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08.01.2016, PP Unterfranken


Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität – Erfolgreiche Ermittlungen – sieben Tatverdächtige in U-Haft – weitere Einbrüche vor Aufklärung – Ermittlungskommission eingerichtet

Gemeinsame Presseerklärung des Polizeipräsidiums Unterfranken und er Staatsanwaltschaft Aschaffenburg

BAYER. UNTERMAIN. Die Bekämpfung der Einbruchskriminalität stellt für die Unterfränkische Polizei einen Schwerpunkt ihrer Arbeit dar. In diesem Zusammenhang hatte es in den vergangenen Wochen auch immer wieder intensive und öffentlichkeitswirksame Fahndungsmaßnahmen unmittelbar nach Bekanntwerden von aktuellen Einbrüchen gegeben. Aufgrund der hervorragenden Zusammenarbeit aller Dienststellen am Bayer. Untermain, auch mit den Kollegen aus Hessen und in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg, tragen diese Anstrengungen jetzt auch Früchte. Demnach wurden im Laufe der Woche insgesamt sieben Tatverdächtige festgenommen. Sie sitzen zwischenzeitlich in U-Haft.


Bereits am Montagnachmittag war ein verdächtiger BMW auf der A3 bei Stockstadt ins Visier der Beamten geraten. Nachdem der Wagen in Richtung benachbartes Hessen unterwegs war, wurden unverzüglich die Offenbacher Kollegen in die Fahndung einbezogen. Tatsächlich war es in der Folge gelungen, den BMW in Offenbach aufzunehmen und dort zu kontrollieren. Bei der näheren Überprüfung des Fahrzeugs fanden die Ordnungshüter diverse Wertgegenstände, einen kleineren Tresor und mutmaßliches Einbruchswerkzeug. Nachdem sich der Verdacht immer weiter erhärtet hatte, dass es sich um Diebesgut handeln könnte, wurden die vier Pkw-Insassen vorläufig festgenommen und in Hafträumen der Aschaffenburger Polizei untergebracht.

Es dauerte dann mehrere Stunden bis sich der dringende Verdacht bestätigte, dass es sich bei dem Quartett tatsächlich um Einbrecher handelt. Gegen Mitternacht meldete sich nämlich ein Wohnungsbesitzer aus Elsenfeld im Landkreis Miltenberg. Er war nach Hause gekommen und hatte eine aufgebrochene Terrassentüre festgestellt. Mehrere Zimmer waren durchwühlt worden und tatsächlich stimmten die aus der Wohnung gestohlenen Gegenstände mit denen im BMW sichergestellten überein. Darunter befanden sich neben dem Tresor auch Goldschmuck und andere Gegenstände im Wert von einigen tausend Euro.

Die Kripo Aschaffenburg führte die weiteren Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Aschaffenburg. Die vier dringend Tatverdächtigen im Alter von 22 bis 32 Jahren wurden dann am Dienstag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft der Ermittlungsrichterin vorgeführt. Sie erließ Haftbefehl wegen des Verdachts des bandenmäßigen Wohnungseinbruchdiebstahls. Alle Personen wurden daraufhin in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert.

In einem zweiten Fallkomplex sitzen seit Donnerstag drei Tatverdächtige im Alter von 20 und zweimal 21 Jahren in Haft. Ihnen wird vorgeworfen, am frühen Abend des zweiten Weihnachtsfeiertages in ein Einfamilienhaus in Weibersbrunn im Landkreis Aschaffenburg eingestiegen zu sein. Damals hatte die Polizei unverzüglich eine Großfahndung nach den Tätern eingeleitet. Dabei war auch ein Polizeihubschrauber zum Einsatz gekommen. In diesem Fall sind zwei entscheidende Aspekte für einen möglichen Fahndungserfolg zusammengekommen. Auch wenn es einige Zeit nach der Tat dauern kann, bis Tatverdächtige dingfest gemacht werden können, hatten sich hier unverzüglich Zeugen über Notruf bei der Polizei gemeldet und unter anderem einen verdächtigen Pkw mitgeteilt. Die Aschaffenburger Polizei war ihrerseits rasch mit einem größeren Aufgebot an Streifen vor Ort. Der sofortige Fahndungserfolg stellte sich zwar nicht ein, allerdings war es mithilfe der Zeugenhinweise im Rahmen der Ermittlungen der Kripo Aschaffenburg dann möglich nach dem Fahrzeug zu fahnden.

