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24.03.2016, PP Oberfranken


Polizeiliche Kriminalstatistik 2011 Oberfranken

- Beste Aufklärungsquote in Bayern
- Gesamtstraftaten weiterhin auf niedrigem Niveau
- Standortfaktor Sicherheit in Oberfranken erneut gestärkt


zur Pressebericht

Bei einer Pressekonferenz am Donnerstagvormittag des 8. März 2012 veröffentlichte Polizeipräsident Reinhard Kunkel die oberfränkische Kriminalstatistik 2011.


KRIMINALITÄTSENTWICKLUNG ALLGEMEIN


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Zehnjahresvergleich der Gesamstraftaten
Zehnjahresvergleich der Gesamstraftaten
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Mit 51.519 registrierten Straftaten in Oberfranken ist nach dem Rückgang der vergangenen zwei Jahre erstmals wieder ein Anstieg in diesem Bereich zu konstatieren. Trotz der Steigerung um 4,6 Prozent (2.262 Straftaten) liegen die Gesamtstraftaten unter dem Durchschnittswert (52.805) der letzten zehn Jahre.
Mit einer Aufklärungsquote von 69,9 Prozent (+1,4 Prozent) übernimmt Oberfranken die Spitzenposition in Bayern. Im Kontext mit den gestiegenen Gesamtstraftaten wird die hervorragende oberfränkische Ermittlungsarbeit nochmals deutlich unterstrichen. Von den 36.013 aufgeklärten Fällen in Oberfranken ermittelte die Polizei 25.307 Tatverdächtige.


Polizeipräsident Reinhard Kunkel
Polizeipräsident Reinhard Kunkel
O-Ton Polizeipräsident Reinhard Kunkel

Der Standortfaktor Sicherheit wird durch eine erneut unter dem bayerischen Durchschnitt liegende Häufigkeitszahl (HZ) wiederholt gestärkt. Mit 4.809 Straftaten pro hunderttausend Einwohner gab es zwar auch hier eine Steigerung (+ 5,1 Prozent), das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ist aber weiterhin gut.

„Mit einer Aufklärungsquote von 69,9 Prozent haben wir unsere Spitzenposition nicht nur untermauert, sondern belegen damit in Bayern Platz Eins“, bilanziert Oberfrankens Polizeipräsident Reinhard Kunkel. „Dies ist vor allem unseren engagierten Kolleginnen und Kollegen zu verdanken, aber auch der oberfränkischen Bevölkerung, die uns bei unserer Aufgabe hilfreich unterstützt“, so Kunkel weiter.


KRIMINALITÄTSENTWICKLUNG IN DEN MITTELZENTREN, LANDKREISEN UND DER GRENZREGION


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Veränderungen der Fallzahlen in %
Veränderungen der Fallzahlen in %

In den oberfränkischen Mittelzentren Bamberg, Bayreuth, Coburg und Hof registrierte die Polizei 20.178 Straftaten. Mit 39,2 Prozent macht dies einen Großteil der Gesamtstraftaten in Oberfranken aus. Die allgemeine Straftatensteigerung spiegelt sich auch in den größeren Städten wieder. In der Stadt Bayreuth war mit 14,1 Prozent die größte Steigerung erkennbar – hier gelang es aber die Aufklärungsquote um 5,6 Prozent auf 66 Prozent zu erhöhen.

Auch vor den neun Landkreisen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Oberfranken macht die Häufung der Straftaten keinen Halt.

Mit Ausnahme der Landkreise Bamberg (- 5,5 Prozent) und Wunsiedel (- 1,1 Prozent) sind überall höhere Fallzahlen zu verzeichnen. In den Landkreisen Bayreuth (+ 15,1 Prozent) und Forchheim (+ 11,4 Prozent) sind die registrierten Straftaten um jeweils über zehn Prozent angestiegen. Allerdings waren in diesen Regionen im Jahr 2010 die niedrigsten Fallzahlen der letzten zehn Jahre zu dokumentieren.

Die gute Sicherheitslage in der Grenzregion hat sich statistisch im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Gleichwohl erfährt insbesondere durch die Thematik „Crystal“ der Grenzgürtel zur Zeit in der Öffentlichkeit und den Medien besondere Aufmerksamkeit. Hier setzt das Polizeipräsidium Oberfranken auch weiterhin auf das Schwergewicht der Schleierfahndung.


