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31.07.2017, Landeskriminalamt


Kompetenzzentrum für Deradikalisierung

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Das Kompetenzzentrum ist unter anderem Ansprechpartner bei sicherheitsrelevanten Fällen von Radikalisierung. Eine der zentralen Aufgaben des Kompetenzzentrums ist die Koordinierung von deradikalisierenden Maßnahmen.


Der Hintergrund


Jede Form des religiösen Extremismus steht in klarer Gegenposition gegen die freiheitlich demokratische Grundordnung und stellt damit eine Gefahr für die Bundesrepublik Deutschland dar.

Aktuell gilt der Salafismus als die dynamischste und am schnellsten wachsende religiös extremistische Bewegung. Die Zahlen des salafistischen Personenpotentials steigen bundes- sowie bayernweit an.

Salafistische Strömungen verfolgen letztlich das gleiche grundlegende Ziel: Die Einführung einer Gesellschaftsordnung nach salafistischem Vorbild, wobei die sog. politischen Salafisten die Erreichung ihrer Ziele primär durch Missionierung zu erreichen suchen („Dawa“), wohingegen jihadistische Salafisten Gewalt als legitimes Mittel zur Durchsetzung ihrer Ziele ansehen. Letztlich ist jedoch festzustellen, dass auch im Spektrum des politischen Salafismus durchaus Positionen vertreten und verbreitet werden, die ein ambivalentes Verhältnis zur Gewaltfrage erkennen lassen. Dies gilt insbesondere für internationale Konflikte bzw. Konflikte und Kriege in muslimisch geprägten Ländern.


Unsere Ziele und Aufgaben


Im Mittelpunkt jedes Radikalisierungsprozesses steht ein Mensch. Die Gründe, weshalb sich ein Betroffener dem religiösen Extremismus angeschlossen hat, sind vielfältig. Um im konkreten Einzelfall helfen zu können, muss ein ganzheitlicher Ansatz unter Einbindung bereits vorhandener Beratungs- und Hilfsangeboten von sowohl staatlichen Stellen als auch zivilgesellschaftlichen Trägern entwickelt und umgesetzt werden. Die Hilfsangebote richten sich dabei nicht nur an Betroffene selbst, sondern vor allem auch an deren Angehörige, für die ein Radikalisierungsfall innerhalb der Familie sehr belastend ist.

Um möglichen Radikalisierungen in Bayern entgegenzuwirken, wurde das „Netzwerk für Prävention und Deradikalisierung“ gegründet. Eine wesentliche Säule dieses Netzwerks ist das beim Bayerischen Landeskriminalamt eingerichtete „Kompetenzzentrum für Deradikalisierung“.

Unsere Aufgabe ist es insbesondere, deradikalisierende Ansätze zu koordinieren, um eine Eigen- und Fremdgefährdung durch religiös motivierte radikalisierte Personen zu verhindern sowie Analysen und Bewertungen zu Radikalisierungsverläufen durchzuführen, um so mögliche Deradikalisierungsansätze zu erkennen.


Erreichbar ist das Kompetenzzentrum für Deradikalisierung unter der Rufnummer +49(0)89-1212-1999.


Unsere Leistungen


Das Kompetenzzentrum für Deradikalisierung arbeitet in der Deradikalisierungsarbeit mit der Beratungsstelle Bayern des Vereines Violence Prevention Network e. V. zusammen.


Das Kompetenzzentrum für Deradikalisierung ist

  • Ansprechpartner und Berater für alle öffentlichen Stellen zu Fragen der Deradikalisierung in Bayern, einschließlich der Gewährleistung des bayern- und bundesweiten Informationsaustausches mit Partnern des Deradikalisierungsnetzwerkes sowie
  • verantwortlich für die Erstellung von Analysen und Bewertungen im Zusammenhang mit Radikalisierungshinweisen
  • zuständig für die Koordination von Sachverhalten, die Ansatzpunkte für Deradikalisierungsmaßnahmen mit Schwerpunkt im Phänomenbereich des Salafismus in Bayern aufweisen und dient als
  • Ansprechpartner für Violence Prevention Network e. V. in sicherheitsrelevanten Fragen und
  • zuständig für die Zusammenarbeit und den Dialog mit muslimischen Gemeinden im Zusammenhang mit Fragen der Radikalisierung/Deradikalisierung.

Die Beratungsstelle Bayern von Violence Prevention Network e. V. bietet

  • die Beratung für Angehörige in der Auseinandersetzung mit religiös begründetem Extremismus,
  • die Beratung, Begleitung und spezifisches Training für radikalisierungsgefährdete Jugendliche im Vorfeld von Straffälligkeit,
  • das Anti-Gewalt- und Kompetenztraining AKT® im (Jugendstraf-)Vollzug für radikalisierungsgefährdete Personen bzw. Radikalisierte im frühen Stadium sowie
  • die Ausstiegsbegleitung: Beratungs- und Dialogmaßnahmen mit Radikalisierten, Ausreisewilligen, Rückkehrerinnen und Rückkehrern. B. aus Syrien).

Kontakt


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In Eilfällen wenden Sie sich bitten an Ihre örtlich zuständige Polizeidienststelle.


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