Diese Maßnahmen waren letztlich am Donnerstag von Erfolg gekrönt. Den Offenbacher Kollegen war der Wagen aufgefallen und aufgrund der Erkenntnisse der Aschaffenburger Ermittler wurden die drei Insassen vorläufig festgenommen. Auch hier fand sich bei der näheren Überprüfung des Wagens Diebesgut, das aus dem Einbruch in Weibersbrunn stammt. Das Trio wurde daraufhin nach Aschaffenburg überführt und auf Anordnung der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag der Ermittlungsrichterin vorgeführt. Auch hier ergingen Haftbefehle wegen des dringenden Verdachts des bandenmäßigen Wohnungseinbruchsdiebstahls. Neben dem Einbruch in Weibersbrunn dürfte auch ein versuchter Einbruch am ersten Weihnachtsfeiertag in Dreieich auf das Konto des Trios gehen.

Für die Ermittler einer eigens dafür bei der Aschaffenburger Kripo eingerichteten Ermittlungskommission gilt es jetzt, in beiden Fallkomplexen weiteren Hinweisen nachzugehen und Spuren auszuwerten. Dabei geht es um die Frage, ob die insgesamt sieben inhaftierten Osteuropäer auch für weitere Taten am gesamten Bayer. Untermain in Frage kommen könnten.


Allgemeine Aussagen zu polizeilichen Fahndungsmaßnahmen im Zuge der Bekämpfung der Einbruchskriminalität

Polizeiliche Maßnahmen


Der Polizei ist mehr als bewusst, dass neben dem finanziellen Schaden bei Einbrüchen, die mögliche psychische Belastung für die Opfer oftmals weitaus gravierender ist. Wir reagieren darauf mit einer intensiveren, lageorientierten und auch konzeptionellen Bestreifung sowie Überwachung im Bereich von Wohngebieten. Darüber hinaus wurden die Fahndungsmaßnahmen bei Bekanntwerden einer aktuellen Tat oder von Hinweisen auf verdächtige Fahrzeuge oder Personen nochmals intensiviert. Demnach werden – je nach Lagebeurteilung im Einzelfall - dienststellenübergreifende Fahndungsmaßnahmen eingeleitet, an denen auch Polizeidiensthundeführer oder ein Hubschrauber zum Einsatz kommen. Außerdem sind Beamte auch in zivil unterwegs.

Neben den Maßnahmen in aktuellen Fällen, bietet die Polizei mit der Kriminalpolizeilichen Beratungsstelle nach Terminvereinbarung eine kompetente, neutrale und kostenlose Beratung an, wie man sich am besten schützen kann bzw. wie man die Einbruchsicherheit seines Hauses erhöhen kann.

Die Unterfränkische Polizei betreibt neben ihrer eigenen Lagebilderstellung auch eine ständige Zusammenarbeit mit benachbarten Dienststellen bundesländerübergreifend. Gerade im Bereich Untermain bestehen enge und intensive Kontakte ins benachbarte Hessen.

In Ermittlungsverfahren besteht außerdem eine enge Abstimmung mit der Aschaffenburger Staatsanwaltschaft.


Hinweise sind entscheidend – Spuren schonen


Im optimalen Fall kommen hier zwei Dinge zusammen:

Zum einen ist es entscheidend für einen Fahndungserfolg, dass wir Mitteilungen aus der Bevölkerung bekommen. Zum zweiten, dass die Polizei vor Ort rasch präsent ist.
Unmittelbar nach Bekanntwerden eines Einbruchs werden umfangreiche Fahndungsmaßnahmen eingeleitet. Hier gilt es, gerade durch entsprechende Hinweise, möglichst zeitlich noch vor einen tatsächlichen Einbruch zu kommen.

Deshalb: Sollten Ihnen verdächtige Personen oder Fahrzeuge in Wohngebieten oder gar Personen auf Grundstücken von Anwohnern auffallen, verständigen Sie möglichst rasch die örtliche Polizei oder wählen Sie den Notruf 110.

Zögern sie nicht, sich bei der Polizei zu melden. Denn es gilt auch weiterhin: Die Polizei kommt lieber einmal zu viel, als einmal zu spät und das 24 Stunden am Tag. Wir sind auf die Hinweise angewiesen.

Achten Sie bitte auch darauf, keine Spuren zu verwischen. Bis zum Eintreffen der Polizei sollte – auch wenn es aus menschlichen Gründen nachvollziehbar ist – nicht aufgeräumt oder geputzt werden.


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