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Polizei Bayern » PP Unterfranken » Verkehr » Statistik 29.02.2012, PP Unterfranken Unterfränkische Verkehrsunfallstatistik 2010REGIERUNGSBEZIRK UNTERFRANKEN. Historische Tiefststände bei Toten und Verletzten – Unfallzahlen leicht gestiegen UnfallzahlenÜberaus positiv kann das Polizeipräsidium Unterfranken auf die Unfallentwicklung im vergangenen Jahr zurück blicken. Wie die Verkehrsstatistik des Jahres 2010 deutlich macht, hat sich die erfreuliche Entwicklung im Bereich der Straßenverkehrssicherheit auch im vergangenen Jahr fortgesetzt. Anders als es die zunehmende Motorisierung und Mobilität erwarten lassen, zeigt sich bei den für die Verkehrssicherheit wichtigen Indikatoren eine deutliche Verbesserung. Bei den Toten und Verletzten gibt es historische Tiefststände zu vermelden, auch wenn die Gesamtzahl der Unfälle eine leicht steigende Tendenz aufweist. Damit hat sich auf den unterfränkischen Straßen eine ähnliche Entwicklung ergeben wie im gesamten Freistaat Bayern. ToteErneut deutlich rückläufig ist die Zahl derer, die in Unterfranken bei Verkehrsunfällen ihr Leben verloren haben. Nachdem im Jahr 2009 noch 81 Menschen ums Leben kamen, waren es im vergangenen Jahr noch 70 Personen, die bei Verkehrsunfällen gestorben sind. Gegenüber dem Jahr 2000, wo es noch 139 Verkehrstote gab, bedeutet dies eine Halbierung. Im Jahr 1980 hatte es sogar noch 317 Unfalltote gegeben. Interessant ist auch ein Langzeitvergleich bis zurück ins Jahr 1950. Damals gab es in Unterfranken 94 Verkehrstote, wobei die angemeldeten Fahrzeuge nur etwa zehn Prozent des heutigen Fahrzeugbestandes ausmachten. VerletzteAuch bei den Verletzten hat sich die positive Entwicklung der letzten Jahre erfreulicherweise fortgesetzt. Gegenüber dem Jahr 2009 ist hier mit 6521 Verletzten noch einmal ein Rückgang von 4,6 % zu verzeichnen. Auch hier macht der Langzeitvergleich bis ins Jahr 2000 deutlich, dass trotz der wieder leicht gestiegenen Unfallzahlen immer mehr Unfallbeteiligte ohne Verletzungen davonkommen. Die Statistik weist in den vergangenen zehn Jahren einen deutlichen Rückgang um 28,7 % aus. Im Vergleich zum Jahr 1980, wo es bei Verkehrsunfällen auf Unterfrankens Straßen noch knapp über 11.000 Verletzte gab, ist sogar ein Rückgang von 41 % zu verzeichnen. SicherheitsgurtAlarmierend ist die Erkenntnis, dass von den 70 Verkehrstoten des vergangenen Jahres elf Personen den Sicherheitsgurt nicht angelegt hatten. Auch bei 77 Schwerverletzten war der „Lebensretter Nr. 1“ nicht in Betrieb. Vermutlich hätte sich die Zahl der Toten und der Schwerverletzten bei ordnungsgemäß angelegten Sicherheitsgurten noch weiter verringert. Schwere VerkehrsunfälleDer schwerste Verkehrsunfall des Jahres 2010 hat sich am 19. November auf der Bundesstraße 286 bei Schwebheim, Lkr. Schweinfurt, ereignet. Ein Autofahrer war auf die Gegenfahrbahn geraten und dort mit einem entgegen kommenden Lastzug kollidiert. Dieser Lkw kam bei dem Ausweichmanöver ins rechte Bankett, schleuderte nach links, kippte um und begrub dabei einen mit vier Personen besetzten Pkw teilweise unter sich. In diesem Auto starben drei junge Leute im Alter von 17, 19 und 20 Jahren. Vier Unfallbeteiligte erlitten schwere und zwei weitere leichtere Verletzungen. UnfallursachenBei den Unfällen, die Getötete bzw. Schwerverletzte zur Folge haben, hat sich hinsichtlich der Hauptunfallursachen im Jahr 2010 die Tendenz der Vorjahre fortgesetzt. Nach wie vor sind zu schnelles Fahren, Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot, Missachtung der Vorfahrt bzw. des Vorranges, Fehler beim Abbiegen, Wenden, Ein- und Anfahren und Fehler beim Überholen die Faktoren, die die meisten Unfälle nach sich ziehen. Erfreulich ist, dass die Zahl der Unfälle, die im vergangenen Jahr auf Alkohol im Straßenverkehr zurückzuführen waren, weiter abgenommen hat. Fahren unter AlkoholeinflussDie positive Entwicklung bei der Unfallursache Alkoholeinfluss hat sich weiter fortgesetzt. Lediglich 491 mal ( - 10,4 %) und somit bei nur noch knapp 1,3 % der Unfälle hat die Polizei Alkohol als Ursache festgestellt. Bei Unfällen, die auf Trunkenheit im Verkehr zurückzuführen waren, verloren sieben Menschen und somit einer mehr als im Jahr 2009 ihr Leben. Die Zahl der Verletzten ging deutlich von 313 auf 257 ( - 17,9 %) zurück. Fahren unter DrogeneinflussEbenfalls rückläufig waren im Jahr 2010 die Unfälle, bei denen die Fahrer Drogen konsumiert hatten. Bei nur noch 32 Unfällen ( - 28,9 %) war der Einfluss von Betäubungsmitteln unfallursächlich. Im Übrigen lag