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10.10.2017, PP Oberpfalz


Bericht zur Sicherheitslage des Jahres 2015 im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberpfalz

REGENSBURG. Am 24.03.2016 stellte das Polizeipräsidium Oberpfalz den Sicherheitsbericht des Jahres 2015 vor.


Vorstellung des Sicherheitsberichtes beim Polizeipräsidium Oberpfalz. Von links: PR Christian Kiener, PP Gerold Mahlmeister, PVP Michael Liegl, LKD Klaus Bachl.


Flüchtlingszustrom beeinflusst die Zahl der erfassten Straftaten und die Aufklärungsquote


Gesamtzahlen:


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Grafik Gesamtstraftaten
Grafik Gesamtstraftaten

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) im Regierungsbezirk Oberpfalz erfassten Straftaten angestiegen. Wurden im Jahr 2014 noch 48.645 Fälle erfasst, so stieg die Zahl im vergangenen Jahr auf 54.002 Fälle bzw. um 11,0%.

Dieser, auf den ersten Blick besorgniserregende Anstieg lässt sich jedoch einfach und nachvollziehbar erklären. Denn er ist ausschließlich auf die Anzeigenerstattung wegen aufenthaltsrechtlicher Verstöße im Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle zurückzuführen.
Betrachtet man die Fallzahlen ohne die Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz, so ergibt sich ein Rückgang um 1.705 Fälle bzw. 3,6 % und damit auf den niedrigsten Stand der letzten zehn Jahre.


Aufklärungsquote:


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Grafik Aufklärungsquote
Grafik Aufklärungsquote

Geklärt wurden 70,7 Prozent der Straftaten. Dies ist ein Anstieg um 5,9 % und ist primär auf das Anzeigenaufkommen wegen Verstößen gegen das Aufenthaltsrecht zurückzuführen. „Bereinigt“, also ohne die Verstöße nach dem Aufenthaltsgesetz, stieg die Aufklärungsquote um 1,5 %, auf einen über dem bayernweiten Durchschnitt liegenden Wert von 65,1 % geklärten Straftaten.


Diebstahlskriminalität:


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Grafik Wohnungseinbrüche
Grafik Wohnungseinbrüche

Allgemeines:

Die Diebstahlsdelikte, die mit 28,7 %, wie bereits in den vergangenen Jahren, den größten Anteil an der Gesamtkriminalität einnehmen, sind zum zweiten Mal in Folge rückläufig. Sie sanken um 348 Fälle bzw. 2,2 % auf 15.503 Delikte. Dies stellt nach 2010 den niedrigsten Wert der letzten zehn Jahre dar.

Bei knapp zwei Drittel der Fälle handelte es sich um einfache Diebstähle, bei 38 % um Diebstähle unter erschwerten Umständen. Also Fälle, bei denen die Täter besondere Sicherungseinrichtungen überwinden mussten, wie z.B. beim Pkw-Aufbruch oder beim Diebstahl eines versperrten Fahrrades.

Diebstähle rund um das Fahrzeug:

Wie in den Vorjahren kommt den Diebstählen rund um das Fahrzeug mit einem Anteil von 28,4 % eine hohe Bedeutung zu. Unter diesem Obergriff werden auch der Pkw-Aufbruch sowie der Diebstahl von Fahrrädern erfasst. Zwei Diebstahlsphänomene, mit deren Bearbeitung die Polizei nahezu täglich beschäftigt ist.

Pkw-Aufbruch:

Speziell in diesem Bereich ist es durch etwas Eigenvorsorge möglich den Aufbruch seines Fahrzeuges zu verhindern. So locken, im Pkw abgelegte und von außen gut sichtbare Gegenstände Automarder geradezu an. Handtaschen, mobile Navigationsgeräte, Mobiltelefone etc. sollte man nicht in seinem Fahrzeug deponieren. Auch nicht im Kofferraum, unter den Sitzen oder im Handschuhfach. Auch die Diebe kennen diese Verstecke !!

„Das Auto ist kein Tresor“

Fahrradiebstahl:

Gerade Fahrräder stehen in der wärmeren Jahreszeit ganz oben auf der Wunschliste der Diebe. Mit 2.481 Fällen wurde im abgelaufenen Jahr der Höchstwert der letzten fünf Jahre erreicht. Das Polizeipräsidium Oberpfalz hat diese Entwicklung sehr aufmerksam beobachtet und entsprechend darauf reagiert. So wurde die Ermittlungsgruppe „Fahrrad“ gegründet, die bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd angesiedelt ist und sich mit sechs Beamten seit Anfang März dieses Jahres speziell der Bekämpfung des Fahrraddiebstahls widmet.

Um diesen jedoch effektiv bekämpfen zu können, sind auch die Eigentümer der Fahrräder gefordert. Die Investition in eine hochwertige Fahrradkette oder ein gutes Fahrradschloss sind mit Sicherheit eine lohnende Investition.

Auch ein sicherer Abstellort beugt einem Diebstahl vor.

