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04.03.2016, PP Oberbayern Süd


Rosenheimer Schleierfahnder ziehen Bilanz - Erfolgreich trotz Mehrbelastung

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Waffen in Pkw verbaut
Spektakulärer Fund: Waffen

ROSENHEIM. Bayerns Schleierfahndungen sind ein Erfolgsmodell, so auch in Rosenheim. Eine Bilanz der Polizeiinspektion Fahndung Rosenheim.


Rosenheim/Raubling (re) „Die Bekämpfung der grenzüberschreitenden Kriminalität ist unsere Kernaufgabe, das Herausfischen fahndungsrelevanter Fahrzeuge unsere Kernkompetenz. 2015 waren wir damit besonders erfolgreich.“ Nicht ohne Stolz blickt Polizeioberrat Herbert Baumann als Dienststellenleiter der PI Fahndung Rosenheim auf das abgelaufene Jahr. „Auf allen Tätigkeitsfeldern gelangen uns Aufgriffe von hoher Qualität. Großteils waren diese nur durch unseren hohen Grad an Spezialisierung zu erzielen.“ Aufgrund der enormen Zusatzbelastung bei der humanitären und sicherheitspolizeilichen Behandlung von Migranten litt die gewohnt hohe Präsenz auf der Autobahn und den Fernstraßen. „Die Kolleginnen und Kollegen gingen dabei an die Grenze ihrer Belastbarkeit, “ so Baumann, „verloren aber nicht ihre Motivation.“


Spektakulärer Waffenfund auf der A8


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VW Golf mit geöffneter Motorhaube
VW Golf: In diesem weißen Pkw, VW Golf, sind noch 8 Kalaschnikow-Gewehre samt Munition, 3 Pistolen und Revolver, 2 Handgranaten und 200 Gramm Sprengstoff (TNT) samt Zünder verbaut.

Der spektakulärste Erfolg gelang den Schleierfahndern am 5.November. Am Autobahnparkplatz „Im Moos“ / Nähe Ausfahrt Bad Aibling kontrollierten sie einen Pkw VW Golf mit einer montenegrinischen Zulassung. Der 51jährige Fahrer war auf dem Weg nach Paris. Schnell fanden die Fahnder unter Motorraumverkleidungen erste Waffenteile. Die Handschellen klickten. Der Pkw wurde zusammen mit Spezialisten des BLKA München zerlegt.


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Am Unterboden verbaute Waffen
Motorblock: Nach Abbau der Spritzwasserabdeckungen kamen unter dem Motorblock des VW Golf mehrere Kalaschnikow-Gewehre zum Vorschein. Sie waren „kunstvoll“ mit Draht an die Aggregathaltungen gebunden. Trotzdem wurden die Waffen entdeckt.

Versteckt hinter Tür- und Seitenverkleidungen, unter Plastikeinbauten und unter dem Motor (Bild) fanden sich insgesamt 8 Kalaschnikow-Gewehre samt Munition, 3 Pistolen und Revolver, 2 Handgranaten und 200 Gramm Sprengstoff (TNT) mit funktionsfähigem Zünder. Wenige Tage später gab es mit ähnlichen Waffen eine Serie verheerender Terroranschläge in Paris. Baumann: „Zusammenhänge mit unserem Aufgriff werden geprüft. Vielleicht konnten wir durch die Anhaltung dieses Waffentransportes Menschenleben retten.“


Falschgeld im Nachtzug


Weniger spektakulär, aber von hoher Qualität waren Fahndungserfolge in den Fernzügen zwischen Kufstein und München. So konnte im Nachtzug CNL 484 ein 27jähriger Libyer festgenommen werden. Er wies sich mit totalgefälschten italienischen Personalpapieren aus. In der linken Hosentasche fanden sich 1790 € Bargeld in 20 € / 50 €- Stückelung - alles Falschgeld. In der rechten Hosentasche bewahrte er bereits gewechseltes Echtgeld auf. Einige Monate zuvor fiel er bereits in Berlin und Potsdam mit Falschgeld auf. Er ging in Haft - für zwei Jahre.


Entwendete und unterschlagene Fahrzeuge


Kollegen der Polizeistation Fahndung Kreuth hielten einen Mercedes Vito mit Rosenheimer Ausfuhrkennzeichen an. Schnell erkannten die Schleierfahnder, dass es sich eigentlich um ein spanisches Mietfahrzeug handelte. Der Fahrer, ein Rumäne, hatte sich unter Vorlage gefälschter spanischer Kfz-Zulassungspapieren beim Landratsamt Rosenheim echte deutsche Fahrzeugdokumente „erschwindelt“. Der Pkw wurde sichergestellt, der Fahrer verhaftet. Die spanische Mietfirma AVIS wusste bis zu diesem Zeitpunkt noch nichts von der Unterschlagung ihres Fahrzeugs.


