Polizei Bayern » PP Oberfranken » PD Bayreuth » Aktuelles » Presse » Neueste Pressemeldungen
Erfolgreiche Pegnitzer Polizisten auch im Verkehrsbereich
PEGNITZ, LKR. BAYREUTH. Mit der Vorlage ihrer Kriminalstatistik (wir berichteten) brach die Polizeiinspektion Pegnitz für das Jahr 2008 alle bisherigen Rekorde. Eigentlich hätte man vermuten können, dass sich die Polizisten auf die Bekämpfung von Straftaten konzentrieren und alle anderen Aufgaben zurückstellen. Genau das Gegenteil beweist allerdings jetzt die Vorlage der Verkehrsstatistik 2008 für den Inspektionsbereich Pegnitz. Auch hier setzten die Beamten u.a. im Bereich der Aufklärung von Verkehrsunfallfluchten sowie bei Trunkenheitsfahrten Maßstäbe.

|
| Tödlicher Motorradunfall in Nankendorf vom 5. September 2008 |
Im Jahr 2008 ereigneten sich Dienstbereich der Pegnitzer Polizei 822 Verkehrsunfälle, die polizeilich aufgenommen wurden. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen erfreulichen Rückgang um 7,22 % dar. Dem gegenüber gingen die Verkehrsunfälle landesweit lediglich um 0,89 % und bundesweit (vorläufige Zahlen) - die amtliche Statistik liegt noch nicht vor - um 0,6 % zurück. Im Präsidialbereich Oberfranken sanken die Gesamtunfallzahlen um 3,13 % und im Bereich der Bayreuther Polizeidirektion um 4,4 %. Die Unfälle auf der Bundesautobahn A 9, die den Dienstbereich von Süd nach Nord durchläuft, werden in der Regel von der Bayreuther Verkehrspolizei aufgenommen und sind in dieser Statistik daher nicht enthalten. Ein Großteil der Verkehrsunfälle, nämlich 609 und damit 74 % (Vorjahr 71 %), waren Kleinunfälle, d.h. Unfälle, bei denen nur geringe Verkehrsverstöße zugrunde liegen und keine Personen verletzt wurden. Im Jahr 2008 waren leider auch zwei Verkehrstote zu beklagen. Obwohl der Dienstbereich der Pegnitzer Polizeiinspektion über 25 % der Fläche des gesamten Dienstbereichs der Bayreuther Polizeidirektion abdeckt, wurden hier nur zehn Prozent der außerhalb von Autobahnen getöteten 20 Verkehrsteilnehmer gezählt. Und dies, obwohl sich hier die bei Motorradfahrern besonders beliebte Fränkische Schweiz und die überaus stark frequentierten Bundesstraßen B 2, B 85 und B 470 befinden.
Auch die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden sank im Pegnitzer Bereich um 19,8 % auf 121 und damit um ein Vielfaches des bayernweiten Wertes von 4,19 %. Die Anzahl der hierbei Verletzten ging um 42 auf 165 Personen zurück. Dies entspricht einem Rückgang von 20 %. Im gleichen Zeitraum sank die Anzahl der Verletzten bundesweit um 5,72 % (vorläufige Zahlen), bayernweit um 4,7 % und im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken um 3,6 %.
Als „Fahranfänger“ bezeichnet man Verkehrsteilnehmer im Alter zwischen 18 und 24 Jahren. Sie stellen zwar nur acht Prozent der Gesamtbevölkerung dar, ihr Anteil an der Unfallhäufigkeit betrug aber bundesweit 22 %. Dies liegt zum einen an der mangelnden Erfahrung und dem noch nicht so ausgeprägten Gefahrenbewusstsein, zum anderen auch an einem risikofreudigeren Fahrstil und einer höheren Mobilität im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten. Im Dienstbereich der Pegnitzer Polizeiinspektion verursachte diese Altersgruppe 37 Unfälle mit Personenschaden, was im Vergleich zu 2007 einen Rückgang um 30 % entspricht. Bayernweit wurde hier lediglich ein Rückgang um 5,3 % festgestellt. In Oberfranken waren die Zahlen um 6,8 % und im Bereich der Bayreuther Polizeidirektion um 10,8 % rückläufig.
Der Anteil der Senioren (Altersgruppe ab 65 Jahren) in Deutschland beträgt rund 16 %. Im Direktionsbereich Bayreuth hatten diese mit lediglich 4 % Verantwortung für 269 Verkehrsunfälle. Im Bereich der Polizeiinspektion Pegnitz wurden nur 26 Verkehrsunfälle (Vorjahr 36) durch diese Personengruppe verursacht. Dies entspricht einem Anteil von nur 3,16 %.
37 Verkehrsunfälle mit Fahrerflucht (Vorjahr 55) wurden bei der Pegnitzer Polizeiinspektion registriert. Dies stellt gegenüber 2007 einen Rückgang um 32 % dar. Im Gegensatz dazu waren diese Unfälle im Bereich der Bayreuther Polizeidirektion um 12,8 % angestiegen. Bei 27 Unfällen konnten die Fahrer ermittelt werden. Dies entspricht einem Aufklärungsergebnis von fantastischen 73 % und ist damit fast doppelt so hoch das benachbarter Polizeiinspektionen. Damit konnte das gute Aufklärungsergebnis der Pegnitzer Beamten aus 2007 von 69 % nochmals gesteigert werden. Im Bereich der Bayreuther Polizeidirektion steht dem ein Aufklärungsergebnis von 49,2 % gegenüber.
