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15.04.2011, PP Schwaben Nord
Niedrigster Stand der Gesamtkriminalität seit 10 Jahren - Kriminalstatistik 2008
- Spitzenergebnis bei der Aufklärungsquote im Ballungsraum Augsburg; 71,8 % aller Straftaten konnten von der Polizei aufgeklärt werden-
Mit dem niedrigsten Stand seit dem Jahr 1999 setzt sich der Rückgang der Gesamtkriminalität in Nordschwaben weiter fort. Die Anzahl der registrierten Straftaten verringerte sich dabei um - 2,8 % (1.269 Fälle) auf nunmehr 44.561 Fälle. Für den Freistaat Bayern werden im gleichen Zeitraum 651.436 Straftaten ausgewiesen, 15.371 Fälle bzw. 2,3 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Aufklärungsquote im nordschwäbischen Bereich betrug für das Jahr 2008 69,8%, womit das Vorjahresergebnis von 68,8 % nochmals übertroffen wurde. Im Ballungsraum Augsburg konnten gar 71,8 % aller Straftaten aufgeklärt werden. Mit dieser hervorragenden Aufklärungsquote liegt das Polizeipräsidium Schwaben Nord erneut deutlich über dem Landesdurchschnitt (64,7 %). Die Kriminalitätsbelastung (Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner) geht im Zuständigkeitsbereich des PP Schwaben Nord mit 5.202 Delikten um -2,9 % zurück und liegt damit auf Landesniveau (5.203).
Polizeipräsident Klaus Waltrich:
„Das Ergebnis der Kriminalstatistik zeigt abermals, dass Nordschwaben auch weiterhin zu den sichersten Regionen Bayerns zählt. Die insgesamt deutlich über dem bereits schon sehr hohen bayerischen Durchschnitt liegende Aufklärungsquote konnte nur durch die hervorragende Zusammenarbeit mit der Bevölkerung, die hohe Motivation der Polizeibeamten vor Ort und dem professionellen Einsatz kriminaltechnischer Mittel erzielt werden!“
Die Struktur der Gesamtkriminalität im Kurzüberblick:
Diebstahlskriminalität
Wenngleich die Diebstahlsdelikte mit 30,6 % weiterhin das Deliktsfeld mit dem größten Anteil an der Gesamtkriminalität darstellen, so sind die Straftaten in diesem Bereich dem langjährigen Trend folgend, weiterhin rückläufig. Vor 10 Jahren hatte der Anteil der Diebstahlsdelikte an der Gesamtkriminalität noch 45 % betragen. Gegenüber dem Vorjahr reduzierte sich die Anzahl der Diebstähle um minus 886 Fälle auf 13.617 (minus 6,1 %). Bis auf den Ladendiebstahl, der sehr stark von Überwachungsmaßnahmen in den Geschäften abhängig ist, erstreckt sich diese Entwicklung auf alle Bereiche. Besonders auffällig ist der deutliche Rückgang im Bereich d. schweren Diebstahls -15,9 % (von 5.294 auf 4.451). Bei den Wohnungseinbrüchen liegt der Rückgang gar bei -16,2 % (von 837 Fällen auf nunmehr 701 Fälle); die Tageswohnungseinbrüche sind um 10 Fälle (minus 3,9 %) auf jetzt 247 solcher Straftaten zurückgegangen. Auch bei den Diebstählen „rund um das Kfz“ werden starke Rückgänge vermeldet (bei den Diebstählen aus Kraftfahrzeug minus 16,2 %, bei den Diebstählen von Kraftwagen minus 16,5 %). Die technische und verhaltensorientierte Präventionsarbeit der gesellschaftlichen Kräfte zeigt hier Wirkung.
Vermögens- und Fälschungsdelikte
Bereits im 4. Jahr in Folge verzeichnen wir bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten eine rückläufige Tendenz. Insgesamt wurden in diesem Deliktsbereich 8.521 Fälle und damit 672 (minus 7,3 %) weniger als im Jahr 2007 registriert. Selbst die im Vorjahr noch von starken Zuwächsen geprägten Delikte des Waren- und Leistungskreditbetruges sind rückläufig. Lediglich bei den Urkundenfälschungen registriert die Polizei einen Anstieg von 546 auf 580 solcher Straftaten.