Fahndungen nach Einbrechern und Diebesgut


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Sichergestellter Schmuck
So stoppten die Schleierfahnder einen Serieneinbrecher samt Beute. Zusammen mit einem Komplizen hatte er Wohnungen in Esslingen /BW ausgeräumt.

Einer Pendlerin aus Weilheim konnten die Polizisten ihr hochwertiges Fahrrad im letzten Moment „retten“, ehe es über die Grenze geschafft worden wäre. Ein Rumäne hatte das teure Stück am Possenhofener Bahnhof gestohlen und zusammen mit zwei weiteren Rädern in seinem Pkw verstaut. Um einer Entdeckung zu entgehen, stopfte er den Rest des Stauraums mit Sperrmüll voll. Die Schleierfahnder scheuten die Mühe nicht, erkannten das Diebesgut und stellten das Stehlgut sicher. Überglücklich bedankte sich die Besitzerin bei den Polizisten bei der Abholung.


Rauschgiftfahndung


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Rauschgift in Pkw verbaut
Rauschgift: Mit viel Mühe und Aufwand versuchte ein 25 jähriger Moldauer 46,2 Kilo Haschisch unter dem Teppich seines Autos zu verstecken. Die Schleierfahnder fanden trotzdem das Versteck.

Echte Spezialistenarbeit leisteten die Schleierfahnder bei der Sicherstellung von 20,8 Kilo Ecstasy und einer Pistole samt Munition. Ein 27jähriger Lette verbaute die Schmuggelware professionell im Auto. Zudem legte er bei der Kontrolle einen totalgefälschten lettischen Führerschein vor. Er wurde verhaftet und zwischenzeitlich verurteilt - 5 Jahre und 9 Monate!

Nur kleine Fehler leistete sich ein 25 jähriger Moldauer beim Verstecken von 46 Kilo Haschisch. Er entfernte in seinem Pkw die Isolierung der Bodengruppe und ersetze sie durch 38 Rauschgiftpäckchen und Bauschaum zur Stabilisierung, getarnt durch Teppich und Sitze (Bild). Trotzdem fanden die Polizisten das Versteck. Der Täter erhielt 7 Jahre und 6 Monate.


Bekämpfung der Schleuserkriminalität


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Flüchtlinge in Kastenwagen
Schlepper: Menschenverachtend transportiert werden viele illegal Einreisende. Die Schlepper sorgen in ihren Kleintransportern weder für ausreichend Luftzufuhr, Wasser und Nahrung. Auch Kinder werden nicht verschont.

Im Zusammenhang mit der massenhaften illegalen Einreise konzentrierte sich die PI Fahndung Rosenheim auf die Bekämpfung der Schleuserkriminalität. Baumann: „Der Transport und die Behandlung der Migranten durch die Schleuser ist menschenverachtend.“ Dabei werden Männer, Frauen und Kinder wie Ware in altersschwache Kleintransporter gesteckt und ohne Rücksicht auf Verluste über die Grenzen gebracht (Bild). In einem Fall wurden 18 Erwachsene in den kleinen Laderaum eines Mercedes Vito gezwängt - ohne ausreichenden Luftaustausch, ohne Wasser und ohne Pause von Budapest bis Rosenheim. Baumann: „Ein geschleuster Syrer bezeichnete das als die schlimmsten Stunden seines Lebens.“

Bis zur Einführung der Grenzkontrollen und der Bildung von Kontingentübergangsstellen im Herbst lastete ein bedeutender Teil der Erstbetreuung auf den Kräften der Schleierfahnder. In den Fernzügen aus Italien kamen im Stundentakt bis zu 100 Migranten zur Einreise. Gleichzeitig sammelten die Fahnder über Monate die von Schleppern ausgesetzten Migrantengruppen entlang der Autobahnen ein und leisteten vor allem humanitäre Hilfe. „In enger Zusammenarbeit mit der für illegal Einreisende zuständige Bundespolizei versuchten und versuchen wir, vor allem den humanitären Dauereinsatz zu schultern,“ beschreibt Baumann und ergänzt: „In dieser schwierigen Zeit bewährt sich das traditionell gute und von persönlichen Kontakten getragene Verhältnis mit den Kollegen der Bundespolizeiinspektion Rosenheim.“




Weitere Erfolge auch schon im neuen Jahr!


Das neue Jahr entwickelt sich aus Sicht der Rosenheimer Schleierfahnder bestens. So konnten ein Serienwohnungseinbrecher samt Diebesgut angehalten, ein Drogenschmuggler mit 5,8 Kilo Kokain festgenommen eine riesige Menge (10.000 Tabletten) an Anabolika sichergestellt werden. Baumann: „Erfolge dieser Qualität lassen sich aber nur mit starker Präsenz auf der Straße erzielen.“


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