POLITISCH MOTIVIERTE KRIMINALITÄT (PMK)


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Zehnjahresvergleich politisch motivierte Kriminalität
Zehnjahresvergleich politisch motivierte Kriminalität
O-Ton Polizeipräsident Reinhard Kunkel

Die Fallzahlen sind in diesen Delikts- bereichen seit Jahren rückläufig. Mit 252 registrierten Straftaten verringerte sich die Zahl gegenüber 2010 (267) erneut.
Der Phänomenbereich „Rechts“ weist mit 163 Straftaten (2010: 180) erneut den höchsten Anteil der politisch motivierten Straftaten auf.
Bestrebungen von extremistischen Parteien, Vereinigungen und Gruppierungen, die sich gegen die Freiheitlich Demokratische Grundordnung unseres Staates richten , wird bereits im Vorfeld von Rechtsverstößen konsequent begegnet.
Die Maxime des Polizeipräsidiums Oberfranken gibt Polizeipräsident Reinhard Kunkel klar vor: „Aktivitäten in allen extremistischen Bereichen werden wir im Rahmen der rechtlichen Möglichkeiten aufmerksam beobachten und Verstöße konsequent unterbinden. Bei der Aufklärung von politisch motivierten Straftaten nutzen wir sämtliche personellen, rechtlichen und technischen Möglichkeiten und Ressourcen.“


RAUSCHGIFTKRIMINALITÄT


Ltd. Kriminaldirektor Harald Osel
Ltd. Kriminaldirektor Harald Osel
O-Ton Ltd. Kriminaldirektor Harald Osel

Mit 2.813 registrierten Straftaten im Bereich der Rauschgiftdelikte hat sich die Anzahl hier nur marginal verändert (- 0,1 Prozent).

Den Kampf der oberfränkischen Polizei, insbesondere gegen die gefährliche Droge „Crystal“, verdeutlicht aber die enorme Steigerung der Sicherstellungsmengen dieser Substanz.

Ein Plus von 93,3 Prozent (Gesamtmenge 2,1 kg) gegenüber dem Vorjahr zeigt deutlich, dass der Verfolgungsdruck weiterhin sehr hoch ist. Die Fallzahlen weisen in diesem Bereich ebenfalls eine Steigerung im zweistelligen Prozentbereich auf. Da es sich hier fast ausschließlich um ein Kontrolldelikt handelt wird das konsequente Vorgehen der oberfränkischen Polizei in diesem Bereich deutlich.


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Sicherstellungen Rauschgift
Sicherstellungen Rauschgift

„Die hohen Aufgriffszahlen und die Steigerung bei den sichergestellten Betäubungsmittel sind ein deutlicher Beleg für die erfolgreiche und effektive Arbeit unserer Fahnder auf den Straßen“, berichtet Harald Osel, Leiter des Sachgebietes Verbrechensbekämpfung im Polizeipräsidium.

„Für uns gilt es, das Marktangebot Rauschgift auch weiterhin auf der Nachfrageseite mit hohem Verfolgungsdruck stark einzudämmen“, so Osel weiter.


TATMITTEL INTERNET


Das Tatmittel Internet – Straftaten im so genannten unbaren Zahlungsverkehr oder rund um die neuen Medien – wird immer häufiger zur Begehung von Straftaten genutzt. Im Jahr 2011 registrierte die oberfränkische Polizei 1.492 Fälle. Nicht in die oberfränkische Kriminalstatistik fließen Taten, die zwar von uns bearbeitet werden, da die Opfer in Oberfranken wohnen, deren Täter aber außerhalb unserer Region agierten oder deren Handlungsort nicht zu ermitteln ist.

Um diesen schnell fortschreitenden Entwicklungen entgegenzutreten hat das Polizeipräsidium Oberfranken durch die Konzentration spezialisierter Kriminalbeamter eine „AG Cybercrime“ installiert. Zudem werden zwei studierte Informatiker, nach Ende ihrer polizeilichen Zusatzausbildung, demnächst die Arbeitsgruppe als sogenannte „Cybercops“ unterstützen.