diese Zahl im Jahr 2001 schon einmal bei 91. Zwei Personen wurden bei diesen Unfällen getötet. Die Zahl der Verletzten hat sich mit 17 gegenüber dem Jahr 2009 halbiert. Die vielen Kontrollen im Bereich des Fahrens unter Drogeneinfluss zeigen offenbar deutliche Wirkung. Nur noch 741 unter Drogeneinfluss stehende Fahrer ( - 16,4 %) musste die Polizei aus dem Verkehr ziehen. Auch in diesem Bereich werden weiterhin gezielte Kontrollen stattfinden. RisikogruppenJunge ErwachseneDer Anteil der Unfälle mit schuldhafter Beteiligung der jungen Erwachsenen (18 – 24 Jahre) hat sich 2010 kaum verändert. Er lag leicht ansteigend bei 17,9 % des Gesamtunfallaufkommens (ohne Kleinunfälle). Bei den Unfallfolgen ist ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Die Zahl der Getöteten ging von elf auf neun Personen zurück. 1183 dieser Personengruppe erlitten Verletzungen. Dies bedeutet ein Minus von 2,23 %. Die Zahlen belegen, dass dieser Personenkreis, der nur ca. neun Prozent der Gesamtbevölkerung ausmacht, nach wie vor eine der Hauptrisikogruppen darstellt. Die gefährlichste Stunde, in der junge Erwachsene verunglücken, ist von Samstag auf Sonntag zwischen 03.00 und 04.00 Uhr. SeniorenRund ein Fünftel der unterfränkischen Bevölkerung ist heute über 65 Jahre alt. Der demografische Wandel rückt das Thema Senioren im Straßenverkehr stärker in den Fokus. Trotz des hohen Bevölkerungsanteils waren ältere Menschen nur an 6,3 % aller Unfälle in Unterfranken beteiligt. Allerdings sind 15 Senioren getötet worden. Das bedeutet, dass 22 % aller Verkehrsunfalltoten über 65 Jahre alt sind. Allerdings hatten im Jahr zuvor noch 21 Senioren ihr Leben auf unterfränkischen Straße verloren. Die Zahl der bei Unfällen verletzten älteren Menschen ging von 549 auf 500 (- 8,9 %) zurück. Senioren sind zumeist als Fußgänger geschädigt. MotorradunfälleBei den motorisierten Zweiradfahrern haben die Unfälle von 616 auf 551 (- 10,5 %) abgenommen. Die Zahl der getöteten Fahrer von Krafträdern ging von zehn auf sieben zurück. Auch bei den Verletzten ergibt sich bei 482 Personen ein hoher Rückgang um 13,9 %. Unfälle mit Beteiligung von FahrradfahrernDie Zahl der Unfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren, ging um 12,5 % auf 870 zurück. Nur noch drei Fahrradfahrer kamen ums Leben, nachdem im Jahr zuvor diese Zahl noch bei acht lag. Die Zahl der Verletzten sank um 7,2 % auf 813 Personen. Unfälle auf AutobahnenAuf den 368 Bundesautobahnkilometern, die von der unterfränkischen Polizei betreut werden, haben sich 2010 deutlich mehr Verkehrsunfälle ereignet. Die entsprechende Zahl stieg von 3943 auf 4605 (+ 16,8 %). Erfreulicherweise spiegelt sich diese steigende Tendenz bei den schweren Unfallfolgen nicht wider. 15 Menschen und damit einer weniger als 2009 verloren bei Unfällen auf den unterfränkischen Autobahnen ihr Leben. Nur noch 645 Personen und somit 11,27 % weniger als 2009 trugen Verletzungen davon. SchulwegunfälleNach rückläufigen Tendenzen seit 2007 haben sich im vergangenen Jahr wieder mehr Schulwegunfälle ereignet. Die Zahl ist von 43 auf 60 (+ 39,5 %) angestiegen. Erfreulich ist, dass bei Schulwegunfällen erneut niemand ums Leben kam. Die Zahl der Verletzten ist dagegen von 92 auf 60 (- 34,8 %) zurückgegangen. Hier hatten zwei Unfälle mit vollbesetzten Schulbussen im Jahr 2009 für einen deutlichen Anstieg gesorgt. 39 der Verletzten waren Fußgänger und 16 Radfahrer. SchwerverkehrIm Bereich des Schwerverkehrs sind die Unfallzahlen um 12,8 % auf 2206 angestiegen. Dabei verloren vier Lkw-Fahrer und somit einer weniger als im Vorjahr ihr Leben. 198 Lkw-Insassen trugen Verletzungen davon. Dies bedeutet einen Anstieg um 18,6 %. WildunfälleDie Zahl der Wildunfälle hat um 6,9 % auf 6209 zugenommen. Getötet wurde dabei erfreulicherweise niemand, nachdem es hier im Jahr 2009 noch zu einem tödlichen Unfall gekommen war. Bei Wildunfällen wurden 63 Menschen und somit 19,2 % weniger verletzt. Fazit:Dass die Straßenverkehrssicherheit auch in Unterfranken schon seit Jahren eine überaus positive Entwicklung nimmt, ist auch im Jahr 2010 u.a. wieder auf die konsequenten Bemühungen der unterfränkischen Polizei zurückzuführen. Die dabei erzielten Erfolge zeigen sich analog der Entwicklung im Freistaat vor allem bei den historischen Tiefstständen im Bereich der Verkehrstoten und Verletzten, wenngleich die Gesamtunfallzahlen eine leichte Steigerung aufweisen. Ausführliche Version der Verkehrsstatistik zum Herunterladen
AudiodateiO-Töne des Pressesprechers Karl-Heinz Schmitt
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