Straßenkriminalität / Vandalismusstraftaten
Im Bereich der Straßenkriminalität liegt der Rückgang bei 4,4 %; 8.603 Fälle bedeuten einen Rückgang um 396 Straftaten.
Während die Zahlen im Bereich des besonders schweren Fall des Diebstahls aus Kraftfahrzeugen deutlich (– 16,2 %) zurückgegangen sind, vermeldet das PP Schwaben Nord bei den Diebstählen von motorisierten Zweirädern einen Anstieg von 209 auf 294 Delikten (+ 40,7 %). Die Anzahl der Fahrraddiebstähle hingegen ist von 2.764 auf 2.368 Delikte (-14,3 %) deutlich rückläufig.
Ebenfalls einen Anstieg verzeichnet die Polizei bei den Vandalismusstraftaten (Sachbeschädigungen auf Straßen, Wegen und Plätzen und Sachbeschädigungen an KFZ) um 5,4 % (von 3.338 auf 3.519 solcher Fälle).
Gewaltkriminalität
Die Gewaltkriminalität fällt mit 1.523 Delikten und einem Anteil an der Gesamtkriminalität von 3,4 % an der Gesamtkriminalität zwar relativ gering aus, jedoch bedeutet diese Zahl den Spitzenwert der letzten 10 Jahre. Bei 80 % aller Gewaltdelikte handelt es sich um gefährliche und schwere Körperverletzungen (1.218 Fälle). Ebenfalls angestiegen innerhalb dieser Deliktsgruppe sind die Raubstraftaten auf 215 Fälle und die Vergewaltigungen auf 65 solcher Straftaten. Gerade dem Deliktsbereich Gewaltkriminalität wird aufgrund der zum Teil erheblichen Auswirkungen auf die Opfer seitens der Polizei seit jeher größte Aufmerksamkeit gewidmet, was sich auch in der Aufklärungsquote von über 80 % widerspiegelt.
Polizeipräsident Klaus Waltrich:
„Der abermalige Anstieg im Bereich der Gewaltkriminalität und der Vandalismusstraftaten bleibt ein vordringliches gesamtgesellschaftliches Problem und wird auch künftig ganz oben auf der polizeilichen Agenda stehen. Sorge bereitet zudem, dass es sich bei einem enorm hohen Anteil der Täter um junge Menschen handelt, die zudem bei der Tatbegehung häufig alkoholisiert sind. Dies muss ein Alarmsignal für alle Verantwortungsträger sein.“
Zum Thema Alkoholeinfluss
17,5 % aller ermittelten Tatverdächtigen standen bei Tatbegehung unter Alkoholeinfluss. Von den 1.617 tatverdächtigen Gewalttätern waren gar 44,2 % alkoholisiert (im Vorjahr 42,4 %).
Polizeipräsident Klaus Waltrich:
„Die Polizei in Nordschwaben wird sowohl im Verkehrsbereich als auch bei Jugendschutzkontrollen in Zusammenarbeit mit anderen Behörden weiterhin konsequent gegen Alkoholmissbrauch vorgehen. Gleichwohl weise ich darauf hin, dass Versäumnisse in der Erziehung und sozialer Entwicklung nicht allein von staatlichen Institutionen zu bewältigen sind.“
Sexualdelikte
Bei den Sexualdelikten ergibt sich eine differenzierte Entwicklung. Während wir im Bereich der Verbreitung pornografischer Schriften an Personen unter 18 Jahren (Anstieg von 33 auf 49 Straftaten) und bei den Vergewaltigungen (Anstieg von 55 auf 65 angezeigter Straftaten) eine deutliche Zunahme registrieren, registrieren wir im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern und bei den übrigen Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Rückgänge zwischen 6 % und 8 %.
Rauschgiftkriminalität
Im Bereich der Rauschgiftkriminalität registrieren wir in Nordschwaben einen Anstieg um 5,2 % auf nunmehr 2.691 Rauschgiftstraftaten, was jedoch auf einen wieder erhöhten Verfolgungsdruck zurückzuführen ist.