Im Vergleich zum Vorjahr (36 Unfälle) ist auch die Anzahl der Unfälle mit Motorrädern auf 18 stark zurückgegangen (minus 50 %). Bei diesen Unfällen sind sechs Personen (minus 62,5 %) schwer und elf Verkehrsteilnehmer (minus 21,4 %) leicht verletzt worden.

|
| Polizeihauptkommissar Horst Nölkel und Erster Polizeihauptkommissar Roland Schmitt (rechts), die Pegnitzer Dienststellenleiter |
Sieben Unfälle mit Alkoholeinwirkung zeigen, dass Alkoholkontrollen weiterhin notwendig sind, auch wenn sich gegenüber 2007 diese Zahl nahezu halbiert hat. Da im Vorjahr zwölf derartige Unfälle bearbeitet werden mussten, entspricht dies einem Rückgang von 42 %. Im Direktionsbereich Bayreuth gingen die Alkoholunfälle im gleichen Zeitraum um 18,5 % zurück. Auch die Anzahl der bei diesen Unfällen verletzten Personen sank im Dienstbereich der Pegnitzer Polizeiinspektion um 42,9 %. Durch Polizeikontrollen konnten 48 Kraftfahrzeugführer (Vorjahr 64) aus dem Verkehr gezogen werden, bevor es zu einem Unfall kam. Dies entspricht einem Rückgang von 25 %, während im gleichen Zeitraum im Bereich der Polizeidirektion Bayreuth die Aufgriffe um 18,2 % zurückgingen. Die Pegnitzer Polizeiinspektion erreichte im Jahr 2008 einen Verfolgungsindex von 6,9 und damit mit deutlichem Abstand den höchsten Wert im Bereich der Bayreuther Polizeidirektion. Der Verfolgungsindex ist die Verhältniszahl von folgenlosen Trunkenheitsfahrten zu Verkehrsunfällen mit Trunkenheit. Je höher diese Zahl ist, desto erfolgreicher ist die polizeiliche Verkehrsüberwachung im Bereich der Bekämpfung von Alkoholfahrten.
Im Vergleich zum Jahr 2007 hat sich im Jahr 2008 die Verkehrssicherheit im Dienstbereich deutlich erhöht, stellen Polizeihauptkommissar Horst Nölkel und sein Dienststellenleiter Erster Polizeihauptkommissar Roland Schmitt erfreut fest. Nicht nur die Anzahl der Verkehrsunfälle sank deutlich, auch die Schwere der Unfälle, die Anzahl der Personenschadensunfälle und die Anzahl der Verletzten ist mit zweistelligen Prozentzahlen rückläufig. Die Daten aus dem Dienstbereich Pegnitz sind in allen wesentlichen Bereichen deutlich besser als in vergleichbaren Dienstbereichen.
Die weit überwiegende Anzahl der Motorradfahrer fährt vernünftig und genießt ihr Hobby an der frischen Luft unter Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer. Der Anteil der Fahranfänger, die die Ursache für Verkehrsunfälle setzen, ist im Bereich der Pegnitzer Inspektion deutlich geringer als anderswo. Nicht zuletzt aufgrund der guten Aufklärungsergebnisse der Pegnitzer Beamten besteht für einen Verkehrsteilnehmer ein sehr hohes Risiko, eine Unfallstelle vorzeitig zu verlassen. Daher sinken die entsprechenden Unfallzahlen. In den übrigen Fällen wird durch die Hartnäckigkeit und Konsequenz der Ermittlungen häufiger als bei jeder anderen Polizeidienststelle der verantwortliche Kraftfahrzeugführer ermittelt. Der Rückgang der Alkoholunfälle ist offenbar das Ergebnis konsequenter Verfolgung im Laufe der letzten Jahre. Das Problem sind nicht Autofahrer, die einmal etwas trinken, sondern Trinker die Auto fahren, konstatiert Schmitt. Vor allem im Interesse schwacher Verkehrsteilnehmer, aber auch im Interesse der alkoholisierten Fahrer selbst, ist hier eine konsequente Ahndung zwingend geboten. Oftmals war der Verlust des Führerscheins oder ein entsprechendes Bußgeld der „Schuss vor den Bug“ zum rechten Zeitpunkt, der ein Abgleiten in eine Alkoholikerkarriere und damit in das soziale Abseits verhindert hat.
Die Verkehrssicherheitsarbeit in Pegnitz ist auf einem überaus hohem Niveau und basiert auf enger und vertrauensvoller Zusammenarbeit vor allem mit den Gemeinden und Städten des Dienstbereichs und dem Bayreuther Landratsamt. Gefahrenpunkte werden frühzeitig erkannt und gezielt entschärft. Durch gezielte Geschwindigkeitskontrollen werden rücksichtslose Fahrzeugführer zur Einhaltung der Streckenverbote gezwungen.
|  |
|