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20.01.2017, Landeskriminalamt


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Betrüger und Straftaten - wie kann ich mich schützen?


Offertenschwindel


Die Fakten

Sie haben sich gerade selbstständig gemacht? Insbesondere für Existenzgründer ist es angesichts der täglichen Briefflut nicht immer leicht, den Überblick zu behalten. Diese Tatsache machen sich leider auch unseriöse Adressbuchverlage zunutze. Kurz nach dem Eintrag ins Handelsregister übersenden sie Jungunternehmern ein rechnungsähnliches Formular. Dieses suggeriert, dass weitere (kostenpflichtige!) Eintragungen in vermeintlich offizielle Register, Datenbanken oder auch gedruckte Adressverzeichnisse notwendig seien. Die Kosten liegen dabei meist im Bereich von 80 bis 500 Euro.



Warnung vor den "Nigeria-Briefen"


Dreiste Lockangebote der "Nigeria-Connection" verursachen Schäden in Millionenhöhe. Angesichts des erheblichen Betrugsrisikos warnt die Polizei vor Lockangeboten durch so genannte "Nigeria-Briefe". So erfinden die Täter für eine alte Betrugsmasche ständig neue Geschichten.
Dabei verfeinern die Täter ihre betrügerischen Praktiken immer mehr und bedienen sich zunehmend moderner Kommunikationsmedien wie z.B. des Internets.
Immer wieder fallen Bürger auf diese massenhaft versandten Briefe, Faxe und nunmehr auch auf eMails mit zwielichtigen "Angeboten" herein und verlieren dabei ihr mühselig erspartes Geld. Schadenssummen in fünf- und sechsstelliger Höhe sind leider keine Seltenheit. Als Lohn für die geforderte, meist finanzielle Unterstützung, um an die Geldreserven zu kommen, versprechen die Täter riesige Geldsummen von zumeist mehreren Millionen Dollar. Von diesen Lockangeboten geblendet, fallen Personen auf die Masche der Betrüger herein.


Damit es gar nicht erst so weit kommt, rät die Polizei:

  • Antworten Sie nie auf derartige Schreiben und nehmen Sie keinerlei Kontakte auf
  • Übermitteln Sie keine persönlichen Daten wie Kontonummer, Bankverbindung oder Firmenadresse. Diese Informationen können zu Verfälschungen und Betrügereien genutzt werden. In Zweifelsfällen, oder wenn Sie gar Zahlungen geleistet haben, wenden Sie sich an Ihre örtliche Polizeidienststelle

Nach dem Motto "Gefahr bekannt - Gefahr gebannt" hat die Polizei jetzt ein Merkblatt aufgelegt mit Tipps zum Schutz gegen Vorauszahlungsbetrug bei so genannten "Nigeria-Briefen", um den Betrügern die Grundlage für ihre kriminellen Machenschaften zu entziehen.

Das Merkblatt "Nigeria-Briefe" ist auf jeder Polizeidienststelle erhältlich und lässt sich darüber hinaus unter folgendem Link herunterladen:



Hintergrundinformationen

Nach Schätzungen der nigerianischen Polizei werden wöchentlich rund 30.000 derartiger unseriöser Geschäftsofferten aus Nigeria in alle Welt versandt - per Brief, Fax oder elektronischer Post. Vermutungen zufolge führt ca. ein Prozent aller "Angebote" zu direkten Kontakten. Allein für das Jahr 2001 wurde ein Schaden von etwa 1,63 Mio. EUR registriert. Dies dürfte jedoch nur die "Spitze des Eisberges" sein. Viele der Geschädigten erstatten keine Anzeige bei der Polizei, die Dunkelziffer ist deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit weit höher.

Als Absendeländer sind in letzter Zeit neben Nigeria ("Nigeria-Connection") auch zahlreiche weitere afrikanische Staaten wie Togo, Ghana, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Kongo und Südafrika in Erscheinung getreten. Neuerdings kommen diese Betrugsschreiben auch aus dem asiatischen Raum, um einen Zusammenhang mit den "Nigeria-Briefen" zu verschleiern. Die Anschriften der Empfänger stammen aus Adressverzeichnissen, Telefonbüchern oder werden zufällig durch eine Suchanfrage ausfindig gemacht. Zielgruppe sind somit Firmen, Behörden, Privatpersonen - also jedermann.

Immer wieder fallen Geschädigte auf die folgende alte Masche der Betrüger herein: Neugierde wecken - Seriosität vortäuschen und Gefälligkeiten einfordern - Geldübergabe arrangieren.