STRASSENKRIMINALITÄT – zweitniedrigster Wert im Zehnjahresvergleich


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Zehnjahresvergleich Straßenkriminalität
Zehnjahresvergleich Straßenkriminalität

Im Bereich der Straßenkriminalität - Straftaten verschiedener Deliktsbereiche im öffentlichen Raum – kann mit 9.098 registrierten Straftaten der zweitniedrigste Wert im Zehnjahresvergleich verzeichnet werden. Gleichzeitig konnte die Aufklärungsquote nochmals um 3,5 Prozent gesteigert werden. Erfreulich und damit für das Sicherheitsempfinden der
Bevölkerung enorm wichtig, ist der Rückgang bei den Raubdelikten (- 6,9 Prozent) und den Sachbeschädigungen (- 4,2 Prozent).


DIEBSTAHLSDELIKTE – Aufklärungsquote gesteigert


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Zehnjahresvergleich Diebstahlsdelikte
Zehnjahresvergleich Diebstahlsdelikte

Mit 14.511 Straftaten (28,2 Prozent) nehmen die Diebstahlsdelikte weiterhin den größten Anteil an der Gesamtkriminalität ein. Nach jahrelangem Rückgang der Fallzahlen ist erstmals wieder eine Zunahme um 912 Straftaten (+ 6,7 Prozent) zu konstatieren. Erfreulich hingegen ist die Tatsache, dass die Aufklärungsquote bei den Diebstahlsdelikten um 2,1 Prozent gesteigert werden konnte. Beim „schweren Diebstahl“ gelang es sogar 6,4 Prozent mehr Fälle aufzuklären. Trotz eines positiven Langzeittrends in diesem Deliktsbereich schlagen enorme Schäden zu Buche.

Im vergangenen Jahr wurde ein Beuteschaden von knapp über 11 Millionen Euro verursacht.


GEWALTKRMINALITÄT


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Zehnjahresvergleich Gewaltkrim.
Zehnjahresvergleich Gewaltkrim.

1.862 Gewalttaten (+ 7,4 Prozent) waren im vergangenen Jahr zu verzeichnen. Obwohl dies nur 3,6 Prozent der Gesamtstraftaten sind, handelt es sich hier um Fälle, die in der öffentlichen Wahrnehmung für Beunruhigung sorgen.
Die Aufklärungsquote konnte um 4,1 Prozent auf einen hervor- ragenden Wert von 89 Prozent erhöht werden.
Einen wesentlichen Anteil an der Gewaltkriminalität verzeichnen die gefährlichen und schweren Körperverletzungen, die allein mit 1.519 Fällen (81,5 Prozent) zu Buche schlagen. Hier gelang es 90 Prozent der Fälle aufzuklären (+2,9 Prozent).


ALKOHOLBEEINFLUSSUNG ZUR TATZEIT


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Straftaten unter Alkohol
Straftaten unter Alkohol
O-Ton Ltd. Kriminaldirektor Harald Osel

Alkohol bleibt der Aggressionsverstärker Nummer Eins. 16,7 Prozent aller geklärten Straftaten wurden unter Alkoholeinfluss begangen. Hiervon wurden 37,3 Prozent im Zeitraum zwischen 1 Uhr und 6 Uhr begangen. Das veränderte Ausgehver- halten unserer Gesellschaft trägt hier einen wesentlichen Beitrag dazu bei.

„Wir können daher nur begrüßen, wenn Städte und Gemeinden von dem rechtlichen Instrumentarium, das ihnen zur Verfügung steht, Gebrauch machen und Sperrzeitlösungen umsetzen, die auf die örtlichen Verhältnisse zugeschnitten sind“, ergänzt Harald Osel.


GEWALT GEGEN POLIZEIBEAMTE


Polizeieinsätze werden immer gefährlicher. Enthemmung durch Alkohol, gesteigerte Aggressivität Einzelner und festzustellender Werteverlust führen immer wieder zu Widerstandshandlungen gegen rechtmäßige Eingriffe von Vollstreckungsbeamten. Der Trend in den vergangenen Jahren hat sich auch 2011 fortgesetzt.


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