Wohnungseinbruchdiebstahl:

Der Wohnungseinbruchdiebstahl, der zwar nur 1% der Gesamtkriminalität beträgt, ist dennoch eine Erscheinungsform der Diebstahlskriminalität, die das subjektive Sicherheitsgefühl der Bevölkerung massiv beeinträchtigt und deren Bekämpfung dem Polizeipräsidium Oberpfalz sehr am Herzen liegt. Denn trotz vielfältigster Anstrengungen stiegen die Wohnungseinbrüche um 13 Delikte auf 561 Fälle und damit auf den höchsten Wert der letzten zehn Jahre.

Im Vergleich der Präsidien jedoch, weist das Polizeipräsidium Oberpfalz nach Schwaben Süd/West und Oberfranken die niedrigsten Fallzahlen auf.

Um den Wohnungseinbruchdiebstahl zu bekämpfen, hat das Polizeipräsidium Oberpfalz ein umfangreiches Konzept erarbeitet, das ein ganzes Bündel sowohl repressiver als auch präventiver Maßnahmen beinhaltet. Dazu gehören z. B. offene und verdeckte Streifentätigkeiten mit Kontrollen in Gebieten, die sich durch gezielte Lageauswertungen herauskristallisiert haben sowie eine qualifizierte Tatortarbeit.

Wie man sich vor Einbrüchen schützt erfährt man bei den Spezialisten der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen und im Internet unter:

www.polizei-beratung.de

Seit November 2015 gibt es unter bestimmten Voraussetzungen auch finanzielle Zuschüsse für den Einbau von Sicherheitstechnik. Unter folgendem Link kann man sich detailliert informieren:

www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/Einbruchschutz

Zudem ist es wichtig, verdächtige Wahrnehmungen sofort über die Notrufnummer: „110“ mitzuteilen.

„ Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig anrufen“


Betäubungsmittelkriminalität:


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Grafik Drogentote
Grafik Drogentote

Mit großer Sorge betrachten wir die Entwicklung bei den Drogentoten. Im abgelaufenen Jahr starben 30 Menschen an übermäßigem Drogenkonsum (3 Frauen und 27 Männer). Im Vergleich zum Jahr 2014 stellt dies eine Steigerung um 25 % dar.

Da wir wissen, dass die Erlöse aus Pkw-Aufbrüchen oder Wohnungseinbruchdiebstählen oftmals Betäubungsmittelkonsumenten zur Finanzierung ihrer Sucht verwenden, sog. indirekte Beschaffungskriminalität, soll an dieser Stelle kurz die Rauschgiftkriminalität beleuchtet werden.

Nachdem sich die Fallzahlen in den Jahren 2008 bis 2011 auf nahezu gleichem Niveau bewegten, ist seit dem Jahr 2012 ein Anstieg der Delikte feststellbar. Die Zahl der Verstöße stieg auf 3.328 bzw. um 3,9 % an.

Diese Entwicklung ist Ausfluss der seit Jahren intensivierten Kontrolltätigkeit. In der Praxis bedeutet dies, je mehr Kontrollen durchgeführt werden, umso mehr Aufgriffe stellen sich ein.

Die illegale Einfuhr von Rauschgift war, wie bereits in den Vorjahren, auch 2015 ein aktuelles Thema. Das zeigen sowohl die zahlreichen Aufgriffe der Schleierfahnder als auch die sichergestellten Mengen.
So wurden im vergangenen Jahr beispielsweise über 31 Kilogramm Marihuana und über 5 Kilogramm Crystal Speed sichergestellt.

Zur Bekämpfung dieser Kriminalitätsform führen die Fahndungsdienststellen des Polizeipräsidiums Oberpfalz, oftmals unterstützt durch die Bereitschaftspolizei, Schwerpunktkontrollen durch. Zudem werden an neuralgischen Örtlichkeiten, wie z.B. im Umfeld des Regensburger Hauptbahnhofes, in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei verstärkt Kontrollen durchgeführt. Zudem gibt es seit dem 01.02.2015 gemeinsame Streifen mit der Bundespolizei im Grenzgebiet zur Tschechischen Republik.


Gewaltkriminalität:


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Grafik Gewaltkriminalität
Grafik Gewaltkriminalität

Unter dem Begriff: „Gewaltkriminalität“ versteht man Delikte wie z.B. Mord, Totschlag, Vergewaltigung oder Raub. Mit über 80% sind jedoch die Körperverletzungsdelikte am stärksten vertreten.

Im Jahr 2015 ist die Zahl der Gewaltdelikte leicht um 58 Fälle bzw. 4,5 % gestiegen. Dennoch liegen die Fallzahlen damit auf dem zweitniedrigsten Wert der vergangenen Dekade. Mit einer Aufklärungsquote von 84,4 % konnten 1.140 Delikte geklärt werden. Dies entspricht einem minimalen Rückgang um 0,8 %.

Den geografischen Schwerpunkt bildet dabei, wie in den Vorjahren, mit einem Anteil von 30% der Delikte die Stadt Regensburg. Summiert man die Delikte, die in den Städten Regensburg, Amberg und Weiden begangen wurden, kommt man auf einen Prozentsatz von 46,7 % bzw. 630 Fälle.

Generell lässt sich feststellen, dass übermäßiger Alkoholgenuss bei der Gewaltkriminalität eine maßgebliche Rolle spielt.


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