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10.02.2016, PP Unterfranken


43-Jähriger fährt rückwärts auf Autobahn und rammt Streifenwagen - beherzter Einsatz der Polizei verhindert Schlimmeres

ASCHAFFENBURG. Dem beherzten Eingriff von vier Polizeibeamten am Mittwochmorgen ist es zu verdanken, dass es auf der A 3 zu keinem größeren Unfall gekommen ist. Ein offenbar psychisch belasteter Mann war auf der Autobahn rückwärts entgegen der Fahrtrichtung gefahren. Der 43-Jährige rammte mehrfach zwei Streifenwägen, bevor er eingekeilt und aus dem Opel geholt werden konnte. Der Mann wurde anschließend mit leichten Verletzungen in eine Klinik gebracht.


Begonnen hatte die Geschichte bereits in Hessen auf der Rastanlage Weiskirchen in Fahrtrichtung Würzburg. Dort war der Mann kurz vor 01.00 Uhr einem Tankwart aufgefallen, weil er nach dem Tanken aus der Rastanlage heraus als Geisterfahrer auf die Autobahn in Richtung Frankfurt aufgefahren war. Dies hatte einen Einsatz der hessischen Autobahnpolizei ausgelöst. Das Fahrzeug konnte allerdings von den Beamten nicht mehr aufgefunden werden.

Gegen 04.30 Uhr hatte eine Streife der Verkehrspolizeiinspektion Aschaffenburg-Hösbach auf der A 3 in Fahrtrichtung Würzburg ein Pannenfahrzeug festgestellt, das nach der Anschlussstelle Aschaffenburg-Ost noch vor der Einhausung mit eingeschaltetem Warnblinker auf dem Standstreifen stand. Die Beamten sicherten den Opel Insignia mit rumänischer Zulassung von hinten mit Blaulicht ab und nahmen Kontakt zu dem Fahrer auf. Als ein Beamter den Mann auf dem Fahrersitz ansprach, begann dieser hektisch im Fahrzeug mit den Armen zu rudern und fuhr mit seinem Fahrzeug schließlich rückwärts auf den rechten Fahrstreifen.

Mehrere Lkw und Pkw konnten dem Opel ausweichen, so dass es glücklicherweise zu keinem Unfall kam. Die Beamten, die die Gefährlichkeit des Verhaltens des Mannes erkannten, veranlassten sofort eine Vollsperrung der Autobahn in beide Richtungen. Nachdem der 43-Jährige wieder zurück auf den Standstreifen gefahren war, versuchten die Beamten erneut Kontakt mit dem Mann aufzunehmen. Auch da wiederholte der Mann das Fahrmanöver und geriet rückwärts auf die Hauptfahrbahn.

Mit mittlerweile hinzugezogenen Verstärkungskräften der Aschaffenburger Polizei versuchten die Autobahnpolizisten nun, den Opel einzukeilen. Der Opel-Fahrer fuhr jedoch mehrfach mit Vollgas gegen die vor und hinter ihm befindlichen beiden Dienstwagen.

Anschließend fuhr er etwa einen halben Kilometer rückwärts Richtung Anschlussstelle Aschaffenburg-Ost, wendete auch auf der Fahrbahn und rammte immer wieder die ihn stoppen wollenden Polizeifahrzeuge. Letztendlich gelang es den vier Beamten den Mann mit zwei Polizeifahrzeugen derart einzukeilen, dass er nicht mehr weiterfahren konnte. Selbst da probierte der 43-Jährige noch, sich vorwärts und rückwärts stoßend frei zu fahren.

Die Polizisten mussten eine Scheibe des Opels einschlagen und den Fahrer, der heftig um sich trat, aus dem Fahrzeug holen. Der Mann, der leichte Verletzungen an der Schulter erlitten hatte, wurde anschließend in ein Krankenhaus gebracht. Er befand sich offensichtlich in einem psychischen Ausnahmezustand. Ihm wurde eine Blutprobe entnommen.

Die vier Beamten blieben unverletzt, die beiden Polizeifahrzeuge sind erheblich beschädigt worden. An dem Opel Insignia entstand wirtschaftlicher Totalschaden.

Auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg war auch ein Sachverständiger vor Ort. Die Vollsperrung in Fahrtrichtung Frankfurt konnte zügig wieder beendet werden, die Fahrbahn in Fahrtrichtung Würzburg musste unter anderem für die Beseitigung der Trümmerteile und Abtransport der Fahrzeuge noch gesperrt bleiben, seit 06.45 Uhr läuft der Verkehr auf einem Fahrstreifen wieder.


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