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20.03.2012, Landeskriminalamt


Landeskriminalamt warnt vor angeblichen Lotteriegewinnen

Vorsicht! Betrüger versenden gefälschte Gewinnmitteilungen!


Seit wenigen Monaten erhalten viele Haushalte in Bayern angebliche Gewinnmitteilungen ausländischer Lotterien. Die von Betrügern versandten Briefe sind jedoch nur auf das vorauszuzahlende Geld der vermeintlichen Gewinner aus.

So auch in einem aktuellen Fall, den die Kriminalpolizei in Kaufbeuren zu bearbeiten hat.

Eine 67-Jährige aus dem Landkreis Ostallgäu erhielt am 25.07.07 eine Gewinnbenachrichtigung der angeblichen Lotterie „Euro Milliones Loteria Primitiva“ über fast eine Million Euro. Die Rentnerin, die seit dem Frühjahr 2007 an einer australischen Lotterie teilnahm, glaubte sich schon als künftige Millionärin und kam bereitwillig der Aufforderung nach, ihre persönlichen Daten und eine Passkopie nach Madrid/Spanien zu schicken.

Kurz darauf nahm ein angeblicher „Anspruchsagent“ der Lotterie mit ihr Kontakt auf und konnte sie überreden, insgesamt mehr als 44.000 Euro mittels „Western Union“ nach Spanien zu überweisen. Erst als Mitte September weitere gleichlautende Gewinnmitteilungen bei der 67-Jährigen ankamen, wurde sie misstrauisch und verständigte die Polizei.

Dies ist jedoch leider kein Einzelfall. Seit Juli 2007 meldeten sich bereits 97 Geschädigte bei der Bayerischen Polizei, die teilweise auch schon Geld überwiesen hatten. Der bisher festgestellte Betrag, der zwischenzeitlich auf Konten der Betrüger überwiesen wurde, beläuft sich auf mehr als 370.000 Euro! Die Namen der angeblichen Lotteriegesellschaften sind dabei genauso vielfältig, wie der Ideenreichtum der Kontaktpersonen.


Neueste Masche


Jetzt ist dem Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) eine neue Variante der bekannten Masche bekannt geworden.

Unbekannte Täter geben oftmals Adressen, unter denen Hotels oder Pensionen firmieren als Wohnanschriften an, ohne dort jemals dort gewohnt zu haben. Bei dem so genannten Post-Ident-Verfahren weisen sie sich mit falschen britischen oder französischen Ausweispapieren aus. Über das Internet eröffnen die Betrüger dann Konten bei Deutschen Kreditinstituten. Unmittelbar danach stellen sie bei der Post Nachsendeanträge, damit eventuell anfallender Postverkehr direkt an spanische Postfächer weitergeleitet wird.

Sie lassen sich bei den Kreditinstituten Schecks ausgeben, füllten diese mit den angeblichen Ge-winnbeträgen aus und sandten diese wertlosen, da nicht gedeckten, Originalschecks an ihre Betrugsopfer. Ziel dieser Handlungen ist es offensichtlich, noch mehr Vertrauen zu erwecken und nach dem „Gewinneingang“ noch größere Summen zu kassieren.


Das Bayerische Landeskriminalamt rät deshalb dringend zur Vorsicht und empfiehlt derartige „Gewinnmitteilungen“ wegzuwerfen!


Was sind Anzeichen für Mitteilungen von Betrügern:

  • Sie haben kein Los der angeblichen Lotterie gekauft.
  • Vor der Gewinnauszahlung sollen Sie Geld für Steuern, etc. zahlen.
  • Sie sollen auf einer sog. „Payment Processing Form“ oder einer „Winning Claims Form“ ihre Kontoverbindung angeben.
  • Sie sollen Ausweiskopien verschicken.
  • Die Betrüger setzen Sie unter Zeitdruck, ansonsten verfällt der „Gewinn“.
  • Als Kontaktadressen sind Postfächer, E-Mail-Adressen oder Telefonnummern angegeben.
  • Nachbarn, Bekannte oder Freunde sind ebenfalls „glückliche Gewinner“.

Sollten Sie auch nur den geringsten Zweifel an ihrem Gewinn haben, wenden Sie sich an ihre zuständige Polizeidienststelle!


Dass dies nicht umsonst ist, zeigen Erfolge der spanischen Polizei, die im Sommer 2006 zur Festnahme von 19 Mitgliedern einer organisierten Gruppe führten. Diese Betrüger hatten unter anderem mit der oben genannten Masche einen Millionenschaden verursacht.


© Bayerische Polizei Nach oben Diese Seite ausdrucken Diese Seite den Favoriten hinzufügen

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