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23.05.2012, PP Schwaben Nord


Geisterradler gefährden!

Die Verkehrswacht Augsburg und das PP Schwaben Nord starten gemeinsam eine Beschilderungsaktion, um speziell die Zielgruppe der in der Unfallstatistik besonders auffällig vertretenen Radfahrer zu sensibilisieren. An Unfallschwerpunkten in Stadt und Landkreis Augsburg werden daher demnächst folgende Schilder aufgestellt:


Zur Statistik:


Eine aktuelle Auswertung der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern hat im ersten Quartal 2011 für das PP Schwaben Nord eine Zunahme von 42,1 % zum Vergleichsjahr 2010 ergeben. Die durch Radfahrer verursachten (allein- bzw. mitverursachten) Verkehrsunfälle nahmen um 50 % zu. So wurden im Jahr 2011 bereits
3 Radfahrer bei Verkehrsunfällen getötet, während im Jahr 2010 im ersten Quartal kein tödlicher Verkehrsunfall mit Radfahrern verzeichnet werden musste . Auch die Zahl der Schwerverletzten bei Radfahrerunfällen stieg im Jahr 2011 um 56,3 Prozentpunkte zum Vergleichsjahr 2010. Die Gesamtzahl der Verletzten bei Radfahrunfällen stieg im ersten Quartal 2011 um 68 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2010 (90,5 % von den Verletzten sind Radfahrer).

Hauptunfallursachen der Radfahrer sind fehlerhafte Straßenbenutzung, also die verbotenswidrige Benutzung des Radweges in falscher Fahrtrichtung, Vorfahrts- bzw. Vorrangverletzungen sowie Fehler beim Abbiegen.

Bei den anderen Fahrzeugführern waren es überwiegend Fehler beim Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, d.h. der Radfahrer wurde z.B. beim Abbiegen einfach übersehen.

Bezüglich der Charakteristik der Unfallstellen liegt ein eindeutiger Schwerpunkt im Bereich der Einmündungen, Kreuzungen sowie Grundstücksein– und ausfahrten.

Die Unfallursachen „Geisterradeln“ und fehlerhaftes Abbiegen treffen hier oft zusammen und verschärfen die Unfallproblematik.


Stadt Augsburg:


Allein im Stadtgebiet Augsburg kommt es jährlich zu ca. 500 Verkehrsunfällen mit Beteiligung von Radfahrern. Der Anteil der verletzten Radfahrer betrug im Jahr 2010 insgesamt 87,7 %.

Auffällig, wenn auch nicht gesetzlich vorgeschrieben: Bei ca. 80 % der Unfälle mit verletzten Radfahrern wurde von diesen kein Fahrradhelm getragen.

Im Jahr 2010 ereigneten sich im Stadtgebiet Augsburg 104, im Jahr 2009 - 143 Verkehrsunfälle, bei denen die Unfallursache durch falsche Fahrbahnbenutzung der Radfahrer gesetzt wurde.

Im Zeitraum vom 01.01.-31.04.11 trugen sich im Stadtgebiet Augsburg bisher 24 Unfälle zu, bei denen die falsche Fahrbahnbenutzung durch Radfahrer die Unfallursache war.


Stadt Königsbrunn:


Im Bereich des Fahrradunfallschwerpunktes in Königsbrunn im Bereich der Alten B 17, wurden im Jahr 2008 – 69 Unfälle, davon 15 mit Geisterradlern registriert. Im Jahr 2009 war fast bei jedem dritten Unfall der Geisterradler (14 Stück) Ursache von insgesamt 49 Unfällen. Im Jahr 2010 kam es im dortigen Bereich zu 44 Verkehrsunfällen mit Radfahrerbeteiligung, davon 9 Geisterradler. Im laufenden Jahr 2011 sind bis jetzt 12 Unfälle mit Radfahrern zu verzeichnen, davon einmal mit Geisterradler.

Um dieser besorgniserregenden Entwicklung entgegenzusteuern, haben sich Vertreter der Verkehrswacht Augsburg und des Polizeipräsidiums Schwaben Nord gemeinsam darauf verständigt, die Aktion „Geisterradler gefährden“ auch im Ballungsraum Augsburg auf den Weg zu bringen. Die Idee selbst ist nicht neu, hat aber z. B. im Raum Regensburg dazu beigetragen, dass dort insbesondere die Ursache „Geisterradeln“ um
40 Prozent zurückgegangen ist.


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