Am Anfang werden dem Empfänger als Lockangebot einer solchen Brief- oder Mailsendung jeweils 20 bis 40 Prozent der Gesamtsumme von 20, 30 oder gar 40 Millionen Dollar aus den abenteuerlichsten Quellen versprochen. Die angebliche Herkunft der Gelder reicht von unterschlagenem Firmenvermögen über Familienschätze von Ex-Diktatoren bis hin zu angeblichen Erbschaften. Für den Transfer dieser Millionenbeträge ins Ausland sei zunächst eine "kleine" Hilfe erforderlich, z.B. durch die Bereitstellung des eigenen Kontos, eine finanzielle Unterstützung oder die Übersendung von Bankunterlagen. Als Dank dafür werden dem Adressaten enorm hohe Geldsummen in Aussicht gestellt.

Fest steht darum nur eins: Reich wird bei diesem Geschäft lediglich der unbekannte Mail-Verfasser. Zeigt der Angeschriebene Interesse, so erhält er von dem Absender in aller Regel rasch Antwort. Manchmal scheint das Schreiben direkt von der Nigerianischen Zentralbank zu kommen. In der vermeintlich offiziellen Mitteilung, die den bereitwilligen Helfer erreicht, ist bereits sein Name eingetragen. Um den angeblichen Transfer der Millionen perfekt zu machen, so wird suggeriert, seien nur noch einige "kleinere" Zahlungen zu leisten, z.B. Aufwendungen für Überweisungsgebühren, Anwaltskosten, Steuern oder Freistellungszahlungen, sprich "Schmiergelder".

Der Trick: Angesichts der zu erwartenden Millionen scheinen 10.000 EUR oder mehr gut investiert. Gut genug jedenfalls für profitorientierte Interessenten, die vereinzelt sogar bereit sind, auch doppelte oder dreifache Beträge zu entrichten - nicht ahnend, dass sie in jedem Fall die Betrogenen sind.

Zur Übergabe des Geldes werden dann nicht selten persönliche Treffen im europäischen Ausland, vorzugsweise in London oder Amsterdam, arrangiert. Seriös wirkende Herren präsentieren dabei beispielsweise einen Koffer mit gestempelten Geldscheinen oder "aus Sicherheitsgründen" schwarz eingefärbten Dollarnoten, die sich nur mit einer teueren Chemikalie wieder entstempeln bzw. entfärben lassen. Dieses Mittel könne geliefert werden, sei aber vom Interessenten zu bezahlen. Auf die vermeintliche "Entfärbung" folgt dann die große Enttäuschung: Die angeblichen Scheine erweisen sich als wertlose Papierschnipsel oder als Kopien von Geldscheinen.

Die oft leider zu späte Erkenntnis lautet: Die "Nigeria-Connection" hat wieder einmal zugeschlagen. Von den versprochenen Millionen hat noch nie jemand etwas gesehen. Alle vorab gezahlten Beträge sind verloren!


Die Polizei rät zum Schutz gegen Betrug bei "Nigeria-Briefen":

  • Antworten Sie nie auf derartige Schreiben und nehmen Sie keinerlei Kontakte auf.
  • Geben Sie unter keinen Umständen Daten weiter (z.B. Bankverbindungen, Firmeninterna)
  • Bewahren Sie wichtige Dokumente, wie Bankunterlagen, Pässe, Personalausweise, Policen oder Blanco-Briefbögen Ihrer Firma, sicher auf. Geben Sie diese nicht aus der Hand - auch nicht in Kopie.
  • Reisen Sie nicht zum Abschluss derartiger "Geschäfte" ins Ausland. Es besteht ein hohes Risiko - sogar für Ihre persönliche Sicherheit.
  • Haben Sie Zweifel oder sind Sie durch geleistete Zahlungen geschädigt, so wenden Sie sich bitte an Ihre örtliche Polizeidienststelle.

Weitere Informationen zum Thema "Betrug" enthalten auch die Faltblätter "Schutz vor Geldanlage-Betrug" und "Timesharing - So beugen Sie Risiken wirksam vor!". Diese sind ebenfalls unter der nachfolgenden Internet-Adresse downloadbar und außerdem auf jeder Polizeidienststelle zu bekommen.

Bei den Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und bei jeder Polizeidienststelle erhalten Sie weitere hilfreiche Tipps und Broschüren, wie Sie sich vor Kriminalität schützen können. Dort liegen auch Themenbroschüren auf.



 

 

 

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