimmt dabei Fälle mit einer Betrugssumme von mehr als 10 Millionen Euro. Oberstaatsanwalt Marcus Paintinger, delegierter EPPO-Staatsanwalt des Büros München  ist mit dem bisherigen Verlauf des Verfahrens sehr zufrieden: „Ohne die EPPO hätten die Vorbereitungen für diese Operation Monate gedauert - jetzt war das eine Frage von Wochen“.

INGOLSTADT As reported earlier this day, law enforcement authorities lead by the european prosecutor`s office, have carried out searches in several european countries.

28 objects in Italy have been concerned as well as 17 in bavaria and one in bulgaria. In bavaria, therefore more than 80 officers including tax investigators and special force units have been busy in action.

The investigators, coordinated by the CID in northern upper bavaria in cooperation with the Augsburg tax investigators, have executed 11 arrest warrants, 4 in bavaria, 6 in italy and 1 in bulgaria and secured extensive evidence including several very high quality vehicles.

Following current investigations, the accused persons have created a criminal network and caused tax damage amounting to 13 million euros. By selling exclusive cars several times through different european countries, they managed to illegally receive VAT.

The now arrested main suspects, so far identified beeing members of the „ndrangheta“ organisation, are accused of having created a criminal organisation as well as VAT fraud. They will  soon be brought before a magistrate.

The european prosecutor´s office (EPPO), launched in 2021, is specialized in operating against VAT frauds worth more than 10 million Euros. Marcus Paintinger - European Delegated Prosecutor (munich office) is very satsfied so far: „Without the EPPO, setting up this operation would have taken months. Now it was a matter of weeks“.