Im Bereich der Rauschgifttoten registrieren wir im Bereich Nordschwaben einen Anstieg um 32 % (von 28 auf 37 Drogentote). Bei den Rauschgifttoten handelt es sich in der Mehrzahl um Männer (32) im Alter zwischen 26 und 40 Jahren.
Struktur der Tatverdächtigen
Zu den 44.561 Straftaten konnten 21.428 Tatverdächtige ermittelt werden. Der Anteil der nicht deutschen Tatverdächtigen liegt bei 21,2 % (4.539). Werden dabei ausländerrechtliche Delikte außer Acht gelassen, verringert sich ihr Anteil auf 20,2 %. Der Anteil gemeldeter Nichtdeutscher an der Bevölkerung Nordschwaben liegt etwa bei 9,5 %.
Allerdings sollte hierbei Berücksichtigung finden, dass 8,5 % aller nicht deutschen Tatverdächtigen nicht gemeldet sind, da sie sich als Touristen, Durchreisende oder aufgrund illegalen Aufenthaltes zur Tatzeit in unserem Zuständigkeitsbereich befinden. Zwangsweise führt dies zu einer Verzerrung der Kriminalitätsbelastung durch die in Nordschwaben lebenden Ausländer.
Überproportional hoch ist der Anteil ausländischer Tatverdächtiger im Bereich der Gewaltkriminalität (24,4 %), bei den 25- bis 29-Jährigen liegt der Anteil bei 28,6 % und bei den 30- bis 39-Jährigen bei 31,9 %.
Kinder- und Jugendkriminalität
Bei den unter 21-jährigen Tatverdächtigen registrieren wir im Jahr 2008 einen leichten Anstieg um 1,7 % auf 5.959. Somit sind 27,8 % aller ermittelten Tatverdächtigen jünger als 21 Jahre.
Organisierte Kriminalität
Von den 64 Verfahrenkomplexen in Bayern mit den Merkmalen für die organisierte Kriminalität wurden 6 von Dienststellen in Nordschwaben bearbeitet. Die Schwerpunkte liegen hier im Bereich des Rauschgifthandels/Schmuggels sowie in den Bereichen Eigentums- und Wirtschaftskriminalität.
Zur Entwicklung in den Regionen - Kurzüberblick –
Für die Stadt Augsburg und die Landkreise ergeben sich folgende Entwicklungen:
Stadt Augsburg:
23.871 erfasste Straftaten, entspricht: - 3,3 %;
Rückgang: Diebstahl, Betrug und Sexualdelikte
Zunahme: Sachbeschädigungen, Körperverletzungen und RG-Kriminalität
Lkr. Aichach-Friedberg:
4.252 erfasste Straftaten, entspricht: - 2,9 %;
Rückgang: RG-Kriminalität, Sexualdelikte und Verstöße gg. Urheberrecht
Zunahme: Diebstahl und Betrug
Lkr. Augsburg:
9.524 erfasste Straftaten, entspricht: - 6,1 %;
Rückgang: Körperverletzungen, RG-Kriminalität, Sexualdelikte, Sachbeschädigungen und Verstöße gg. Urheberrecht
Zunahme: Raub, Diebstahl und Tötungsdelikte
Lkr. Dillingen (Donau):
3.307 erfasste Straftaten, entspricht: - 0,6 %;
Rückgang: Diebstahl, Betrug und Sachbeschädigungen
Zunahme: RG-Kriminalität und Körperverletzungen
Lkr. Donau-Ries:
4.399 erfasste Straftaten, entspricht: - 0,4 %;
Rückgang: Diebstahl, RG-Kriminalität und Verstöße gg. Urheberrecht
Zunahme: Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Vermögens-/Fälschungsdelikte
Für die Stadt Augsburg ergab sich mit 71,8 % die höchste Aufklärungsquote. Es folgen die Landkreise Augsburg (68,4 %), Donau-Ries (67,3 %), Aichach-Friedberg (64,8 %) und Dillingen (64,5 %).
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